StreetDance 2 (2012)

StreetDance 2 (2012)

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  3. 85 Minuten

Filmkritik: Dance Porn

"Könnt ihr mir sagen, wo das nächste Kino ist?"
"Könnt ihr mir sagen, wo das nächste Kino ist?" © Studio / Produzent

Ashs (Falk Hentschel) grösster Traum ist es, der beste Tänzer der Welt zu sein. Selbst weiss er schon, dass er die Nummer eins ist, doch er möchte es der ganzen Welt gerne noch mitteilen. Deshalb will er es in einem Battle, bei dem die momentanen Weltmeister im Streetdance, "Invincible", auftreten, allen zeigen. Doch sein Auftritt misslingt, und er steht plötzlich vor einer Meute, die ihn gnadenlos auslacht. Doch es bleibt für Ash keine Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn nur wenige Minuten, nachdem er beim Battle auf dem Hosenboden gelandet ist, spricht ihn der junge Eddie (George Sampson) an, der sein Manager werden möchte.

Läufer auf G7
Läufer auf G7 © Studio / Produzent

Ein paar Tage später haben Eddie und Ash mehrere Streetdancer um sich geschart. Sie wollen "Invincible" beim grossen Battle in Paris schlagen. Um dies zu bewerkstelligen, hat Ash eine ganz besondere Idee: Er will den Tanzstil Salsa in die Performance der Gruppe einfliessen lassen. Ihr den Salsa beibringen soll die heisse Eva (Sofia Boutella). Doch bald läuft zwischen Ash und Eva mehr als nur Tanztraining.

Als der 3D-Boom im Jahre 2010 seinen Höhepunkt erreicht hatte, war es die britische Produktion Streetdance 3D, welche sich als erster Tanzfilm in der dritten Dimension versuchte. Die Pionierarbeit wurde am Box Office belohnt, sodass nun die Fortsetzung mit dem kreativen Titel Streetdance 2 3D ins Kino kommt. Den Zuschauer erwartet wieder wildes Herumgetanze, wobei die Macher sich nicht gross um eine Story scheren. Diese soll ja lediglich den Auftrag haben, die Tanzsequenzen miteinander zu verbinden.

Wenn also Saw ein Torture Porn ist, dann gehört Streetdance 2 3D wohl zu der Gattung Dance Porn. So fühlt sich die Geschichte nämlich auch an. Die einen Tanzsequenzen entstehen nur, weil schon lange keine mehr zu sehen war. Es wird zum Beispiel eine Kissenschlacht eingebaut, nur damit dann die Charaktere ihre Moves zeigen können. Da die Kissen natürlich jede Menge Federn enthalten, kann mit dem 3D-Effekt natürlich etwas gespielt werden. Hübsch anzusehen ist das zwar, doch sonst bietet der Film doch herzlich wenig.

Das Benehmen der Charaktere hilft zusätzlich auch nicht wirklich, damit wir mit ihnen mitleiden können. Mit ihrer überheblichen Attitüde wirken sie auf den Zuschauer sehr schnell mal arrogant. Wenn dann die Mitglieder der "guten" Tanzgruppe propagieren, dass sie die Besten sind, ist es auch um die Spannung geschehen. So ist das Einzige, was einen dranbleiben lässt, die Auflösung, wie die Kombination aus Streetdance und Salsa aussehen wird. Clever ist, dass die Regisseure Max Giwa und Dania Pasquiniin lange nur die beiden Tanzrichtungen voneinander separiert zeigen und nicht gleich die "Geheimwaffe" enthüllen. Auf dem Weg zum spektakulären Finale werden dann noch schnell die vielen Klischees des Genres abgearbeitet. Natürlich verlieben sich die beiden Haupttänzer ineinander, und natürlich gibt es kurz vor dem grossen Auftritt noch etwas Zoff. Nichts Neues also von der Tanzfüdli-Front.

Fazit: Streetdance 2 3D wird Tanzfans glücklich machen. Es gibt coole Moves und beeindruckende Darbietungen. Doch die anderen Teile, welche bei einem Film so dazukommen, zum Beispiel eine Geschichte, funktionieren gar nicht, sodass dann aus Einfalllosigkeit zu Sätzen wie "Wenn du ihr wehtust, dann breche ich dir alle Knochen" zurückgegriffen werden muss. Dance Porn der besten Sorte also.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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