Trouble with the Curve (2012)

Trouble with the Curve (2012)

Back in the Game
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  2. 111 Minuten

Blu-ray-Review: Wer hat das gute Auge?

Apple, Apple everywhere!
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Gus Lobel (Clint Eastwood) arbeitet als Baseballtalent-Scout bei den Atlanta Braves. Seine Erfahrung ist Gold wert, und die Braves konnten über Jahrzehnte hinweg von den Tipps des Talentsuchers profitieren. Trotzdem ist der Job des alternden Genies in Gefahr, denn die Scouts gehen mit der Zeit und arbeiten mehr und mehr mit Statistiken aus dem Netz. Dazu kommt noch, dass Gus nicht mehr der Jüngste ist und sich mit einer plötzlich auftretenden Sehschwäche herumschlagen muss.

Where's my fucking Calzone?
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Gus' Tochter Mickey (Amy Adams) ist eine erfolgreiche Anwältin und steht kurz vor ihrer Beförderung. Als sie von den Schwierigkeiten ihres Vaters erfährt, unterstützt sie ihn, trotz des schlechten Verhältnisses, bei der Suche nach einem Nachwuchsspieler. Der Sturkopf Gus ist mit dieser Entscheidung natürlich gar nicht einverstanden, und die beiden stehen in keinem guten Licht zueinander. Doch anscheinend hat die im Baseballmilieu aufgewachsene Powerfrau einiges von ihrem Vater geerbt und kann ihm nicht bloss in Sachen Scouting das Wasser reichen.

Clint Eastwood ist in den letzten Jahren nur noch selten vor die Kamera getreten und hat sich vor allem auf seine Arbeit als Regisseur konzentriert. Nun sieht man den alten Haudegen in Trouble with the Curve wieder mal. Und das natürlich, wie meistens, als grummeliger und knorziger alter Mann, der mit zwischenmenschlichen Problemen zu kämpfen hat.

Die Geschichte ist im Sportbereich angesiedelt. Baseball heisst die Sportart, in der Clint Eastwood als alter Scout eine Nummer für sich ist. So kann er mit Gleichgesinnten fachsimpeln oder den Kollegen an den Karren fahren. Diese Szenen sind interessant, selbst für Nicht-Fans des Sports. Regisseur Robert Lorenz ist aber mit dieser Ausgangslage nicht zufrieden. Er will mehr, und so bringt er Amy Adams als Eastwoods Tochter ins Spiel. Und da die junge Dame natürlich nicht alleine bleiben darf, taucht auch Justin Timberlake noch auf. Die beiden spielen zwar ihre Rollen passabel und souverän, jedoch guckt man sich Trouble with the Curve halt doch des Altmeisters wegen an.

Trouble with the Curve ist ein leiser Film geworden. Action, Spannung oder Dramatik sucht man vergebens, denn immer wieder wird der Story Tempo rausgenommen und auf Dialog gesetzt. Das macht zwar mitunter Spass und lässt die Darsteller ihr Potenzial abrufen, aber so richtig in Fahrt kommt das Ganze nicht. Immerhin sind auch die kleinen Rollen mit Stars wie Robert Patrick, John Goodman oder Matthew Lillard auch noch prominent besetzt. Das gefällt natürlich.

Fazit: Trouble with the Curve ist kein Überfilm geworden, hat aber seine Stärken in den leisen Szenen und dem Umgang der "Jungen" mit dem sturköpfigen Clint Eastwood. Leider wird die Story recht zaghaft erzählt und so richtig Schwung will bis am Ende nicht aufkommen. Wer aber Eastwood nochmals als Darsteller sehen will, der kommt hier nicht drum herum.

Die Blu-ray von Trouble with the Curve hat zwei kurze Reportagen als Bonusmaterial anzubieten. Einerseits geht's um Regisseur Rob Lorenz, der, als Regie-Debütant, eigentlich schon ein alter Hase im Geschäft ist. Das zweite Feature handelt von Darstellern, die über ihre Rollen sprechen und natürlich aus dem Schwärmen nicht raus kommen.

Technisch darf man sich auf tolle und klare Abtastung freuen und einen Ton, der, so still der Film auch sein mag, kräftige und glasklare Qualität liefert.

/ muri

Kommentare Total: 3

solarkritik

Der alte Clint Eastwood grantelt/nörgelt da weiter, wo er bei GRAN TORINO aufgehört hatte. Unterhaltsamer Film, ohne sonderlich hohen Anspruch. Aber gute Leistungen von den drei Hauptdarstellern.

muri

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yan

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