The Tree of Life (2011)

The Tree of Life (2011)

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  2. 139 Minuten

Kommentare Total: 31

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ebe

Filmkritik: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

goodspeed

Verlangte Antworten von Malick und dann noch ein Querverweis auf Hitchhicker? Hmmm, naja, jedem das seine. Wirkt auf mich als ob jemand grad 2001 zum ersten Mal gesehen hätte und aus Enttäuschung Star Wars zitiert. Nach den Kritiken von Negativ-Film, SPON und der FAZ freue mich wie ein Schuljunge auf den Film. Malick in Symbiose mit Gott und Kubrick, das wird eine metaphysische Filmodyssee!

El Chupanebrey

Zitat goodspeed (2011-05-18 22:17:20)

und dann noch ein Querverweis auf Hitchhicker? Hmmm, naja, jedem das seine.

Hey, eine Hitchhiker-Anspielung verdoppelt automatisch den Wert jedes Textes! 😉

Malick in Symbiose mit Gott und Kubrick, das wird eine metaphysische Filmodyssee!

Du bist nicht zufällig Pressehefttexter von Beruf, oder? 😴

Ach ja, die Kritik vom SF-Mann hat mir die Vorfreude auf den Film auch ziemlich verhagelt:

Autsch. Da macht Terrence Malick nach Jahren sein lange ruhendes opus magnum fertig - und dann dies! Ein Hochamt auf das weisse US-Mittelklassevorstadtleben mit seinem Potential für Schmerz und Gottesglauben. Im Kern erzählt er die Geschichte einer MacDonalds-Werbung-Zielgruppenfamilie, bestehend aus Papa Brad Pitt, Engelsmama und drei Söhnen.

(...)

Die erste Stunde dürfte das Esoterik-Bedürfnis sämtlicher Hockey-Moms rund um Sarah Palin, der Kreatonisten und der kulturell nicht völlig unterbelichteten Tea-Party-Mirglieder abdecken und einen grossen Teil von ihnen zu Tränen rühren.

[Editiert von El Chupanebrey am 2011-05-19 00:33:22]

woc

Nun ja - man kann auch nicht erwarten, dass der Film eine Antwort auf die Lebensfrage schlechthin bietet (das haben doch Monthy Python vor Jahren schon getan, oder? 😉). Wird wohl wieder so ein Zwischending sein, das die Zuschauer in zwei Hälften spaltet. Was würde Sheldon dazu sagen? Bazinga!

rm

Zitat El Chupanebrey (2011-05-19 00:33:03)

Ach ja, die Kritik vom SF-Mann hat mir die Vorfreude auf den Film auch ziemlich verhagelt:

Da sollte noch ein R rein. SRF. Sennhauser sieht man höchstselten am Bildschirm. Eigentlich nur dann wenn Frau Schärer am Schweizer Filmpreis nach dem Hüppi/Russi-Prinzip einen echten Filmexperten neben sich braucht. Aber dieses Unterfangen hat die BoxOffice-Redaktion nach einem einmaligen Versuch 2010 dieses Jahr auch schon wieder aufgegeben.

Zu Malick.
Man muss sich auf das Ding einlassen. Kritiker hier in Cannes haben es mit einer viersätzigen Synphonie verglichen. In der Tat sind es deren Teile vier, die man in "Tree of Life" zu sehen bekommt. Wobei die Penn-Sequenzen die sind, welche am wenigsten zum Rest passen.

Teil 1. "Die Familie stellt sich vor" ist schön anzusehen, wenn man Thommy Hilfiger-Inserate mag. (Sennhauser schreibt ja von Kreditkarten, McDo und anderem. Aber ich glaube der Mann schaut kein Werbefernsehen). Teil 2 ist eine Discovery-Channel Doku in HD über Dinosaurier, Hammerhaie, Vulkane, Astrophysik und alles zusammen. Nix, was Kubrick in "2001" nicht auch schon gezeigt hat, einfach nicht in HD. In Teil 3 kriselt es dann in Texas, nachdem minutenlang das Glück der Schwangerschaft zelebriert wurde. Immer noch sieht alles sehr gediegen aus. Vor allem Frau Chastain. Ja sogar, wenn ein Frosch an eine 1.-August-Rakete gebunden wird. Aber von einer ordentlichen Handlung ist das alles weit entfernt. Stattdessen wird lieber in den Himmel gezeigt, und gesagt, da oben wohnt der liebe Gott. In Teil 4 vereint sich Penn mit seiner Familie in einer traumartigen Strandsequenz. Dabei ging ich davon aus, das Penn der Sohn war, der gestorben ist.

