John Carter (2012)

John Carter (2012)

John Carter: Zwischen zwei Welten

Blu-ray-Review: Begegnung der muskulösen Art

"Die sind grün vor Neid, höhö!" - "5 Stutz ins Dumme-Sprüche-Kässeli!"
"Die sind grün vor Neid, höhö!" - "5 Stutz ins Dumme-Sprüche-Kässeli!" © Walt Disney Studios Schweiz

John Carter (Taylor Kitsch) aus Virginia kämpfte einst für die Südstaaten im US-Bürgerkrieg und hat als Schatzsucher ein stattliches Vermögen angesammelt. Als er unerwartet stirbt, erbt sein Neffe Edgar Rice Burroughs (Daryl Sabara) seinen Besitz; darunter ein Buch, aus dem er die Lebensgeschichte seines Onkels erfährt.

Dreizehn Jahre zuvor: Auf der Flucht vor Indianern gelangt John in eine Höhle voller Gold, wo ihn ein Unbekannter angreift und er plötzlich wegtransportiert wird. Er landet in einer öden Wüste, wo ihm auf einmal riesige Sprünge möglich sind und er bald von einer Gruppe grünhäutiger, vierarmiger Tharks gefangengenommen wird. Tars Tarkas (Willem Dafoe), Jeddak (König) der Tharks, verschont John und möchte den Fremden mit den enormen Kräften zu seinem Verbündeten machen. Doch dieser ist kampfesmüde und lehnt ab.

Das ist kein Rock, das ist eine Kampftoga!
Das ist kein Rock, das ist eine Kampftoga! © Walt Disney Studios Schweiz

Aber die seltsame Welt ist längst im Krieg: Der machthungrige Sab Than (Dominic West), Jeddak von Zodanga, will das Volk von Helium vernichten, falls ihn die schöne Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins) nicht heiratet. Dejah flieht und wird bei einem Angriff der Zodonga von John gerettet. Mit ihrer Hilfe entdeckt John, dass er nicht mehr auf der Erde, sondern auf Barsoom ist - dem Mars. Während er versucht, einen Weg zurück zur Erde zu finden, plant eine weitere Macht im Verborgenen den Untergang aller Marsbewohner...

Wenn man für einen Film ein geschätztes Budget von 250 Millionen Dollar auftreiben kann, dann erwartet man einen riesigen Kinohit. Vielleicht mehr, aber sicher nicht weniger. Die Disney-Studios setzten ihre Hoffnungen in die Produktion John Carter, dessen Geschichte ja immerhin von Tarzan-Erfinder Edgar Rice Burroughs stammt. Dass man aber an den Kinokassen eine Bruchlandung hinlegen würde, damit konnte wohl niemand rechnen. Dabei ist John Carter gar nicht so schlecht, wie man glauben möchte.

Die Story des Offiziers, der sich plötzlich auf dem Mars wiederfindet und dort zur entscheidenden Person in einem Krieg wird, ist nicht besonders innovativ, wird aber durch tolle Landschaftsaufnahmen, ein paar gelungene Spezialeffekte und viel Action (gegen Schluss) aufgeblasen. Das ergibt zwar viel für's Auge (und die Ohren), macht aber den Eindruck, dass man die Story künstlich in die Länge ziehen wollte. So dauert das Abenteuer dann auch über 130 Minuten und bietet immer wieder Leerlauf, wenn Carter sich der (wunderschönen) Prinzessin nähert oder es sonst irgendwas zu bequasseln gibt.

Als Hauptdarsteller hat man sich mit Taylor Kitsch (Battleship, X-Men Origins: Wolverine) einen Posterboy ins Boot geholt, der hier vor allem durch seine Bauchmuskeln und wehenden Haare glänzt. Noch schöner kommt dafür Lynn Collins (auch sie war in X-Men Origins: Wolverine engagiert) daher. Allein ein Blick in ihre Augen und man(n) läuft Gefahr zu versinken. Nebenbei spielen auch noch Willem Dafoe oder Mark Strong mit. Ersterer ist aber als Alien nicht zu erkennen, und der andere wird leider verbraten. Schade.

Fazit: John Carter gefällt als simpler Abenteuerfilm und punktet mit schönen Aufnahmen und fremden Gestalten. Wer auf Inhalt setzt oder gar eine spannende Story sucht, ist hier fehl am Platz. Alle anderen erwartet ein optisch aufregendes, aber inhaltlich halt doch sehr einfaches Abenteuer.

Die Blu-ray von John Carter bringt die starken Farben und Weiten der fremden Welt optimal zur Geltung. Sehr schöne Aufnahmen, glasklares Bild und wuchtiger Sound lassen die Zuschauer fast selber Teil dieses Abenteuers werden. Der bombastische Sound, die Massenszenen oder die grossen Actionsequenzen werden wunderbar umgesetzt und machen die gute Stube zum Heimkino.

Auch in Sachen Bonusmaterial kriegen Interessierte einiges geboten. Sei es ein Bericht über Edgar Rice Burroughs und dessen Bücher oder ein klassisches Making-of, das uns hinter die Kulissen der Produktion gucken lässt. Dazu sind noch einige Pannen am Set abrufbar und eine Handvoll entfallener Szenen (z. B. ein alternativer Anfang) werden ebenfalls gezeigt. Wer damit noch nicht genug Informationen aufgesogen hat, stellt am besten den Audiokommentar des Regisseurs und zweier Produzenten ein, der noch einmal zusätzliche Informationen über die Dreharbeiten und die Geschichte liefert.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 21

Benster

Ich fand den Film hervorragend - sicherlich einer der besten Science Fiction-Fantasy-Filme. Dank mehr Humor, weniger plumpem Moralismus und mehr Selbstironie für mich auch klar besser als Avatar. Das Drehbuch war gut, das Ende genial.
In der Darstellung des Konflikts zwischen den Völkern auf dem Mars schwächelt der Film etwas, v.a. weil er zu stark nur auf die Hauptperson fokussiert, wodurch alle anderen zu unbedeutenden Nebendarstellern degradiert werden. Ärgerlich sind die gigantischen Sprünge, die Carter vollführen kann: Dass er gleich zu Superman mutiert, nur weil der Mars ein bisschen weniger Gravitation aufweist, ist eine unnöttige und schlicht doofe Idee. Dafür gibts einen Stern Abzug.

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Weitaus besser als erwartet. Der Film punktet mit imposanten Bildern, teils sehr starken Effekten und einem guten Ende. Abzüge gibt es für die holprige Story und ein paar zu oberflächlichen Protagonisten.

3.5 Sterne

Ghost_Dog

Ziemlich schnarchige Sache, und die "Liebesszenen" (schmachtschmacht) wirkten irgendwie wie zum fremdschämen... NAJA. Storyidee eigentlich i.O. Umsetzung aber SEHR durchschnittlich...

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