The Big C - Season 3 (2012)

The Big C - Season 3 (2012 / Serie)

The Big C ... und jetzt ich
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  2. 30 Minuten

DVD-Review: Move on. Let go.

"Ja, das ist Gesichtscrème."
"Ja, das ist Gesichtscrème."

Cathy Jamison (Laura Linney) ist frohen Mutes, denn die aktuelle Behandlung gegen ihren Krebs trägt Früchte, und auch Ehemann Paul (Oliver Pratt) hat sich von seinem Herzinfarkt erholen können. Nur hat er sich jetzt in den Kopf gesetzt, seine Nahtoderfahrung in einem Blog niederzuschreiben. Seine euphorische Ehrlichkeit führt dazu, dass Sohn Adam (Gabriel Basso) dadurch erfährt, dass beide Eltern fremdgegangen sind. Enttäuscht zieht er über die Strasse zu Onkel Sean (John Benjamin Hickey), welcher sich nebenbei mit Sextelefongesprächen einen Batzen verdient.

"Ich sehe was, was du nicht siehst..."
"Ich sehe was, was du nicht siehst..."

Das Chaos ist perfekt, als die Erfolgsautorin Joy (Susan Sarandon) Pauls Blog entdeckt und den Lebemann mit auf ihre Promotour nehmen will. Cathy sieht in ihr nicht nur eine Rivalin, sondern eine regelrechte Gefahr für ihren insgeheimen Wunsch, ein Baby zu adoptieren und damit das Loch, das Adam hinterlassen hat, zu füllen. Denn insgeheim fühlt die Mittvierzigerin, dass ihre Uhr trotz der erfolgreichen Behandlung tickt...

Die dritte Staffel einer TV-Serie hat es nie ganz einfach: Galt für die zweite Staffel das Motto "more fun, more drama", muss in der dritten Runde schon einiges überraschend neu sei, um zu unterhalten. Darlene Hunt gelingt dies bei The Big C mit Bravour, da die Charaktere von sich aus dermassen vielschichtig sind, dass man locker Spin-offs daraus produzieren könnte. Trotz aktuell nur zehn Episoden bleibt genug Platz für Lacher und Tränen.

Obwohl Cathys Charakter alle Schnüre der Handlungsstränge zusammenhält, gibt ihre erfolgreiche Krebsbehandlung Raum frei für Ehemann Paul, welcher mit seiner selbstgefälligen Art und seiner neuen Berufung den Handlungsbogen dominiert. Gerade diese Wandlung macht die Bühne frei für den Gastauftritt von Susan Sarandon. Die Dame ist der Hingucker schlechthin und stellt in dieser Staffel sogar die anderen Charaktere etwas in den Schatten. Zwar kann sich Afroqueen Andrea etwas weiterentwickeln, wird aber immer noch auf ihr grosses Mundwerk reduziert. Schliesslich werden wir Zeugen von Adams Erwachsenwerden und seiner Identifikation mit dem Glauben. Dies entlockt nicht nur Onkel Sean ein "Holy Fuck!", dessen haarsträubende Abenteuer auch in dieser Staffel einmal mehr für Lacher sorgen.

The Big C behält trotz allem eine gesunde Balance zwischen Fiktion und Realität. Dies macht die Serie wohl auch so catchy, und man verliebt sich nicht nur in Cathy, sondern in alle Charaktere - egal, wie satirisch diese auch daherkommen. Die kurzen Handlungen tragen auch dazu bei, den peppigen Erzählstil der Serie zu wahren. Fans wissen, dass sich in den letzten Episoden einer Staffel jeweils der Kreis schliesst und das Finale ein eher weinendes Auge hinterlässt. Das ist auch hier nicht anders. In Anbetracht der Tatsache, dass die vierte Staffel nur vier Episoden enthält und die Serie damit beendet wird, sollte man sich an Cathys Motto halten und einfach diesen ganz speziellen TV-Moment geniessen.

Fazit: Die dritte Staffel von The Big C gibt noch einmal Vollgas und bietet Episoden voller Spass und Drama. Nebst den Charakteren, die einem ans Herz gewachsen sind, verzaubert Susan Sarandon in ihrem Gastauftritt und macht aus dieser Staffel die wohl beste der gesamten Serie. Wir warten sehnlichst auf die vierte und letzte Runde.

Die zehn Episoden haben diesmal auf zwei Discs Platz. An Bild und Ton ist nichts auszusetzen. Leider fehlt jegliches Bonusmaterial, was bei den vorgängigen Staffeln noch in Form von Bloopers und einem kurzen Making-of vorhanden war.

/ woc