Parasitic (2012)

Parasitic (2012)

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  2. 79 Minuten

Blu-ray-Review: Alles Mist! Alles Mist!

Muss ich sterben?
Muss ich sterben?

Zwei Fischer entdecken eines Nachts in der Tampa Bay einen Meteoriten, der auf die Erde zurast. Ohne das Wissen der Behörden verseucht ein ausserirdischer Parasit die örtlichen Fischbestände. Ein verseuchter Fisch gelangt in einen Take-Away und von dort als Sushi-Menu in den nahegelegenen Nachtclub. Gerade als die Band den letzten Song anstimmt und die wenigen Besucher den Club verlassen, gönnt sich Bardüse Val (Bianca Holland) den leckeren Happen. Nach dem Putzen der Bar rebelliert jedoch ihr Magen. Sie schafft es gerade noch auf die Damentoilette und erbricht merkwürdig dunkelgrünen Schleim.

Ja, du spielst auch schon ganz schlecht.
Ja, du spielst auch schon ganz schlecht.

Währenddessen warten die restlichen Mitarbeiter des Nachtclubs nur noch darauf, endlich nach Hause gehen können. Nur ist die Eingangstüre von Innen verschlossen und es stellt sich heraus, dass Val den einzigen Schlüssel hat. Eine Kollegin will ihr helfen und wird zum Opfer der bereits mutierten Bardame. Der Parasit hat einen neuen Wirt gefunden. Für die restlichen Clubmitarbeiter beginnt ein schleimiger Überlebenskampf...

So schrecklich banal sich die Zusammenfassung von Parasitic anhört, so hirnrissig ist auch die Umsetzung des Debütschlamassels von Tim Martin. Überraschenderweise hat Martin im Bereich Special-Effects bei unzähligen Hollywood-Blockbustern mitgearbeitet. Umso unverständlicher ist es nun, dass Parasitic Effekte an den Tag legt, die dem Niveau eines Zweitklässlers entsprechen und dem Horror nicht mal einen einzigen Stern schenken.

Man könnte sich mindestens eine trashigere Variante vom Themenverwandten Species erhoffen, welcher sich ja auch nicht durch grossartige Qualitätsmerkmale hervorgetan hat. Wenigstens bot Species Natasha Henstridge. Parasitic bietet grossbusige, nichtskönnende Pseudoschauspielerinnen, die sich mit aller Mühe einen Satz aus dem sonst schon infantilen Drehbuch merken können. Gerade bei Val (Bianca Holland) ist man sich nicht sicher, ob man vor ihren unechten Riesenbrüsten Angst haben soll oder vom Prometheus-ähnlichen Wurm, der aus dem Brustkorb herauswurmt und die Gruppe des Nachtclubs dezimiert.

Parasitic bemüht sich nicht einmal, wenigstens auf tiefstem Niveau ein bisschen anspruchsvoll zu sein. Neben den miesen Schauspielern und einer Story, die eigentlich gar keine ist, nerven eben auch die dümmlichen Special-Effects. Martin zaubert immer wieder den Wurm hervor, dann ein bisschen schwarzen Schleim und einen Parasiten, der entweder ganz im Dunkeln agiert oder einfach nur am Gesicht eines Charakters klebt. Das wirkt nach zwanzig Minuten dermassen hohl, dass man - ohne was zu verpassen - ruhig die Kleider bügeln oder den Fernseher abstauben kann.

Fazit: Parasitic ist ein klassischer Null-Sterner, weit entfernt von jeglicher Logik und ohne cineastischen Reiz. Es nützt eben nichts, bloss grosse, unechte Brüste auf den Bildschirm zu zaubern und ein allzu bekanntes Wurmmonster im Dunkeln lauern zu lassen. Da gehört schon ein wenig mehr dazu, Herr Martin.

Die Bildqualität auf der Blu-ray ist ein absolutes Desaster. Manchmal zu dunkel, körnig und sogar unscharf, dann wieder hell und farbenfroh. Ähnlich ist es mit dem Ton, der im englischen 5.1.-Original ungeniessbar abgemischt ist. Der Dialog ist teilweise unverständlich leise. Wahrscheinlich fand Tim Martin nicht einmal einen Making-of-Kameramann, denn von Bonusmaterial gibt es ausser ein paar Trailern nichts zu sehen.

/ woc