Omamamia (2012)

Omamamia (2012)

  1. 105 Minuten

Filmkritik: ..., mama mia, mama mia, let me go

Oma gibt Gas
Oma gibt Gas © Studio / Produzent

Oma Margherita (Marianne Sägebrecht) hat den Grossteil ihres Lebens in Kanada auf dem Land verbracht. Doch seit dem Tod ihres Ehemanns Loisl ist das Haus nach Ansicht ihrer Tochter Marie (Annette Frier) viel zu gross für die alte Frau, weshalb sie das Grundstück verkauft. Oma kann man dann ja im Altersheim unterbringen. Doch bevor es so weit ist, muss Oma noch schnell zum Papst nach Rom. Denn sie hat gesündigt und braucht den Segen des Papstes, um einen ruhigen Lebensabend geniessen zu können.

Als Marie die Reise nach Rom wieder einmal verschiebt und stattdessen einen Segen per Mail bestellt, reicht es Oma. Sie fliegt kurzerhand selbst von Kanada nach Rom und plant, bei ihrer braven Enkeltochter Martina (Miriam Stein) zu wohnen, die ihr Geld als katholisches Au-Pair-Mädchen verdient. Auf jeden Fall hat dies Martina ihrer Verwandtschaft glauben gemacht. In Wirklichkeit lebt sie mit dem Rocker Silvio (Raz Degan) zusammen und führt ein alles andere als christliches Leben.

Eigentlich hatte Marianne Sägebrecht ihre Karriere nach 62 Filmen und vielen TV-Auftritten beendet. Doch das Drehbuch zu Omamamia hat die 67-jährige dazu bewogen, den heissgeliebten Beruf nochmals aufzunehmen. Ob dann auch das gleiche Skirpt verwendet wurde, um zu drehen, ist nicht bekannt. Denn beim fertigen Film ist es schwierig herauzulesen, was daran so speziell gesehen sein soll.

Omamamia ist nämlich eine dieser SAT1-FilmFilm-Premieren, die früher auf dem deutschen Privatsender am Dienstagabend um 20:15 ausgestrahlt wurden: leicht überdrehte Charaktere, Situationskomik und ein von A bis Z vorhersehbarer Plot. Wenn die Oma in ein bayerisches Restaurant in Rom geht und dann dort wegen der Unfähigkeit des Küchenchefs selbst zu kochen beginnt, ist klar, worauf das Ganze hinausläuft. Es ist einer dieser Komödien, bei dem die Charaktere bei einem kleinen Erfolg zu lachen und tanzen beginnen und bei dem Glückskeks-Sätze wie "Wir sind eine Familie und bleiben eine Familie" fallen. Das macht doch Spass, nicht?!

Nein, tut es nicht! Der Film reisst nebenbei viel zu viele Handlungen an und überlässt es dann grosszügig dem Zuschauer, über die Plotlöcher hinwegzusehen. Mehr schlecht als recht werden die Beweggründe der Figur des Lorenzo aufgezeigt, welcher von Giancarlo Giannini (Casino Royale) dargestellt wird. Dieser will nämlich die lustige Oma zum Schein heiraten, wobei diese auch nach kurzem Zögern sofort dabei ist, obwohl dies so ziemlich gegen ihren Glauben verstösst. Sägebrecht ist die einzige, die mit ihrer Performance noch was aus der Geschichte rausholt. Das lustige Grosi nennt den Papst Sepp und beklebt bei Wandmalereien von nackten Frauen die für sie heiklen Stellen mit Bildern von Ratzinger.

Fazit: Omamamia ist trotz einer sympatischer Marianne Sägebrecht ein kleines Ärgernis. Die Witze zünden nicht, und es wird zu verkrampft auf Feel-Good-Komödie gemacht, sodass es schnell zu nerven beginnt. Da am Set zusätzlich nicht alle der deutschen Sprache mächtig waren, mussten einige Herren noch nachsynchronisiert werden, was befremdlich wirkt. Ein weiterer Indiz dafür, dass hier nicht viel zusammenpasst.

/ crs

Trailer Deutsch, 02:19