Bad Words (2013)

Bad Words (2013)

  1. 89 Minuten

Filmkritik: "What's your favorite word?" - "Fuck off!"

38th Toronto International Film Festival
Trilby bei der Arbeit
Trilby bei der Arbeit © Studio / Produzent

Ganz in Gedanken versunken steht Guy Trilby (Jason Bateman) am Rande eines Buchstabierwettbewerbs für Kinder. Ein Vater gesellt sich zu ihm und fragt, welches der Kinder denn seines sei. Doch Guy hat keinen Sprössling an die Veranstaltung mitgebracht - er nimmt selber teil. Dies kann er, weil er ein Schlupfloch in den Teilnahmebedingungen gefunden hat, welches er nun ausnutzt, um die Turniere für sich zu entscheiden. Die Eltern sehen das natürlich nicht gerne und jagen Guy nach gewonnenen Wettbewerben aus der Stadt.

Guy soll es recht sein, denn er hat sich mit seinen Siegen für die Landesmeisterschaft qualifiziert. Auch wenn die Turnierleiterin (Allison Janney) ihm massenhaft Steine in den Weg legt - extra schwierige Wörter zum Buchstabieren und eine Unterbringung in der Vorratskammer eines Hotel - geht Guy unbeirrt seinen Weg weiter. Ihn auf Schritt und Tritt zu verfolgen, scheint dabei sein ärgster Konkurrent, der neunjährige Chaitainya (Rohan Chand). Will dieser Guy etwa manipulieren oder sucht er einfach einen guten Freund?

Die Schauspieler-welche-zu-Regisseuren-werden-Familie ist um ein neues Mitglied reicher. Jason Bateman legt mit Bad Words sein Regiedebüt vor, und wie so oft in seiner Schauspielerkarriere hat es ihn dabei zur Komödie gezogen. Wer jetzt jedoch glaubt, dass Bateman sich einen unschuldigen Spass ausgesucht hat, um beim ersten Regieversuch auf Nummer sicher zu gehen, irrt gewaltig. Sein Erstling ist eine politisch unkorrekte Komödie mit einer herrlich-absurden Ausgangsidee.

Bateman, der neben der Regie auch die Hauptrolle übernommen hat, spielt Guy Tribly - und der ist wahrlich kein Engel. Er flucht, säuft und hat andauernd Sex mit einer Journalistin, welche ihn die ganze Zeit über begleitet und dabei herauszufinden versucht, warum er bei den Turnieren überhaupt mitmacht. Es sei verraten, dass er es nicht nur aus Spass macht und der Grund der Figur auch etwas Tiefe verleiht. Doch vornehmlich ist Guy ein Arschloch, der seine Gegner - wir sprechen hier von Kindern - mit fiesen Tricks manipuliert und sie so nacheinander aus dem Turnier wirft. Die Eltern bringt dies natürlich auf die Palme, doch Guy kontert ihnen mit noch nie gehörten Fluchwortkombinationen, die zum Schreien komisch sind.

Am ehesten lässt sich Guy so mit dem Bad Santa vergleichen. Wie Billy Bob Thorntons Weihnachtsmann kriegt auch hier der Protagonist einen kleinen Jungen an die Seite gestellt, den er nach allen Regeln der Kunst verdirbt. So geht der 40-jährige mit dem neunjährigen mal auf eine Sauftour, wobei sie fiese Streiche spielen und sogar Prostituierte besuchen. Hier übertreibt es der Film jedoch und es wird nicht wirklich klar, warum Guy plötzlich so nett zu dem Jungen ist. Doch mit einer Spielzeit von gerade mal 88 Minuten fallen solche Schnitzer nicht gross auf.

Fazit: Bad Words ist eine unanständige R-Rated-Komödie, die in der sauberen Welt der Buchstabierwettbewerbe angesiedelt ist. Alleine diese Idee und der gegen sein sauberes Image anspielende Bateman machen den Film schon sehenswert. Die Kinder sollten aber besser zuhause bleiben. Denn wegen des bösen und derben Humors könnten die lieben Kleinen noch was aufschnappen...

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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