Zombadings 1: Patayin sa shokot si Remington (2011)

Zombadings 1: Patayin sa shokot si Remington (2011)

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  2. 96 Minuten

Filmkritik: Auch schwule Zombies brauchen Liebe!

© Studio / Produzent

Der kleine Remington beleidigt immer wieder schwule Männer und Transvestiten, bis er eines Tages an den Falschen gerät: Eines seiner Opfer (Roderick Paulate) spricht einen Fluch über ihn aus, der ihn dazu verdammen soll, später einmal selbst schwul zu werden. Kurz vor seinem 21. Geburtstag lümmelt Remington (Mart Escudero), inzwischen zum echten Macho herangewachsen, vor allem mit seinen Kumpels herum und drückt sich davor, sich Gedanken über seine Zukunft zu machen. Den Fluch hat er völlig vergessen.

Als er sich für die hübsche Hannah (Lauren Young) zu interessieren beginnt, geschieht jedoch etwas Seltsames: Ein Unbekannter greift ihn nachts an und rasiert seinen ganzen Körper. Weitere Attacken folgen, und langsam muss Remington erkennen: Er übernimmt immer mehr typische Eigenschaften eines Schwulen und entwickelt schliesslich sogar Gefühle für seinen besten Kumpel. Remington muss nun alles daran setzen, um den Fluch rückgängig zu machen. Denn ausgerechnet jetzt treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es ausschliesslich auf Schwule abgesehen hat.

Der zweite Teil des Wortes "Zombadings" bezeichnet in der philippinischen Sprache Tagalog einen Mann mit gewissen sexuellen wie auch kleidungsmässigen Vorlieben. Die Idee schwuler Zombies ist an und für sich ja nicht ganz neu - mit L.A. Zombie machte sich beispielsweise bereits Skandalregisseur Bruce LaBruce daran, dieses eher spezielle Gedankenexperiment filmisch einzufangen. Jade Castro nähert sich dem Thema hingegen ohne Schock- und Ekelmomente. Und tatsächlich: So hinreissend witzig hat man Homosexualität und vor allem Homophobie wohl selten erlebt. Der Erfolg gibt dem Projekt recht, denn die schräge Komödie hat sich auf den Philippinen zum regelrechten Blockbuster gemausert und klappert nun international die Festivals ab. Eine Fortsetzung ist verständlicherweise bereits in Planung.

Natürlich ist am Film so einiges potenziell heikel. Die Darstellung von Homosexualität etwa: Lesben scheint es zum Beispiel schlicht nicht zu geben, und obwohl fast jeder Mann im Film schon einmal gleichgeschlechtlichen Sex hatte, sind offenbar nur jene Männer schwul, die sich auch tuntig benehmen und auch ausnahmslos Frauenkleider tragen. Dass Homosexualität als Fluch gezeigt wird, den man bezwingen muss, mag ebenfalls höchst befremdlich wirken. Im Film wird allerdings sehr schnell klar, dass Homosexualität nichts Schlechtes ist und Homophobie böse (und zum Teil auch untote) Folgen haben kann. Und so werden die anfänglichen Einwände durch die urkomischen Situationen und die durchwegs sympathischen Figuren schlicht weggefegt.

Zugegeben: Die Zombies platzen ziemlich unerwartet in die Szenerie und tragen nur wenig zur eigentlichen Geschichte bei. Die Idee passt zwar wunderbar zum Rest des schrägen Filmes - wirklich gebraucht hätte es die wiederauferstandenen Tunten aber nicht. Der Film steht und fällt sowieso mit der Hauptfigur Remington, gespielt von Mart Escudero, der mit grossem mimischem und körperlichem Einsatz schlicht eine schauspielerische Glanzleistung bietet. Jene Szenen, in denen er aufgrund des Fluches allmählich zum unfreiwilligen Schwulen wird, sind die Highlights des Filmes. Grossartig, was der junge Mann mit einer winzigen Handgeste, einem Hüftschwung oder einer - extra in lila Untertiteln verfassten - "Schwulensprache" machen kann. Remington and the Curse of the Zombadings ist grossartiges asiatisches Kino, das mühelos ganze Kinosäle zum Beben bringt. Lacher sind garantiert!

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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