Achtung, Fertig, WK (2013)

Achtung, Fertig, WK (2013)

Oder: Der beste Schweizer WK-Film der Welt

"Wem gehört die?"

"Wem gehört die?"

Er habe Schmerzen aller Arten und bei den Geschlechtskrankheiten von jeder ein bisschen. Doch dies reicht dem Aushebungsarzt noch nicht, um den jungen Alex (Matthias Britschgi) für dienstuntauglich zu erklären. Erst als Alex seine angebliche sexuelle Ausrichtung offenbart, gibt es den erhoffen Stempel. Doch vor dem Aushebungsgebäude wartet dann nicht etwa ein Freund, sondern seine Freundin Anna (Liliane Amuat). Alex hat nämlich schlichtweg keine Lust aufs Militär. Lieber arbeitet er an seiner Ausbildung als Yogalehrer.

"Ääääääähm..."

"Ääääääähm..."

Fünf Jahre später: Alex und Anna erwarten das erste gemeinsame Kind, aber ihre Wohnungslage ist nicht gerade geeignet für eine kleine Familie. Doch da gibt es ja noch Annas Vater, Kommandant Reiker (Marco Rima), der ein schönes Häuschen besitzt. Dieses würde er seiner Tochter gerne überlassen, doch koppelt er seine Hilfe an eine Bedingung: Alex soll in den nächsten Militär-Wiederholungskurs. Dabei hätte Reiker eigentlich schon genug Sorgen: Wegen der Sparmassnahmen droht seine Einheit abgeschafft zu werden. Nur ein perfekt durchgeführter WK kann Reiker den Job retten. Doch die WK-Soldaten haben leider nur Blödsinn im Kopf.


Film-Rating

Wenn heutzutage mal ein Film wie eine Bombe einschlägt, wird meist nicht lange gefackelt, was Sequelpläne anbelangt. Doch bei uns in der Schweiz nehmen wir alles etwas gemütlicher. So dauerte es ein ganzes Jahrzehnt, bis die Fortsetzung zum Überraschungshit Achtung, Fertig, Charlie endlich das Licht der Kinoleinwand erblickt. Die Crew von damals wurde mit Ausnahme von Marco Rima, Martin Rapold und Daniel Rohr jedoch sequeluntypisch fast komplett ersetzt. So war der Weg eigentlich frei für neue Geschichten. Die Chance wurde jedoch nicht richtig genutzt: Achtung, Fertig, WK ist schon etwas viel "more of the same". Zum Glück waren aber Regisseur und "Kriegsdienstdrückeberger" Oliver Rihs sowie Drehbuchautorin Güzin Kar nicht so faul wie gewisse Saufbrüder.

Ein cleverer Schachzug war es sicherlich, die Anzahl an Figuren zu reduzieren. Hier ist es nicht irgendein unübersichtlicher Haufen an Soldaten, sondern ein bunt zusammengewürfeltes Sechserteam, wobei zwar jedes Mitglied ein Klischee ist - der Dicke, der Muskelprotz, der Überordentliche -, aber die Schauspieler gut zusammenpassen und auch beim humoristischen Timing ein paar Mal den Ton perfekt treffen. Nur wenn es zu menscheln beginnt, werden ihre schauspielerischen Grenzen überdeutlich sichtbar.

So sind es in erster Linie die Alteingesessenen, die für den meisten Spass sorgen. Vor allem Martin Rapold hat sichtlich Freude an seiner Rolle des fluchenden Wachtmeisters Weiss. Mit neuen Schimpftiraden heizt er seinen Soldaten richtiggehend ein, sodass die ersten zehn Militärminuten die besten des Filmes darstellen. Als Weiss von seinen eigenen Soldaten jedoch abgesägt wird, hängt der Film leider etwas durch. Dann gibt es die schon aus dem Vorgänger bekannte Story, die wieder eine Schwangere, ein heisses Chick und eine dramatische Schlussübung beinhaltet. So ist Achtung, Fertig, WK letzten Endes halt oft nur eine leicht abgeänderte Wiederholungsübung - immerhin auf der technischen Seite im Vergleich zu Teil eins eine besser inszenierte.

Fazit: Achtung, Fertig, WK besitzt zwar nicht die Humordichte und auch nicht die kultpotenziellen Sprüche (kein "Krasser Stoff, das Bananengas") des Vorgängers, ist aber auch nicht der befürchtete Totalabsturz. Es ist ein eher braves Sequel mit ein paar gelungenen Lachern, spielfreudigen Akteuren und einem inszenatorisch gelungenen Showdown - inklusive herrlich übertriebenem Pathos. Es ist zwar nicht die beste Werbung für das schweizerische Filmschaffen oder für die "beste Armee der Welt", aber die Fans des Originals kommen hier sicherlich auf ihre Kosten.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

17.10.2013 / crs

Community:

Bewertung: 2.5 (23 Bewertungen)

 

 

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