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Spring Breakers (2012)

Spring Breakers (2012)

Oder: Disney Girls Gone Wild vs. Ein Goldzahn kommt selten allein

Spring Break Collection - Now in Stores!

Spring Break Collection - Now in Stores!

Faith (Selena Gomez), Cotty (Rachel Korine), Candy (Vanessa Hudgens) und Brit (Ashley Benson) sind seit frühester Kindheit beste Freundinnen und planen schon ewig ihre gemeinsamen Frühlingsferien. Doch so sehr sie auch sparen, das Geld reicht nicht einmal für ein Hotelzimmer. Kurzerhand beschliessen Cotty, Candy und Brit, die Fast Food-Bude um die Ecke zu überfallen. Maskiert, mit Wasserpistole und einem Hammer bewaffnet, stürmen sie das Lokal, räumen die Kasse aus und bestehlen die anwesenden Gäste. Dem Spring Break steht nun nichts mehr im Wege, und die vier reisen mit dem Car in Richtung Sonne, Strand und Spass.

Who the f... is Sean Paul?

Who the f... is Sean Paul?

Die Mädels lassen es richtig krachen und schwelgen im Alkohol- und Drogenrausch. Als sie bei einer Party von der Polizei verhaftet werden und kein Geld haben, um die Kaution zu bezahlen, kommt unerwartete Hilfe: Der Kleinkriminelle Alien (James Franco) spendet die Kohle und holt die vier Hübschen aus dem Kittchen. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause. Doch Faith hat ein ungutes Gefühl bei der Sache und möchte, dass ihre Freundinnen mit ihr nach Hause gehen.


Film-Rating

Wummernde Bässe, viiiiiel nackte Haut, wackelnde Brüste und Hüften, Alkohol, der rumgereicht und ausgeschüttet wird, Teenies, die sich aneinanderreiben als gäb's kein Morgen mehr... Was klingt wie eine Mischung aus Softporno und Musikvideoclip ist der neue Film von Regisseur Harmony Korine: Spring Breakers klingt nicht nur so, sondern hat auch Einiges davon.

In den Hauptrollen agieren zwei der ehemaligen Disney-Unschuldslämmchen und Vorzeigemädchen Vanessa Hudgens und Selena Gomez. Während sich Gomez darauf beschränkt, an Zigaretten zu ziehen und im Bikini und knappen Stofffetzchen rumzulaufen, setzt Hudgens noch Diverses obendrauf. Vom braven High School Musical-Mauerblümchen ist hier nichts mehr zu sehen. Die beiden geben mit ihren Darstellungen ein ganz klares Statement ab: Wir sind jetzt erwachsene Frauen und wollen als Schauspielerinnen ernst genommen werden. Fraglich ist nur, ob sie mit diesem "Frontalangriff" nicht diverse Fans und deren Eltern leicht vor den Kopf stossen. Naja, die Agenten der beiden Damen werden sich hoffentlich Gedanken zu dieser Taktik gemacht haben.

Fest steht, dass insbesondere Hudgens keine Berührungsängste hat, wenn's um gleichgeschlechtlichen Speichelaustausch und Flucherei wie bei den Matrosen geht. Und vor soviel Mut muss man ehrlich gesagt ein wenig Respekt haben. Wie dem auch sei, auch James Franco, der hier im ersten Moment kaum wiederzuerkennen ist, ist sich für nichts zu schade und macht einen auf Gangsta-Rapper. Goldzähne, Tattoos und üble Rasta-Frisur inklusive.

Bei Spring Breakers ist man hin- und hergerissen zwischen peinlicher Berührtheit und Entsetzen. Es stellt sich die Frage, ob der Film ernst genommen werden will oder als eine Art Parodie auf die heutige (Ami-)Mentalität verstanden werden soll. Schaut man sich den Film als reine Unterhaltung an, wird's schnell zu blöd. Es gibt schlecht gespielte Figuren, sich wiederholende Pistolengeräusche im Off (was mit der Zeit relativ nervig wird) und überhaupt diverse Wiederholungen von Dialogen und Szenen, Plotlöcher wie im Emmentaler Käse. Naja. Analysiert man den Streifen als kritische Sicht auf die "Ich bin achso krass unterwegs"-Einstellung, sieht das Ganze etwas anders aus. Einige würden hier Bezeichnungen wie "grossartig dargestellt" und "herrlich bös durch den Kakao gezogen" von sich geben. Die überspitzt dargestellten Charaktere verdeutlichen, wie belämmert Gewisses auf andere wirkt. Damit ist klar: Spring Breakers ist absolut Geschmackssache, somit nicht für das breite Publikum geeignet und sorgt für jede Menge Gesprächsstoff.

Kurz gesagt: Nichts für Fans der ehemaligen Disney-Schnuckis Vanessa Hudgens und Selena Gomez. Wer gerne nach dem Film noch mit seiner Begleitung was zum Diskutieren haben möchte, ist hier goldrichtig, yo!


OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

 

05.09.2012 / faz

Community:

Bewertung: 2.9 (36 Bewertungen)

 

 

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