Lore (2012)

Deutschland, 1945: Als der Krieg zu Ende ist, werden die Eltern von Hannelore verhaftet. Die junge Frau selbst bleibt mit ihren vier jüngeren Geschwistern in Bayern zurück. Um eine Überlebenschance im zerstörten Deutschland zu haben, wollen sie sich nun zu ihrer Oma nach Hamburg durchschlagen.

Regie
Darsteller
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Genre
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Laufzeit
109 Minuten
Produktion
, , 2012
Kinostart
, - Verleiher: Look Now!
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Trailer Deutsch, mit französischen Untertitel, 02:14

Das Wandern ist des Müllers Lust

Deutschland, 1945: Als der Krieg zu Ende ist, werden die Eltern von Hannelore verhaftet. Die junge Frau selbst bleibt mit ihren vier jüngeren Geschwistern in Bayern zurück. Um eine Überlebenschance im zerstörten Deutschland zu haben, wollen sie sich nun zu ihrer Oma nach Hamburg durchschlagen.

Kommentare Total: 2

Granunaile

"Lore" ist einer der beeindruckendsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Es mag stimmen, dass der Film "nichts, dass man nicht eh schon weiss" erzählt. Dies wäre wohl 67 Jahre nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes auch etwas viel verlangt. Der Film zeigt aber mit teils harten Bildern auf, wie eine Generation von jungen Menschen - repräsentiert durch Lore und ihre Geschwister - mit dem Zusammenbruch eines gesellschaftlichen und politischen Weltbildes fertig werden muss. Im Gegensatz zur mittleren und älteren Generation haben die Teenager des Jahres 1945 das Weltbild der Weimarer Republik nicht erlebt oder zumindest nicht bewusst. Sie kennen nur das Weltbild des Unrechtsstaates und müssen diesen Unrechtscharakter zuerst erkennen. Wenn der Autor Jon bemängelt, dass die meisten Szenen in Wäldern gedreht wurde und spöttisch von "Forrestmovie" (in Anlehnung an "Roadmovie") spricht und er unterstellt, dass dies aus Spargründen geschah, so liegt er meines Erachtens falsch. Eine Flucht vom Schwarzwald zur Nordsee durch mehrere Besatzungszonen und an Zonengrenzstationen und Militärkonvois vorbei kann kaum auf offener Strasse erfolgen.
Der Film hat vordergründig das Überleben Jugendlicher und deren innere Auseinandersetzung mit dem untergegangenen Dritten Reich zum Inhalt. (Der Flyer zum Film zitiert treffend DRS2: "den inneren, persönlichen Kampf, die Auto-Entnazifizierung".) Doch sieht die australische Produzentin Cate Shortland durchaus auch die Geschichte ihrer eigenen Heimat, in welcher Rasse und Herrenmenschentum ebenfalls fatale Rollen spielten.
Die Hauptdarstellerin spielt eine verunsicherte und deshalb auch zum Teil ungelenke junge Frau. Sie spielt das so gut, dass offenbar Jon darauf hereingefallen ist, wenn er bemängelt, diese wirke streckenweise so, als ob sie gerade von der Schauspielschule käme.

[Editiert von Granunaile am 2012-10-19 15:16:30]

jon

Filmkritik: Das Wandern ist des Müllers Lust

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