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Pitch Perfect (2012)

Pitch Perfect (2012)

Oder: Bring it aca-on!

B-E-C-A, nicht Bella.

B-E-C-A, nicht Bella.

Beim jährlichen Collegiate-A-cappella-Wettbewerb wird die beste Gesangsgruppe auserkoren. Im Finale stehen auch zwei Gruppen der Barden-Universität: die eingebildeten Jungs von The Treblemakers und die properen Mädels der Barden Bellas. Aufgrund eines üblen Missgeschicks scheiden die Bellas jedoch spektakulär aus, der Sieg geht an die Treblemakers. Um die Schmach wettzumachen, will die kontrollsüchtige Aubrey (Anna Camp) im folgenden Jahr unbedingt gewinnen. Weil die Auswahl stimmbegabter Studentinnen aber bescheiden ist, müssen sie und Mit-Bandleiterin Chloe (Brittany Snow) auch unkonventionelle Mitglieder wie die schlagfertige Fat Amy (Rebel Wilson) aufnehmen.

Die letzten Mitarbeiterinnen der Swissair.

Die letzten Mitarbeiterinnen der Swissair.

Obwohl sie anfangs wenig Interesse fürs Singen hat, tritt auch die coole Beca (Anna Kendrick) den Bellas bei, da ihr Vater sie im Gegenzug dabei unterstützen wird, später nach L.A. zu ziehen und DJ zu werden. Tatsächlich macht ihr das Singen und Zusammensein mit ihren neuen Freundinnen grossen Spass. Doch der Weg in die Wettbewerbs-Endrunde ist holprig. Besonders Aubreys steife Methoden und ihre altbackene Songauswahl missfallen Beca, die viel lieber modernere und speziellere Musik ausprobieren würde. Und auch ihre Freundschaft mit dem Treblemakers-Mitglied Jesse (Skylar Astin) stellt ein Problem dar, und dies nicht nur, weil Beziehungen mit Jungs von der Konkurrenz für alle Bellas strikt tabu sind.


Film-Rating

Wenn die Barden Bellas in der Einstiegsszene eine nette, aber recht belanglose Version von Ace of Bases "The Sign" zum Besten geben, glaubt man schon zu wissen, wie es weitergehen wird: Eine Truppe netter Mädchen muss lernen, "mehr Dreck" in ihre Performances einfliessen zu lassen und findet schliesslich auf dem Weg zum Sieg zu sich selbst. Umso erfreulicher ist es da, dass sich der Film bereits in den ersten Minuten als nicht ganz so vorhersehbar erweist, indem nämlich eine gehörige Überraschung auf die Zuschauer wartet. Gefallen dürfte diese wohl kaum allen Zuschauern - die Szene macht aber gleich zu Beginn klar, dass man im Folgenden auch Unerwartetes erwarten sollte.

Pitch Perfect erzählt eine klassische Underdog-Story und bedient sich dabei auch vieler Klischees, die aus anderen Filmen um junge Leute bestens bekannt sein dürften: Da gibt's unter anderem die verklemmte, kontrollsüchtige Anführerin (herrlich verkorkst von der bereits in True Blood grossartig aufspielenden Amy Camp dargestellt), den netten Jungen von nebenan, der das Mädchen seiner Träume umwirbt, sowie die Coole in der Schule, die ihren eigenen Weg gehen will und erst spät merkt, dass es in der Gruppe doch viel mehr Spass macht. All dies lässt auf fleissig begangene filmische Pfade schliessen. Dank der frechen Inszenierung, einer sympathischen Darsteller- und Figurentruppe und toller Musik hat das Ganze aber genügend Charme, um den Film vom blossen Durchschnitt ins Level "sehenswert" zu katapultieren.

Ähnlichkeiten zur erfolgreichen US-TV-Serie Glee sind natürlich unverkennbar. Wo die Serie allerdings bald mal übertrieben dramatisch wirkt, kann Pitch Perfect die begrenzte Laufzeit sehr gut nutzen. So gibt sich der Film noch etwas frecher, schneller und vor allem ein gehöriges Stück weniger soapig. Besonders bei den Figuren kann der Film punkten: Mit der Hauptfigur Beca, gespielt von der wie immer sympathischen Anna Kendrick (Up in the Air), kann man sich gut identifizieren, da auch sie erst in diese seltsame "Parallelwelt" finden muss, in der es offenbar normal scheint, einfach so in aller Öffentlichkeit loszuträllern. Den Vogel schiessen aber die lustigen Nebenfiguren ab, allen voran die wie immer schräge Rebel Wilson als "Fat Amy", die schlicht jede Szene an sich reisst, in der sie auftritt.

Natürlich ist es vor allem die Musik, die begeistern kann, und zwar nicht nur bei den A-cappella-Gesangseinlagen; auch sonst gibt es jede Menge tolle Remixes und Mash-up-Songs zu hören. Pitch Perfect ist eine charmante, unglaublich witzige Musik-Komödie mit sympathischen Figuren, schrägen Einfällen, einer gehörigen Prise Selbstironie und viel Herz. Da macht es gar nichts aus, dass das Ganze zum Teil recht vorhersehbar ist. Hauptsache, die Lacher und die Töne sitzen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

12.12.2012 / pps

Community:

Bewertung: 4.4 (59 Bewertungen)

 

 

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