The Cabin in the Woods (2012)

The Cabin in the Woods (2012)

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  2. 95 Minuten

Blu-ray-Review: Let's get this party started

Wo bitte geht's zum Stadion?
Wo bitte geht's zum Stadion? © Rialto Film AG

Die fünf Freunde Curt (Chris Hemsworth), Dana (Kristen Connolly), Jules (Anna Hutchison), Marty (Fran Kranz) und Holden (Jesse Williams) planen einen ganz speziellen Weekendtrip: Curts Cousin beitzt nämlich ein Haus, welches sie besuchen wollen. Endlich mal wieder für sich sein und so richtig feiern ist der Plan. Doch als sie das Anwesen nach einer langen Autofahrt endlich finden, ist die Ernüchterung gross: Die "Hütte" ist nämlich tatsächlich eine Hütte. Genauer gesagt eine ruinenartige Waldhütte, die abgelegen im dunklen Schatten der dichten Bäume steht. Ganz heimelig sieht es hier nicht aus: Knarrende Fussböden und unheimlich skurrile Gemälde an den Wänden begrüssen die muntere Truppe. Doch sie lassen sich dadurch den Spass nicht nehmen und richten sich im Gruselhaus ein.

Im Dunkeln ist gut munkeln
Im Dunkeln ist gut munkeln © Rialto Film AG

Als sich die Jungs und Mädels gerade mit einer Runde "Truth or Dare" vergnügen, springt urplötzlich eine Türe im Boden auf, die in den dunklen Keller führt. Natürlich lässt es sich die neugierige Gruppe nicht nehmen, die dunkle Treppe hinunterzusteigen und das Gewölbe zu durchforschen. Keine so gute Idee, denn was sie finden, macht aus dem geplanten Kurzurlaub einen Horrortrip, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt.

Im Horrorgenre herrscht ein gewaltiger Angebotsüberschuss, die Ideen sind immer dieselben und kaum ein Film schafft es mehr, wirklich zu begeistern. Die Welle der Folterfilme à la Hostel scheint nicht mehr abklingen zu wollen, und die Qualität sinkt von Werk zu Werk. Geistergrusler wie Paranormal Activity sind längst zu Kassenschlagern avanciert und das obwohl auch hier das Niveau stets abnimmt und die gehypten Spukspässe eigentlich bloss noch als Partynummer funktionieren. Das Genre erlebt zwar sowas wie einen zweiten Frühling, doch herausragende Filme sucht man vergebens. The Cabin in the Woods aus der Feder von Joss Whedon (The Avengers) und Regiedebütant Drew Goddard gilt da als Ausnahme und somit als Horrorentdeckung schlechthin und eine der grössten Filmüberraschungen der letzten Jahre.

Mit Thor-Darsteller Chris Hemsworth in einer Haupt- und Richard Jenkins in einer Nebenrolle zeigt der Film bereits auf schauspielerischer Ebene, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Low-Budget-produziertes Gorefest handelt. The Cabin in the Woods wirkt zu Beginn wie eine moderne, zugänglichere Version von Evil Dead und tritt beinahe Schritt für Schritt in dessen Fussstapfen. Die vielen humoristischen und parodistischen Einlagen peppen den altbekannten Teenie-Slasher-Plot auf und sorgen für haufenweise Lacher. Der leicht mit Science-Fiction-Elementen angehauchte Unterton schleicht in eine neue Richtung und lässt die Zuschauer bis zum Mittelteil im Dunkeln tappen. Die darauffolgende halbe Stunde ist in jeder Art und Weise atemberaubend und wird dem Horrorfan ein Strahlen in die Augen zaubern. Hier aber zuviel zu verraten, wäre ein klarer Verlust des Filmgenusses.

Fazit: The Cabin in the Woods vermischt gekonnt Old-School-Slasher- und Splatterelemente der 80er-Jahren mit modernen, abgefahrenen Ideen, die unerwarteter nicht hätten sein können. Das Horrorgenre ist zur Lachnummer degradiert und Joss Whedon erschuf eine humorvolle, aber durchaus auch zutreffende Retourkutsche an den ausgelutschten, klischeeüberhäuften und langweiligen Schocker von heute. Goddards Erstling ist eine schaurig schöne, blutige und vor allem in jeder Hinsicht äusserst unterhaltsam andere und witzige Horrorparodie geworden, die man so schnell sicher nicht vergessen wird.

Bis auf ein paar zu dunkle Einstellungen kann sich das Bild der Blu-ray sehr gut sehen lassen. Der Ton hat einen grossartigen Surround-Effekt und passt sich den Szenen entsprechend an. Eine wahre Unterstützung für das Gruselfeeling. Die Extras wurden breit gestreut und unterhalten auf ganzer Linie. Wer sich die Zeit nimmt für die knapp 100 Minuten Bonusmaterial, wird nicht enttäuscht: Das Making-Of, die Interviews und die Features sind zwar eigentlich alle sehr gewöhnlich gestrickt, doch man erhält einen wunderbaren Einblick in das Schaffen dieses grandiosen Infernos.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Kommentare Total: 30

chr

Da sind mir die 0815-«Jugendliche verbringen Zeit in einer abgelegenen Hütte»-Horrorfilme lieber. Ein etwas zu wilder Genre-Mix, dem vieles an möglicher Spannung abhanden kommt.

Conor

08:15 Horror bis man herausfindet, um was es wirklich geht. Elektrisierend!

El Chupanebrey

Naja, die Satire von Cabin bewegt sich immerhin in eine völlig andere Richtung.

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