After Earth (2013)

After Earth (2013)

Oder: Can you Ghost?

Take a knee!

Take a knee!

Vor 1000 Jahren musste die Menschheit der Erde den Rücken kehren. Der Planet Nova Prime ermöglicht ein Leben wie auf der Erde, beherbergt aber neben den Menschen auch eine bösartige Alienrasse. Der legendäre General Cypher Raige (Will Smith) ist der Alienkiller schlechthin. Seine Familie sieht er nur selten, und vor allem sein Sohn Kitai (Jaden Smith) leidet unter der Vernachlässigung. Der Teenager mit dem grossen Selbstvertrauen ist gerade durch die Ranger-Prüfung geflogen und möchte die Peinlichkeit nur ungern seinem Vater mitteilen.

Lola rennt...

Lola rennt...

Nach einem Streit am Esstisch entscheidet sich Cypher, seinen Sohn mit auf die nächste Reise zu nehmen, um sich so mehr um ihn zu kümmern. Nach einem Zwischenfall im All wird ihr Schiff schwer beschädigt und stürzt auf die Erde. Ausser dem ernsthaft verletzten Cypher und Sohnemann Kitai gibt es keine Überlebende. Um die Rettungsaktion einzuleiten, liegt es nun an Kitai, schnellstmöglich das Gelände zu erkunden und den anderen Teil des Raumschiffs zu finden. Doch die Erde ist kein ungefährlicher Ort. Der Sauerstoffgehalt in der Luft ist für Menschen zu gering, und die Tiere sind längst nicht mehr so freundlich, wie wir sie in Erinnerung haben.


Film-Rating

Wenn in Hollywood der Begriff Scientology fällt, winkt uns in Gedanken ein lächelnder Tom Cruise zu. Doch Cruise ist längst nicht der einzige Schauspieler mit Sektenerfahrung. Oscarnominee und Musiker Will Smith gilt, was tatsächlich viele gar nicht wissen, ebenfalls als ein Anhänger von Scientology. Bereits im Vorfeld ging ein Raunen durch die Presse, als man die Inhaltsangabe zu seinem neuen Film After Earth genauer unter die Lupe nahm. Der ausbrechende Vulkan auf dem Filmposter findet sich auf dem Romancover von Scientology-Gründer Ron Hubbard wieder. Und die Parallelen zur Lehre des Sektengurus wie beispielsweise das "Auditing" - die dubiose Psychoschulung, die Techniken zur Beherrschung von Ängsten und Selbstzweifeln trainiert und im Film schlicht als "Ghosting" betitelt wird - sind ohne Frage nicht bloss Hirngespinste und spätestens nach dem Kinobesuch offensichtlich.

Wer sich, weshalb auch immer, auf die Handschrift von Regisseur M. Night Shyamalan gefreut hat, muss leider feststellen, dass keine Sternstunde geboten wird. Dem von Kritikern geächteten Filmemacher waren sprichwörtlich die Hände gebunden. After Earth ist durch und durch ein reines "Smith-Stück". Zum einen darf Vater Will den Badass-General markieren und bedeutungsschwanger seinen Sohn psychologisieren. Auf der anderen Bildseite steht ein von A bis Z überforderter 15-jähriger Jaden Smith in der Hauptrolle, der zu keiner Zeit genau weiss, was er zu tun hat. Ein wenig die Stirne runzeln und verängstigt in die Kamera blicken macht auch aus einem Smith-Sohn noch keinen Wunderknaben.

Was und wie viel Shyamalan als Autor und Regisseur beisteuern durfte, ist aber nur zweitrangig, denn das Projekt After Earth ist mit oder ohne ihn eine einzige Katastrophe. Die dramaturgisch fürchterlich erzählte Story wirkt anfangs völlig überhastet, braucht dann aber unbegründet viel Zeit, ihre Figuren vorzustellen und verläuft dann spannungsarm und höhepunktslos gen Ende. Die Spezialeffekte lassen genauso wie die Dialoge völlig kalt. Emotionen kommen höchstens dann auf, wenn die Lächerlichkeit der Dinge ins Unermessliche steigt oder ein mutiertes Raubtier in ein Adlernest springt, um die dort versteckten Eier zu stehlen.

Fazit: After Earth ist die absurde und äusserst lasche Geschichte eines Jungen, der lernen muss, seine Ängste zu kontrollieren, um seinen Vater zu retten. M. Night Shyamalan und Will Smith verzieren diese Story mit einem fragwürdigen Sci-Fi-Zuckerguss, den sie desinteressiert und unschön verarbeiten. So verraten zwar Effekte und Bildsprache das Genre, doch für Fans ist das noch kein Grund, sich den Film anzusehen.


OutNow.CH:

Bewertung: 1.0

 

07.06.2013 / yan

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