Safe House (2012)

Safe House (2012)

Oder: Was ist heutzutage überhaupt noch sicher?

"Spul zurück. Das war ganz klar Abseits."

"Spul zurück. Das war ganz klar Abseits."

Jeder fängt man klein an: Dies muss auch Matt Weston (Ryan Reynolds) erkennen, als er bei der CIA anheuert. Er wird nicht etwa gleich auf eine Mission geschickt, sondern als Neuling kommt ihm die Aufgabe zu, ein Safe House in Kapstadt zu bewachen. Diese Häuser sind geheime Einrichtungen der CIA, in denen Agenten untertauchen oder Verbrecher für kurze Zeit befragt werden können. Ganze 12 Monate wartet nun Matt schon an seinem Arbeitsplatz, ohne dass je etwas passiert.

"Guck mal dort, ein Eisbär."

"Guck mal dort, ein Eisbär."

Doch eines Tages kriegt er mehr zu tun, als ihm lieb ist. Denn der ehemalige CIA-Agent Tobin Frost (Denzel Washington) ist in Südafrika festgenommen worden und soll nun im Safe House von Kapstadt verhört werden. Bevor es jedoch mit dem Verhör richtig losgeht, wird das Haus von bewaffneten Männern gestürmt. Bei dem Angriff kommen alle von Frosts Bewachern ums Leben. Nun ist nur noch Matt übrig, und der beschliesst, mit dem Gefangenen das Gebäude zu verlassen. Doch auch im Freien ist Matt nicht wirklich sicherer: Er wird nicht nur unnachgiebig gejagt, sondern sein Gefangener beginnt auch noch, ihn mit Psychspielchen zu verunsichern.


Film-Rating

Das letzte Jahr war ein wenig erfolgreiches für den Kanadier Ryan Reynolds: Er verlor nicht nur seinen Titel als Sexiest Man Alive an Bradley Cooper, sondern landete mit den Gurken The Change-up und vor allem Green Lantern auch noch als Schauspieler übel auf der Schnauze. Das Jahr 2012 kann für ihn nur besser werden. Es fängt dabei schon mal ganz gut an: Der Actionstreifen Safe House von Daniel Espinosa gefällt trotz jeder Menge geklauter Storyelemente mit harter Action und seiner Gradlinigkeit.

Der Zuschauer kann sich entweder ab der abgekupferten Story nerven oder sich einen Spass daraus machen, die verschiedenen "Originale" zu erraten: ein bisschen vom Assault on Precinct 13-Remake, ein wenig Midnight Run und dazu noch eine Menge Spionagefilme aus den Siebzigern. Diese Zutaten sind aber alles andere als schlecht gemischt, weshalb das fertige Produkt letzten Endes überzeugt - Langeweile kommt selten auf.

Die Inszenierung erinnert derweil an die Werke von Tony Scott und Michael Bay. Dies sind sicher keine schlechten Vorbilder, wenn es um Actionfilme geht, doch leider hat Espinosa mit Oliver Reed den "Master of Wackelkamera" mit an Bord geholt. Reed war der verantwortliche Kameramann bei allen drei bisherigen Bourne-Filmen und macht hier keine Anstalten, die Geschehnisse mal ruhig einzufangen. Dies ist zu Beginn nervig, und das Gefühl lässt einen nicht los, dass die Kamera in jeder Szene zu nah am Geschehen sei.

Ist die Eingewöhnungsphase jedoch vorbei, gefällt auch die Action. Eine Autoverfolgungsjagd durch Kapstadt, eine Sequenz in einem Fussallstadion, bei der El secreto de sus ojos Pate stand, und diverse Ballereien machen den Film kurzweilig und lenken von der doch sehr einfach zu durchschauenden Story ab. Neben Reynolds ist es vor allem der zweifache Oscarpreisträger Denzel Washington, der dem Film die Klasse verleiht. Der charismatische Schauspieler reisst jede Szene an sich und gibt den Manipulator sehr überzeugend. Sein Gegenpart Reynolds ist ihm zwar nicht ganz ebenbürtig, aber trotzdem schlägt er sich ganz gut. Leider nur in Nebenrollen sind die immer überzeugenden Vera Farmiga, Brendan Gleeson und Sam Shepard zu sehen, die mit ihren wenigen Auftritten zwischendurch in Vergessenheit geraten.

Fazit: Hier kommt keine grossartige Action-Neuerung auf den Zuschauer zu, sondern ein sehr unterhaltsamer Genrebeitrag. Das Duo Washington/Reynolds überzeugt mit Schlagkraft, und die Action zeigt wieder einmal einen höheren Härtegrad. Ein richtiger Männerfilm, dem etwas weniger Wackelkamera und ein konsequenteres Ende sicher gut getan hätten. Für zwei Stunden knallharte Actionunterhaltung reicht es aber allemal.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

16.02.2012 / crs

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