The Vow (2012)

The Vow (2012)

Für immer Liebe
  1. ,
  2. , ,
  3. 104 Minuten

DVD-Review: Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Knutsch Nr. 1
Knutsch Nr. 1

Paige (Rachel McAdams) und Leo (Channing Tatum) sind ein junges Ehepaar, über beide Ohren ineinander verliebt und stehen mitten im Leben. Bis ein Verkehrsunfall das junge Glück auf eine harte Probe stellt. Nachdem Paige im Krankenhaus erwacht, hat sie nicht nur rasende Kopfschmerzen, sondern erkennt auch ihren Gatten nicht mehr wieder. Die Ärzte raten zwar zur Geduld, aber die Annäherung von Leo wird stets von Paige abgewürgt.

Knutsch Nr. 2
Knutsch Nr. 2

Paige bekommt Besuch ihrer Eltern (Jessica Lange und Sam Neill), mit denen sie vor einigen Jahren gebrochen hat. Die Familie nimmt Paiges Unfall als Grund, um die zerrütteten Verhältnisse wieder zu korrigieren. Während nun also Paige in die eigene Jugend zurückkehrt, weiche Knie bekommt beim Anblick ihres ehemaligen Verlobten (Scott Speedman) und sich eigentlich pudelwohl fühlt, kämpft Leo um die Liebe seines Lebens. Wie kann er Paige zurückgewinnen, wenn sie doch in ihrer "neuen" Welt so glücklich zu sein scheint?

Hollywood ist bemüht, kontinuierlich niedliche Schauspielerpärchen auf die Kinoleinwand zu zaubern. Bei der aktuellen Kombination in The Vow trifft es Rachel McAdams und Channing Tatum - beide durch ihr makelloses Aussehen dazu verflucht, in Schnulzen ihr Unwesen zu treiben. Zuckersüss ist auch der zweite Vorname des vermeintlich auf wahren Begebenheiten beruhenden Liebesdramas, welches von Regisseur Michael Sucsy trotz deprimierender Ausgangslage leicht verdaulich daherkommt.

The Vow bedient sich mancher Stereotypen, sowohl im Charakter- als auch im Storybereich, und wird daher jenen Erwartungen von Zuschauern entsprechen, die sich im Genre bestens auskennen. Süffige Farben und leichter Soundtrack übertrumpfen die komplizierten Gefühle; die Skyline von Chicago erhellt die Gemüter und zeichnet starke Kontraste. Der Idealismus hinter der ewigen Jugend und Unabhängigkeit, das bringen McAdams und Tatum problemlos rüber. Das Böse kommt - wie so oft - in Form von konservativen Schwiegereltern (die grösste Überraschung des gesamten Filmes: Jessica Lange und Sam Neill), welche ihre erinnerungslose Tochter gerne für sich alleine hätten und damit den essentiellen Konflikt heraufbeschwören.

Wenn uns The Vow etwas lehren will, dann, dass Liebe nicht nur bekanntlicherweise den Tod, sondern eben auch Erinnerungslücken überleben kann. Daran muss sich auch Scott Speedman halten, der den obligaten Bully spielt, mit zugeknöpfter Krawatte und Anwaltskoffer aber niemals die breiten Schultern von Channig Tatum konkurrenzieren könnte. Schlussendlich scheinen aber weder gesellschaftliche Stati noch fehlende Erinnerungen zur Diskussion zu stehen, was das Märchen sanft in die Realität zurückholt.

Fazit: The Vow ist jetzt nicht der absolute Liebesknüller geworden, über den sich die Taschentuchindustrie freuen könnte. Aber gerade durch die heitere Art, wie Rachel McAdams und Channing Tatum ihre Charaktere verkörpern, kann man es sich zu zweit auf dem Sofa ohne schlechtes Gewissen bequem machen.

Die DVD bietet ein farbenprächtiges, klares Bild. Der Ton ist gerade mit 5.1 gut abgemischt und bietet vom Soundtrack her den nötigen Groove. Im konventionellen Bonusmaterial finden sich ein Audiokommentar, wenige gelöschte Szenen und Takes, bei denen sogar die zwei Verliebten lachen mussten.

/ woc