Belle et Sébastien (2013)

Belle et Sébastien (2013)

Belle und Sebastian
  1. 104 Minuten

Filmkritik: ...contre les Nazis

Heimliches Bettmümpfeli?
Heimliches Bettmümpfeli?

Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs lebt der kleine Sébastian (Félix Bossuet) bei dem alten Jäger César (Tchéky Karyo) in einer einfachen Hütte in den französischen Bergen. César bringt dem Jungen alle wichtigen Dinge über das Leben in der Natur bei, doch auf die Frage, wo denn Sébastians Mutter ist, weiss der alte Mann jeweils nur die immer gleiche unbefriedigende Antwort: Sie sei in Amerika und er wisse nicht, wann sie von dort zurückkehren wird.

"Beissen wir ein paar Nazis."
"Beissen wir ein paar Nazis."

Doch neben der Wahrheit beunruhigt César noch etwas Zusätzliches: Eine wilde Bestie soll in den Bergen ihr Unwesen treiben. Ein riesiger Hund, der Schafe reisst und auch nicht vor Menschen zurückschreckt. Als Sébastian jedoch bei einem Alpabstieg auf die Bestie trifft, merkt er, dass das Tier eigentlich ein ganz liebes ist. Er tauft das Hundeweibchen auf den Namen Belle und verbringt fortan sehr viel Zeit mit ihr. Als Belle jedoch eines Tages ein paar fiese Nazis angreift, welche in dem Gebiet patrouillieren, wird ausgerechnet César damit beauftragt, die Bestie zu erlegen.

Die Abenteuer des Sébatian und seiner Belle sind in Frankreich jedem Kind bekannt, und auch in Deutschland ist die Geschichte dank einer Zeichentrickserie ebenfalls keine Unbekannte. Nun kommt Belle et Sébastian zum ersten Mal auf die grosse Leinwand. Doch anstatt nur die Geschichte zwischen einem wilden Tier und einem lieben Jungen zu erzählen, siedelt Regisseur und Co-Drehbuchautor Nicolas Vanier die Geschichte im zweiten Weltkrieg an, und so dürfen die beiden Titelhelden jüdischen Flüchtlingen auf der Flucht vor den Nazis helfen. Ein putziger Kinderfilm sieht anders aus.

Dies soll aber nicht bedeuten, dass Belle et Sèbastian ein schlechter Film ist. Die Aufnahmen der französischen Bergen sind schlicht atemberaubend, und der Soundtrack, der mehrmals den Titelsong der TV-Serie verwendet, ist wunderschön. Doch mit der Geschichte um Fluchthelfer lädt sich der Film etwas zuviel Gewicht auf, welches er nicht überzeugend über die ganze Spielzeit tragen kann. So lässt er den Zuschauer letzten Endes etwas zwiespältig zurück. Dass junge Helden in Kinderfilmen gerne über sich selbst hinauswachsen, ist bekannt, doch dass dann ein Titel wie "Belle et Sébastian contre les Nazis" gar nicht mal so abwegig ist, ist dann schon etwas merkwürdig und dem Thema nicht entsprechend.

So bietet der Film für die Kleinen ganz anständige Unterhaltung, sie sollten aber die Eltern dabei haben, welche den Kriegsernst nach dem Film erklären können.

/ crs