Du hast es versprochen (2012)

Du hast es versprochen (2012)

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  2. 102 Minuten

Filmkritik: Bäbi Buh

Hat's ein Monster unter dem Bett?
Hat's ein Monster unter dem Bett? © Studio / Produzent

25 Jahre, nachdem sich Hanna (Mina Tander) und Clarissa (Laura de Boer) im Kindergartenalter aus den Augen verloren haben, treffen sich die beiden Mitdreissigerinnen zufällig wieder. Hanna ist eine erfolgreiche Ärztin in Deutschland und behandelt das Model aus England nach einer Überdosis Tabletten. Man versteht sich immer noch prächtig, und weil Hannas Ehe mit Johannes (Clemens Schick) gerade kriselt, reisen die zwei zusammen auf die Insel, wo sie als Kind schon waren. Der guten alten Zeit wegen.

Hanna wird dort jedoch bald von Albträumen heimgesucht. Eine Ruine im Wald, in der Hanna und Clarissa als Kind spielten, übt eine mysteriöse Faszination auf sie aus. Sie erfährt, dass Maria, eines der Gschpänli der beiden von damals, spurlos verschwunden ist. Hanna kann sich dunkel an das Mädchen erinnern. Als es ihr aber in Visionen wieder erscheint, wird es ihr angst und bange, und sie möchte schnell wieder weg von der Insel.

Du hast es versprochen, der Debüt-Film der Deutschen Alex Schmidt, unterwirft sich ganz den Genre-Konventionen des Psychothrillers. Gfürchige Mädchen mit Zöpfen, dunkles Gehölz, enigmatische Hinterwäldler mit bösem Blick und entsprechend laute Ausschläge auf der Tonspur lassen einen wahlweise aufschrecken oder leicht gruseln. Die Blutwunden, das Setdesign und die Darsteller sind alle auf ihre Art schick, aber etwas wesentlich Neues ist von diesem Film nicht zu erwarten. Schon 24 Stunden nach der ersten Sichtung haben sich die eigentlich guten Eindrücke alle verflüchtigt, und es bleibt nur die Erinnerung an eine dieser finalen Wendungen, die bei diesen Genre-Filmen eigentlich nur dann überraschend sind, wenn sie für einmal ausbleiben.

Der Film ist märchenhaft und mädchenhaft zugleich. Wie ein Märchen wirken die Bilder bei der Umsetzung des kindlichen Miteinanders. Wie von einem Mädchen sind die Gemeinheiten, die sich die Kinder im Film antun. Man sagt ja öfter, dass Mädchen perfider zu Werke gehen beim Plagen. So ist es die psychische Gewalt, die am Ende von Du hast es versprochen der physischen überlegen ist. Fighting like a girl halt.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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Kommentare Total: 2

yan

Übel konstruierter und langweiliger Psychothriller, der mit allen Mitteln versucht ein Horrorfilm zu sein. Ein paar nette Effekte und viel Leise/Laut-Passagen reichen halt nicht aus, um den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Eigentlich wäre das hier auch nicht nötig gewesen, denn die Geschichte wäre gar nicht so schlecht. Leider ist Forgotten dermassen bemüht, dass er sich dabei selbst sein Grab schaufelt.

rm

Filmkritik: Bäbi Buh

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