Lay the Favorite (2012)

Lay the Favorite (2012)

  1. ,
  2. , ,
  3. 94 Minuten

DVD-Review: Von Nervtötern und imaginären Faustschlägen

I Need a Dollar.
I Need a Dollar. © Studio / Produzent

Beth (Rebecca Hall) hat ihren alten Job als Privatstripperin satt und macht sich auf den Weg nach Las Vegas, mit der Hoffnung ihren Traumberuf zu finden. Prompt lernt sie den erfolgreichen Glückspieler Dink (Bruce Willis) kennen, der nicht nur einen Haufen Geld besitzt, sondern auch genau weiss, wie man mit Wetten noch sehr viel mehr dazuverdient. Dink ist sofort begeistert von seiner Bekanntschaft und bietet ihr an, als Assistentin für ihn zu arbeiten. Freudestrahlend und blauäugig nimmt die junge Schönheit das Angebot an.

Moi je m'appelle Lolita
Moi je m'appelle Lolita © Studio / Produzent

Nicht sonderlich darüber erfreut ist Dinks Ehefrau Tulip (Catherine Zeta-Jones), die schnell bemerkt, dass Dink und Beth mehr als nur die Arbeit verbindet, und so stellt sie ihrem Ehemann ein Ultimatum: Beth oder sie. Gezwungenermassen muss Beth Las Vegas verlassen und beschliesst nach New York zu gehen, um dort in die illegalen Geschäfte von Rosie (Vince Vaughn) einzusteigen. Rosie schickt sie auf die Karibikinsel Curaçao, wo sie ein 'Wettbüro' leiten soll. Doch schon bald geht nicht nur auf der Insel alles schief, sondern auch ihrem Freund Jeremy (Joshua Jackson) droht Gefahr.

Der britische Regisseur Stephen Frears hat in seiner Karriere schon einige Preise gewonnen und wurde auch schon für den Regie-Oscar (The Grifters) nominiert. Seine Filme sind beliebt, und mit High Fidelity hat er sogar einen kleinen Kultfilm geschaffen. Mit Lay the Favorite präsentiert er uns nun sein neustes Werk. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Beth Raymer ist mit Rebecca Hall in der Hauptrolle, Bruce Willis, Catherine Zeta-Jones und Vince Vaughn in Nebenrollen sehr stark besetzt. Trotzdem ist Lay the Favorite eine herbe Enttäuschung und sorgt des Öfteren für Kopfschütteln.

Ausschlaggebend für den hohen Fremdschämfaktor ist Rebecca Hall, die als naiv-überdrehte Mittzwanzigerin zwar hübsch anzusehen ist, aber mit ihrer übertriebenen Art tierisch auf die Nerven geht. Das gestellte und völlig dämlich-klischeehafte Overacting nimmt der Hauptfigur jede Art von Sympathie. Doch damit ist längst nicht genug. Auch der Rest des Casts durfte mächtig Gas geben und Kasperlitheaterfiguren kreieren, die nicht nur völlig unglaubwürdig agieren, sondern auch absolut nicht zum Schauspieler passen. Der ständig aus der Haut fahrende Bruce Willis hat zwar seine Momente, doch meistens ist auch er erstaunlich peinlich. Dass Frears' Figuren eher satirischer Natur sind, hilft dem Ganzen auch nicht weiter, denn Charaktere auf solch tiefem Scary Movie-Niveau hätten nicht mal den Wayans-Brüder ein Grinsen entlocken können.

Richtig mühsam ist auch die Story, die sich ständig wiederholt und einen roten Faden vermissen lässt. Bereits der Anfang der Geschichte ist saublöd inszeniert und hätte auch gleich weggelassen werden können. Gegen Ende versucht man, die altbekannte Gaunerkomödie noch einmal aufleben zu lassen, doch dann ist es leider schon viel zu spät.

Fazit: Bei Lay the Favorite wird es so gut wie nie langweilig, was aber nicht damit zusammenhängt, dass der Film gut ist, sondern eher damit, dass man immer wieder neue idiotische Figuren entdeckt, die kaum schlechter in einen Film hätten integriert werden können. Stephen Frears' neuster Streich schafft es im Minutentakt zu nerven und sorgt dafür, dass man ständig im Boden versinken und der hübschen Rebecca Hall eine oder auch zwei scheuern möchte.

Die DVD besticht mit einem äusserst soliden, farbenprächtigen Bild und einem nicht negativ auffallenden Ton. Das DVD-Menu hingegen gehört wohl zum Schrecklichsten, was man jemals gesehen hat - so was führt garantiert zu Augenkrebs. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf den Trailer. Vielleicht besser so, denn mehr von Lay the Favorite will wohl echt keiner sehen.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. facebook
  4. Instagram
  5. Letterboxd