La fille de nulle part (2012)

La fille de nulle part (2012)

  1. 91 Minuten

Filmkritik: Es spukt in meinem Haus

Ein neuer Freund
Ein neuer Freund © Studio / Produzent

Seit dem Tod seiner Frau lebt der pensionierte Mathematikprofessor Michel (Jean-Claude Brisseau) alleine in seiner grossen Altbauwohnung. Er ist gerade dabei, Schriften aus einem Essay über Volksglauben im Alltag zu lesen, als er vor seiner Haustür komische Stimmen vernimmt. Eine junge Frau Namens Dora (Virginie Legeay) wird von einem unbekannten Mann verprügelt. Michel eilt ihr zur Hilfe und verscheucht den Übeltäter. Schnell wird klar, dass Dora obdachlos ist - ihre Eltern sind vor längerer Zeit bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Engel auf Erden?
Engel auf Erden? © Studio / Produzent

Die junge Frau darf bis zu ihrer Genesung bei Michel bleiben. Als sie wieder zu Kräften kommt, stöbert sie in seinen Sachen herum und entdeckt, dass er daran ist, ein Buch zu schreiben. Michel ertappt sie beim Schnüffeln und nervt sich über ihr respektloses Benehmen. Schon bald regt er sich jedoch ab und bittet sie, ihm bei seinen Schriften zu helfen. Eine innige Freundschaft beginnt, und die beiden philosophieren, diskutieren und verbringen viel Zeit miteinander. Dora gibt ihm häufig Ratschläge für sein Buch. Seit sie jedoch in der Wohnung ist, passieren unerklärliche Dinge: Objekte verschieben sich grundlos vom Platz, komische Gestalten huschen durch die Gänge und seltsame Geräusche machen sich hörbar.

Frankreich ist für weit bessere Filme bekannt als La fille de nulle part. Die Geschichte schleicht sich schleppend voran und ist nicht gerade spannend. Denn ausser zwei philosophierenden Personen bietet der Film nicht gerade viel. Und auch die Gespräche gehen einem mit der Zeit auf die Nerven. Dora und Michel reden über Philosophen, sein Buch und ab und zu auch über ihre verstorbenen Familienmitglieder. Und obwohl die Protagonisten ganze 91 Minuten lang reden, ist der Zuschauer am Schluss trotzdem nicht weiser.

Aus dieser Geschichte wird man einfach nicht schlau: Geht es nun um das Schicksal einer jungen Frau (Virginie Legeay), deren Familie bei einem Autounfall gestorben ist, oder um philosophische sowie mystische Schriften? Die Geschichte lässt Fragen offen, und die Handlung ergibt keinen Sinn. Was wollte der Regisseur Jean-Claude Brisseau damit wohl bezwecken?

Zudem sind die komischen Gestalten im Haus einfach nur lächerlich. Spätestens als eines dieser Wesen mit einem Messer in der Hand aus einem Putzschrank herausspringt, kann man sich sein Lachen nicht mehr verkneifen; nicht etwa, weil die Szene amüsant und gut umgesetzt ist, sondern weil sie lächerlich und mit dem Rest der Geschichte absolut nicht zusammenhängend ist. Die Gestalt kommt nichtsagend daher. Für kurze Zeit fragt man sich sogar, ob es sich hier um einen Schnittfehler handelt. Doch dieses Horror-Movie-Element scheint das Highlight in Brisseaus Geschichte zu sein, denn die Figuren tauchen immer wieder auf.

Fazit: Wer sich die Zeit mit lausigen Figuren und einem ebenso komischen Inhalt vergeuden will, kann sich den Film durchaus anschauen. Eins ist jedoch sicher: Man kommt garantiert enttäuscht aus dem Kino heraus und wird sich nicht mehr so schnell einen Film von Jean-Clause Brisseau anschauen wollen.

/ dsa