Dead Fucking Last (2012)

Dead Fucking Last (2012)

  1. ,
  2. 95 Minuten

Blu-ray-Review: Viva la Velolución

Sieht nach Regen aus...
Sieht nach Regen aus...

Bei Tom (Michael Neuenschwander), Ritzel (Markus Merz) und Andi (Mike Müller) läuft alles rund, denn alles dreht sich ums Rad. Seit über zwanzig Jahren führen sie erfolgreich das Zürcher Velokurier-Unternehmen "Die Genossenschaft". Der chaotische, aber sehr unabhängige Arbeitsalltag entspricht genau dem Lebensstil der drei Kumpel und ist seit jeher ihre grösste Leidenschaft. Weil ihr Service bekannt und exklusiv in der Stadt ist, stand dem Traum auch finanziell nie etwas im Weg.

"Welles Chnöpfli musi ez drucke?"
"Welles Chnöpfli musi ez drucke?"

Als sich plötzlich Konkurrenz auf dem Markt bemerkbar macht und diese auch noch mit strategischem Marketing Kunden abwirbt, sieht's für die Genossen wirtschaftlich nicht mehr so rosig aus. Die weibliche und up-to-date Version ihrer Idee punktet mit neustem technischen Equipment und Sexappeal. Die Jungs kämpfen gegen die "Verweltlichung" ihrer Leidenschaft, und dies auf ihre ganz eigene Art.

"Mir sind die Letschte..." trällert's während des Intros von Dead Fucking Last aus den Boxen. In Walter Feistles Erstling treten anstelle von knackigen Studenten Michael Neuenschwander, Mike Müller (wer hätte es gedacht) und Markus Merz in die Pedale. Obwohl schnittig und hip produziert, entblösst die Velokurier-Komödie auf den zweiten Blick vor allem eines: Angst vor Neuem. Und so ist einmal mehr ein weiterer Schweizer Film zur Oberflächlichkeit verdammt.

Obwohl die Velokurier-Branche storytechnisch für Abwechslung sorgt, legt Uwe Lützens Drehbuch viel Gewicht auf die Charaktere. Neuenschwander, Müller und Merz geben die alternden Kollegen, welche sich im Strassennetz von Zürich blind auskennen, bei Themen wie Kindererziehung, Verantwortungsbewusstsein oder Liebesbeziehungen aber ziemlich einstecken müssen. Grosse Lücken entstehen bei ihren Dialogen, welche - ebenfalls ein bekanntes Problem beim Schweizer Film - vielfach "geschrieben" wirken. Dass Mike Müller dazu noch einen Züri-Dialekt aufsetzen muss, ärgert den Zuschauer. Und Neuenschwanders Schauspiel reicht einfach nicht, um den Hauptcharakter einen ganzen Spielfilm lang authentisch tragen zu können. Da wirken doofe Sprüche oder entblösste Männerfüdlis in der Sihl geradezu erleichternd.

Produktionstechnisch kann man dem Film nicht viel anhaben. Audiovisuell mag die Komödie durchaus überzeugen. Einzelne Szenen auf den Bikes wirken fast wie ein Bilderrausch. Dass heute mit weniger Equipment eine angemessene Qualität erreicht werden kann, kommt der Schweizer Filmkultur im Hinblick auf die schwierige Finanzierungssituation ziemlich entgegen. Daher ist es umso unverständlicher, warum man sich nicht mit einer originellen Story aus den Fesseln reissen will. Dead Fucking Last geht den sicheren Weg, vermeidet Überraschungen, präsentiert Klischee-Figur um Klischee-Figur und verdirbt sich so den eigenen Spass. Der Film ist vorhersehbar bis zur letzten Minute, was ihm schliesslich den Drive nimmt.

Fazit: Walter Feistles Erstling ist eine weitere Schweizer Komödie, die zwar gute Ansätze zeigt, diese diese aber mit zuwenig Mut zu Neuem wieder über den Haufen wirft. Ein paar bekannte Gesichter, ein netter Soundtrack und eine Velotour durch die Nebenstrassen von Zürich reichen einfach nicht, um sich viele Sterne zu ergattern.

Die Blu-ray besitzt eine gute Bild- und Audioqualität. Auf der Disc ist keine Synchrospur enthalten. Man muss also Schweizerdeutsch verstehen können. Das Bonusmaterial verleitet zum Gähnen, denn ausser einem Trailer, einem Teaser und ein paar gelöschten Szenen gibt's nix zu sehen.

/ woc

Kommentare Total: 14

El Chupanebrey

hasdf

Besten Dank an ALLE BETEILIGTEN!
Sie haben soeben an einer Recherche für Interaktives Projekt teilgenommen.
Was kann ein einzelnes Wort im virtuellen Raum auslösen!

hasdf

Was? wer? wo?
vielleicht bin ich zu dumm?
das mit dem erwachsen sein finde ich gut?
outnow feelancer - halloooo! oder nicht?

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