James Bond - Skyfall (2012)

James Bond - Skyfall (2012)

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  3. 143 Minuten

Filmkritik: Happy Birthday, Mr. Bond

Der im Schatten agiert
Der im Schatten agiert © 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

James Bond (Daniel Craig) steht vor einer harten Knacknuss: Eine mobile Datenbank mit Bildern und Namen aller Undercoveragenten ist gestohlen worden, und die muss er sich nun mit Hilfe von Eve (Naomie Harris) wieder beschaffen. Der Einsatz geht allerdings gründlich schief, denn als M (Judi Dench) den "Shoot to Kill" befiehlt, trifft Eve Bond, der von der Brücke ins Wasser fällt. Ist 007 tot? Chef M beginnt auf alle Fälle schon mal, den Nachlass des verstorbenen Agenten zu regeln und die Todesanzeige zu schreiben.

Das Auto! Schaut auf das Auto!
Das Auto! Schaut auf das Auto! © 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Bilder der entlarvten Agenten tauchen nun im Internet auf, und auf das Hauptquartier des britischen Geheimdienstes wird ein folgenschwerer Anschlag verübt. M gerät ins Visier der Politiker. Hat sie ihren Laden noch im Griff? Gareth Mallory (Ralph Fiennes), ein hoher Regierungsangestellter, legt ihr den Ruhestand nah. Und nicht nur ihr, denn als James Bond wieder auftaucht, ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Dieser macht sich allerdings auf die Jagd nach den Daten und trifft dabei auf Raoul Silva (Javier Bardem), der einen persönlichen Rachefeldzug gegen England, den MI-6 und, vor allem, gegen M plant. Bond wird zu seinem Spielball, als er seine perfiden Pläne in die Tat umsetzt.

Vor 50 Jahren startete die Filmreihe rund um James Bond mit dem Abenteuer Dr. No - damals noch mit Sean Connery in der Hauptrolle und "Ursi National" Ursula Andress im Bikini. Diese Zeiten sind vorbei. Und wie es Q im Jubiläumsbond Skyfall ausdrückt, sind das auch die Zeiten der explodierenden Schreibstifte. Der Bond zum Geburtstag, unter der gelungenen Regie von Sam Mendes gedreht, wird einerseits zum Nostalgietrip, andererseits zum hervorragend inszenierten Spektakel, bei dem auch Witz und Gefühl nicht zu kurz kommen.

Bereits nach dem Logo des Filmstudios geht's ans Eingemachte. Bond kämpft sich wie üblich durch einen Vorspann, bevor das Thema von Adele eingespielt wird. Und wer nun denkt, dass sich Bond in einem Sumpf von Action und Bum-Bum versenken lasse, täuscht sich. Natürlich wird geschossen, die Verfolgungsjagten mit Töff und Auto sind stark umgesetzt, und Daniel Craig ist so weit wie nie entfernt von einem aalglatten Bond wie Pierce Brosnan. Er gibt den Agenten stark, tough, aber auch verletzlich und unsicher. Starke Vorstellung. Aber natürlich das sind alles nur Beilagen zu einer Geschichte, die auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär klingt, aber halt doch von enorm guten Schauspielern getragen wird.

Wer Javier Bardem (No Country for old Men) verpflichtet, holt sich Klasse an Bord. In seiner Rolle als Bösewicht geht der Spanier total auf und findet die optimale Mischung zwischen lustig und gefährlich. Da hat sich wohl jemand von Heath Ledger und dessen "Joker" inspirieren lassen. Neben ihm gibt es allerdings noch viele weitere schauspielerische Highlights, die dem Zuschauer ein Lächeln aufs Gesicht zaubern; unter anderem von Ralph Fiennes, "Q" Ben Whishaw und natürlich der im Mittelpunkt der Geschichte stehenden Judi Dench.

Wer das Haar in der Suppe sucht, wird natürlich auch bei Skyfall fündig. Einige Szenen sind zu lang geraten, die Filmdauer mit 143 Minuten setzt gutes Sitzfleisch voraus, und das grosse Finale hätte man sich auch ein bisschen bombastischer vorgestellt - halt à la Classic-Bond, wenn man schon die Jubiläumsausgabe vor sich hat.

