Kiss of the Damned (2012)

Kiss of the Damned (2012)

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  2. 97 Minuten

Filmkritik: Haus der Vampire

Extase zum Reinbeissen
Extase zum Reinbeissen © Studio / Produzent

In einer Videothek trifft die Vampirin Djuna (Joséphine de la Baume) auf den dunkelhaarigen Drehbuchautor Paolo (Milo Ventimiglia). Obwohl Paolo bald erkennt, dass sie bei sexueller Erregung anders reagiert als andere Frauen, lässt er sich auf den Koitus mit Djuna ein - und wird prompt gebissen und so selber zum Vampir. Zusammen leben sie fortan in Djunas luxuriösem Landhaus in Connecticut, wo eine Haushälterin tagsüber zum Rechten schaut.

Die Idylle wird gestört, als Djunas Schwester Mimi (Roxane Mesquida) zu Besuch kommt. Ihre unerschrockene Art macht Djuna Angst, und sie warnt Paolo vor ihren Eskapaden. Xenia (Anna Mouglalis), die Grande Dame des Vampir-Zirkels, dem alle Vampire angehören, beschwichtigt aber am Telefon und versucht Djuna zu beruhigen - ohne zu ahnen, zu was Mimi alles fähig ist.

Kiss of the Damned ist ein weiterer Beitrag zum gerade aktuellen Vampir-Hype. Der Erotik-Grusler von Xan Cassavetes, der Schwester von Nick (Alpha Dog), trägt aber leider nicht allzuviel Neues bei zum Genre, obwohl sich die Regisseurin doch einige Gedanken gemacht hat. Sie hakt die Grundthemen des Vampirismus schnell ab: das ewige Leben, die Konnotation des Bisses mit der sexuellen Lust, die dadurch entstehenden Beisshemmungen. Aber wenn Paolo und Djuna mal als Paar etabliert sind, folgt so ziemlich jedes Versatzstück aus anderen Vampirfilmen: eine Verfolgungsjagd unwissender Opfer im Wald; der Kampf gegen das Sonnenlicht; das "Vernaschen" einer Partybekanntschaft. Auch dass es sich bei den hier beschriebenen Vampiren um eine elitäre Bourgeoisie handelt, welche ihr Handeln an gediegenen Partys mal philosophisch hinterfragt ("Sind nicht alle Menschen mehr oder weniger Monster?"), ist nicht unbedingt neu.

Alles ist aus einer eher weiblichen Perspektive konzipiert. Milo Ventimiglia wurde vor allem wegen seiner Qualitäten als Eye Candy gecastet und ist im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Lustobjekt. Die drei Hauptdarstellerinnen sind selbstbewusst und sexy. Dass die Französinnen de la Baume und Mesquida und die Italienierin Mouglalis für diesen in englischer Sprache gedrehten Film nicht in der Muttersprache sprechen dürfen, schmältert aber das Vergnügen. Ihre Stimmen wirken steif, und man wird an schlechte Synchros erinnert. Mesquida, den Schweizern bekannt als Sennentuntschi, scheint ausserdem das Go-To-Girl zu werden, wenn es um die etwas wilden und freizügigern Rollen im Weltkino geht. So hat sie auch hier ihren obligaten Nacktauftritt. So wird aus Kiss of the Damned leider nur ein Zwitter aus softerotischer Frauenliteratur und muffigen Vampir-Film aus den Achtzigern. Am interessantesten ist noch der Soundtrack. Einige Songs errinnern an alte Horrofilme aus dem Siebzigern, die man heute gerne als Easy Listening abtut.

Fazit: Wenig Neues unter der Mondlicht. Der Film ist in etwa so lau, wie sein generischer Titel es verspricht. Ein sexy Cast macht noch keinen guten Film. Vor allem das schlechte Schauspiel und die aufgewärmten Klischees machen diesen Vampirfilm blutleer.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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Kommentare Total: 2

db

Unmotivierter Vampirstreifen, der sich von einer Sex-Szene in die nächste hangelt, über die ganze Laufzeit schwerfällig dahindümpelt und ansonsten kaum etwas mehr bietet. Politisches wird zwar gestreift, aber letztendlich kaum vertieft. So bleibt es bei einigen schönen Frauen die sich mit Frischfleisch vergnügen und das reicht einfach nicht aus um in dem ausgelutschten Genre hervorzustechen oder irgendwie zu überzeugen.

rm

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Trailer Englisch, 02:30