The Dictator (2012)

The Dictator (2012)

  1. 83 Minuten

Filmkritik: Demokratie für alle! Oder?

Jubelt mir zu, ihr Nichtsnutze!
Jubelt mir zu, ihr Nichtsnutze! © Paramount Pictures

Im Norden Afrikas liegt die glorreiche Republik Wadiya. Die Menschen werden von einem Diktator namens Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen) beherrscht. Er, natürlich immer nur zum Wohl seines Volkes handelnd, leistet sich jeglichen Luxus, poppt die Stars der Welt für Geld und fühlt sich nachts einsam, weil niemand mit ihm kuscheln will. Trotzdem lässt er Leute reihenweise köpfen und hat nun die grosse UN gegen sich. In New York soll Aladeen vor die Welt stehen und einen Vertrag unterschreiben, der sein Land zu einer Demokratie machen soll.

Schnipp Schnapp und zwar sofort!
Schnipp Schnapp und zwar sofort! © Paramount Pictures

In New York angekommen, wird Aladeen entführt und seines wertvollsten Gutes beraubt - seinem Bart. Haarlos und in Unterwäsche muss er zuschauen, wie sein Sekretär (Ben Kingsley) ein Double organisiert hat, welches anstelle Aladeens die Zeremonie abhalten soll. Mit Hilfe des "Hobbits mit kleinen Brüsten", der Weltverbessererin Zoe (Ana Faris), will der einst so mächtige Leader seinen Posten zurückholen und die aussterbende Rasse der Diktatoren retten.

Regisseur Larry Charles dreht mit Vorliebe mit Schauspieler Sacha Baron Cohen. Mit Borat hat die Zusammenarbeit begonnen, mit Brüno ging es eine Runde derber und jetzt kommt mit The Dictator der dritte Streich. Und einmal mehr zielt der Mann, der schon mit Religulous keine Gnade kannte, mit erstaunlicher Genauigkeit unter die Gürtellinie. Zur grossen Überraschung der Zuschauer sitzen die Witze aber und lassen manche Szene mit grossem *Autsch* begleiten. Heftig, deftig zwar, aber abgefahren von Anfang bis Schluss.

The Dictator beginnt gnadenlos und fährt bereits in den ersten paar Minuten allen an den Karren, die er finden kann. Politische Unkorrektheit wird zelebriert, Stars durch den Kakao gezogen und Sacha Baron Cohen legt ein ungeheures Tempo vor, das dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen lässt. Dass der Film den Humorlevel nicht durchhalten kann, war zu erwarten. Denn wenn der erste Klamauk geschafft ist, versucht Regisseur Charles tatsächlich, eine Geschichte zu erzählen.

Für die Story braucht Cohen einen weiblichen Co-Star, den er mit Ana Faris (Yogi Bear, Scary Movie 4) auch bekommt. Die Dame mit der schlechten Frisur und den aufgespritzten Lippen hat allerdings in keiner Weise das Unterhaltungspotenzial des Hauptdarstellers. Im Gegenteil. Ihre aufgedrehte Art nervt und lässt den Film zwischendurch ins Stocken geraten. Glücklicherweise holt sie unser Dictator mit seinen Beleidigungen immer wieder auf den harten Boden der (witzigen) Realität zurück.

Als Running-Gag kriegen wir übrigens einen Diplomaten zu sehen, der eine ganz bestimmte Art von Sammelleidenschaft hat und dabei auch einem gestandenen Hollywoodstar einen Kurzauftritt vergönnt. Wer das ist und um was es geht? Tja, Film gucken. Dann wird's klar ...

Fazit: The Dictator macht unheimlichen Spass, ist aber natürlich absolut Geschmacksache. Die Witze sind derb und verletzend und Grenzen scheint man hier nicht zu kennen. Trotzdem, wer sich drauf einlässt und sich unterhalten lassen will, der darf sich auf knappe 90 Minuten freuen, die es in sich haben und auch mal weh tun. Aber das tut das Zwerchfell beim Abspann auch!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 16

yan

DVD-Review: Dieser Film ist richtig Aladeen!

Jugulator

Nach dem einigermassen witzigen Trailer war ich enttäuscht dass ich nicht öfters lachen konnte. Oder muss man etwa stockbesoffen sein um sowas lustig zu finden ?

El Chupanebrey

Zitat VesperLynd89 (2012-06-06 13:05:00)
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In seiner euphorischen Rede über die Vorteile einer Diktatur steckt eindeutig Kritik an der US-Politik.

Ist ja auch ganz schwer zu erkennen. 😉

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