Au bout du conte (2013)

Au bout du conte (2013)

Unter dem Regenbogen
  1. 112 Minuten

Filmkritik: Ende gut, alles gut.

Die Schöne und der Prinz
Die Schöne und der Prinz © filmcoopi

Laura (Agathe Bonitzer) trifft während einer Party auf den begnadeten Komponisten Sandro (Arthur Dupont) und erkennt ihn als den Prinzen aus ihrem Traum. Sie verlieben sich und können fortan nicht mehr ohne einander. So weit, so gut. Daneben macht sich Lauras Tante Marianne (Agnès Jaoui) Sorgen um ihre von der Bibel angefressenen Töchter und verbessert ihre Fahrkünste bei Sandros Vater Pierre (Jean-Pierre Bacri). Dieser ist jedoch damit beschäftigt, die Sorgen über seinen vor 50 Jahre vorhergesehenen Todestag zu ignorieren.

Rotkäppchen und der böse Wolff
Rotkäppchen und der böse Wolff © filmcoopi

Darüber hinaus hat er sich mit den Kindern seiner neuen Freundin abzugeben, die sich für eine Zeit bei ihm eingenistet haben. Lauras Eltern wiederum sind mit Gerüchten über Umweltverschmutzung und dem Älterwerden beziehungsweise den operativen Gegenmassnahmen beschäftigt. In dieser ganzen Aufregung wird die noch junge Liebe auf die Probe gestellt. Erst recht, als der bekannte Musikkritiker Maxime (Benjamin Biolay) das Leben von Sandro und bald auch das von Laura auf den Kopf stellt. Und so kommt dann irgendwie doch alles ganz anders.

Au bout du conte erzählt so einiges: etwas über die Liebe, den Aberglauben, verkrampfte Rationalität, Erfolg, Zufälle, Schicksal und den Tod. Alle für ein Märchen essentiellen Themen sind vereint. Die Geschichte setzt jedoch gerade an der Stelle an, wo die meisten altbekannten Märchen, auch aus der Traumschmiede Hollywood, normalerweise enden. Nach dem Happy End folgt das Chaos, oder das Leben, wie man so möchte. Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri, die bei dem Film nicht nur als Darsteller mitwirken, sondern auch Regie geführt haben, entwerfen dabei ein amüsantes Geflecht von Handlungen und Emotionen. Leider haben sie es jedoch ein wenig zu gut gemeint, da es zu Beginn dem Publikum zwar ein Schmunzeln entlockt, nach einiger Zeit jedoch nur noch verwirrend ist.

Die Figuren sind gekonnt überspitzt dargestellt: von der guten Fee, dem roten Apfel bis zum bösen Wolf - im Film übrigens mit Doppel F - findet man alles. Das Spiel mit diesen allseits bekannten Symbolen macht die Stärke des Filmes aus. So fallen auch nach dem Verlassen des Kinosaales immer noch weitere Anspielungen auf. Schön sind auch die gemalten Bilder, die sich nach einigen Sekunden in Filmaufnahmen verwandeln. Dem Film haftet dadurch etwas Magisches und Verträumtes an. Dass sich die Geschichte im zeitgenössischen Paris abspielt, scheint dabei jedoch nicht zu passen. Zu unrealistisch sind die Figuren, zu unreflektiert ihre Handlungen und Aussagen. Dieser Stilbruch wird durch die Musik noch stärker betont.

Alles in allem besticht der Film durch seinen Witz und dem Spiel mit bekannten Märchenklischees. Leider scheitert die spannende Idee an der Umsetzung und der Länge des Filmes. Ein bisschen weniger von allem wäre dann doch mehr gewesen.

/ mic

Teaser Französisch, mit deutschen Untertitel, 00:44