Fazit: Über Skyfall gibt es enorm viel Positives zu berichten. Anspielungen an vergangene 007-Abenteuer (Aston Martin!) mischen sich immer wieder in die Story und machen den Film zum fast rundum gelungenen Ereignis. Dazu tolle Darsteller, gute Action und überraschend viel (britischer) Humor, der das Publikum immer wieder zum Lachen anregt - das Gesamtpaket passt, und die Reihe darf gern in dieser Art und Weise weiter gehen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 35

somboun

Endlich eine richtige Bedrohung für Bond! Bardem als Bösewicht fand ich toll. Auch in der Kindheit von Bond zu schnüffeln war interessant. Einer der besseren neuen Bonds.

db

Nachdem ich nun alle Bondfilme am Stück durchgeschaut habe, ist es schon faszinierend, welche aus der Masse herausgestochen und welche abgestürzt sind. Erst Casino Royale konnte mich wirklich überzeugen, da sie sich wirklich bemühten, einen Film mit Tiefe abzuliefern und nicht immer das gleiche Gedöns nach dem ausgelutschten Schema. Endlich hatte das Bond-Girl wirklich Charakter und war nicht nur eine Matratze, die durch das Bild wanderte. Mit Eva Green hatten sie zudem eine grossartige Schauspielerin, welche Bond wirklich in die Schranken weisen konnte. Nach dem wirklich schlechten Quantum of Solace war ich durchaus gespannt, was Skyfall bieten würde, denn die Erwartungen waren hoch.

Skyfall erinnert von der Handlung her an Filme wie Iron Man. Dort war der Gegner wie auch die Handlung rein Backdrop um die Charakterentwicklung von Tony Stark zu erzählen. Dies ist hier nicht anders. Der Blondschopf, der mit seinem Joker getue rasch auf die Nerven geht, sowe seine Hackerattacke auf MI6 wirken arg konstruiert und wer sich etwas in IT auskennt, wird manche Male Schmunzeln müssen. Was die hier abfackeln erinnert eher an Passwort: Swordfish als an Realität. Von dem her hätten sie sich eher an 24 orientiert, dort war die IT wenigstens annähernd glaubhaft. Neben dem hat mich an Skyfall primär das generft, was ich 22 Mal zuvor gesehen habe. Das Grundlose herunterspulen von ach so Exotischen Schauplätzen und das Abarbeiten von den üblichen Matratzen. Alles schon gesehen und durchgekaut, aber das muss wohl geliefert werden um die Bond-Fangemeinschaft zu beruhigen. "Das ist Bond das muss so sein!"

Gut fand ich an der Geschichte all das, was ich in den bisherigen Vermisst habe. Bond erhält zum ersten Mal wirklich ein Gesicht, eine Geschichte, ein Profil, das ihn interessant macht. Ein Blick in die Vergangenheit und wie er wirklich Tickt. Dies in Kombination mit dem wohl besten Bond-Girl bisher - Judi Dench - wird ein Bond geboten, der für einmal auch auf Psychologischer Schiene funktioniert und auch ohne viel Explosionen einen dichten Film bieten kann. Zusammengeflochten mit der immer rasanter moderner werdenden Welt, wo kaum noch etwas unbemerkt bleibt, wurde hier ein sehr interessanter Kontrast gefunden, in der James Bond zum einen wie ein Dinosaurier wirkt, aber immer noch seine Berechtigung hat.

Fazit: Skyfall ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Neben Casino Royale war es für mich der Bond, der wirklich mit einem Emotionalen Kern arbeitet und genau deswegen auch so gut Funktioniert. Bond muss sich neu positionieren, wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert und auch sonst versucht er von der Erzählstruktur neue Wege zu finden. Ähnlich wie bei Casino Royale erweckt Skyfall den Eindruck als ob er deutlich mehr ist, als nur eine Megaproduktion mit viel Kollateralschaden. Leider schleppen sie aber immer noch viel Bondklischees mit sich rum, und obwohl einiges hier als Joke herhalten muss - Stichwort explodierender Stift - werden sie anderes nicht los, was inzwischen doch eher lächerlich wirkt. Dies mit der gesuchten und unnötig verschachtelten Story sowie dem nervendem Blondschopf war letztendlich der Grund, warum ich hier nicht vollständig begeistert war. Bin jedenfalls gespannt, ob sie die Balace im nächsten besser finden.

4.5

daw

Wow, ich kann die Blu-ray-Kritik so absolut unterschreiben. Könnte von mir sein! :-)

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