The Taste of Money - Do-nui mat (2012)

The Taste of Money - Do-nui mat (2012)

Oder: Machiavelli auf Koreanisch

Wein, Weib und... wer braucht denn da Gesang?

Wein, Weib und... wer braucht denn da Gesang?

Youngjak (Kang-woo Kim) wird angestellt als Privatsekretär von Yoon (Yoon-sik Baek), der die Geschäfte einer der mächtigsten und reichsten Familien in Korea führt. Diese mischelt auch in der Politik munter mit und macht mit legalen und nicht so legalen Deals mächtig Kohle. Youngjak merkt schnell, dass er da in eine ganz besondere Familie hineingeraten ist, eine Familie, in der sich alles um Sex, Macht und Geld dreht - viel, viel Geld.

Rote Lippen soll man küssen

Rote Lippen soll man küssen

Als Youngjak eines Tages beobachtet, wie sich Yoon mit dem philippinischen Dienstmädchen Eva (Maui Taylor) vergnügt, ist dies der Auftakt einer Serie unheilvoller Ereignisse. Als die Ehefrau Kemumok (Yuh-jung Youn) von der Affäre erfährt, ist sie in Rage und nötigt als erstes Youngjak, mit ihr zu schlafen. Yoon seinerseits will seine Frau verlassen und mit Eva ein neues Leben beginnen, was seine Frau aber mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Und dann wäre da noch die hübsche Tochter Nami (Hyo-jin Kim), die schon länger ein Auge auf Youngjak geworfen hat und ihm eindeutige Angebote macht...


Film-Rating

Viel Zeit nimmt sich The Taste of Money nicht, um die Figuren einzuführen. In den ersten Szenen, in denen die luschen Geschäfte der feinen Familie gezeigt werden, geht alles recht wirr und hektisch zu und her. Worin genau diese Geschäfte bestehen, wird allerdings nie recht klar - bis zum Schluss nicht. Doch eigentlich ist es auch völlig egal, denn es sind, wie sich im Lauf des Filmes herausstellt, die familieninternen Intrigen und Machtspiele, die im Zentrum stehen. Dementsprechend spielen sich auch die meisten Szenen des Films in der Luxusvilla der Familie ab.

Regiseur Sang-soo Im hatte gemäss eigener Aussage die Absicht, mit seinen von Macht und Geld geblendeten Figuren eine Art von Shakespeare-Charakteren zu kreieren. Dies ist ihm auch durchaus gelungen, denn gerade in ihrer Überzeichnung wirken die Figuren bedrohlich echt. Leider hat sein Film aber nicht die Dramaturgie eines Shakespeare-Stückes - in dieser Hinsicht holpert The Taste of Money nämlich ziemlich. Die Handlung wirkt abgehackt und unbeständig und verliert sich in seltsamen Dialogen, einem Mischmasch aus Koreanisch und Englisch. Und auch die Spannung bleibt immer wieder auf der Strecke, insbesondere beim Ende, das sich allzu sehr in die Länge zieht. Hier hätte der Cut gut und gerne eine Viertelstunde früher kommen können.

Die unausgegorene Geschichte kann von einer guten Kameraführung und einigen humoristischen Szenen (die in ihrer Übertreibung einen leicht absurden Einschlag haben) teilweise gutgemacht werden. Allerdings nur teilweise, denn in den knapp zwei Stunden, die dieses koreanische Machiavelli-Stück dauert, stecken doch sehr viel Leerlauf. Schade ist es um die Kerngeschichte des Protagonisten Youngjak, der langsam in den Sog der machtgeilen Familie gerät und korrumpiert zu werden droht. Denn diese Geschichte geht in dem etwas aufgeblasen wirkenden Film ein wenig unter. So bleibt dem Zuschauer, sich an der vielen nackten Haut zu erfreuen, die in diversen Sexszenen kamerawirksam in Szene gesetzt wird.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.5

 

27.05.2012 / ebe

Community:

Bewertung: 3.4 (4 Bewertungen)

 

 

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