Es bleiben viele Fragen am Ende: Zur Handlung aber auch solche, welche sich die Menschheit schon seit Jahrtausenden stellt. Und das Bilderlebnis ist wirklich prächtig. Aber für alle ist "Tree of Life" sicher nicht zu empfehlen. Und imho ist es sicher der schlechteste von Malicks bisherigen Filmen und nur zu geniessen, wenn man zur selben Sekte gehört wie er. Aber wer die Bilder des Trailers auch für zwei Stunden ertragen will, soll ruhig reingehen und sich das Teil auf Grossleinwand ansehen. Keine 3D-Brille wird die Farbenpracht stören. 😉

ebe

Zitat rm (2011-05-19 18:16:56)

Zu Malick.
Man muss sich auf das Ding einlassen. Kritiker hier in Cannes haben es mit einer viersätzigen Synphonie verglichen. In der Tat sind es deren Teile vier, die man in "Tree of Life" zu sehen bekommt.

Mir scheinen diese Symphonie-Vergleiche nicht sehr adäquat. Erstens sind im Film diese vier Teile nicht klar voneinander abzugrenzen. Und zweitens zeichnen die klassische Symphonie doch noch ein paar mehr Eigenschaften aus ausser diejenige, dass sie eben aus vier Teilen besteht. Beispielsweise haben die vier Sätze einer klassischen Symphonie alle einen unterschiedlichen Charakter: Teil 1 schnell (allegro), Teil 2 langsam (Adagio), Teil 3 mittelschnell (Scherzo), Teil 4 sehr schnell (Presto). Und bereits da beginnt der Vergleich dann arg zu holpern, da die vier Teile des Filmes keineswegs diese Eigenschaften aufweisen. Hier ist nämlich alles langsam...😉

Wenn man The Tree of Life als Symphonie bezeichnet, könnte man dies also mit gleicher Berechtigung auch mit einem x-beliebigen anderen Film tun, der in vier Teile unterteilt ist.

Die oft herbeigezogenen Vergleiche mit 2001 kann ich nicht wirklich kommentieren, da Kubricks Film bei mir zu dieser Kategorie gehört, sprich: Ich habe ihn nie ganz gesehen. Doch soweit ich das dennoch beurteilen kann, hat sich Kubrick nicht dermassen mit aufgeblasen metaphysischen Aussagen aus dem Fenster gelehnt, wie das Malick hier tut. Zudem, ganz simpel: Kubrick war 43 Jahre früher!

rm

Zitat ebe (2011-05-20 15:38:48)

Mir scheinen diese Symphonie-Vergleiche nicht sehr adäquat. Erstens sind im Film diese vier Teile nicht klar voneinander abzugrenzen.

Da hast du aber ziemlich gedöst beim Schauen. "Tree of Life" hat drei Pausen, in denen die Leinwand dunkel wird, und danach etwas neues beginnt.

ebe

Zitat rm (2011-05-20 16:45:31)
Zitat ebe (2011-05-20 15:38:48)

Mir scheinen diese Symphonie-Vergleiche nicht sehr adäquat. Erstens sind im Film diese vier Teile nicht klar voneinander abzugrenzen.

Da hast du aber ziemlich gedöst beim Schauen. "Tree of Life" hat drei Pausen, in denen die Leinwand dunkel wird, und danach etwas neues beginnt.

Ok. Asche auf mein Haupt. Hatte nicht mehr genau in Erinnerung, dass das genau deren drei waren und dass die schön zwischen diesen Teilen lagen. Macht Sinn. Aber dennoch bleibt da "Punkt 2" meines obigen Beitrags, und der scheint mir der entscheidendere, warum der Symphonie-Vergleich hinkt.

euros

Naja, die Jury in Cannes war wohl anderer Meinung als die "unfehlbaren" Outnow-Reviewer 😄

ebe

Zitat euros (2011-05-22 23:20:40)

Naja, die Jury in Cannes war wohl anderer Meinung als die "unfehlbaren" Outnow-Reviewer 😄

Nicht zum ersten Mal. Nun, es kommen halt nicht alle so gut draus wie wir...😊

WideScreen03608

Ein Film, der anscheinend polarisiert. Wohl aber eher hier, denn auf imdb hat er einen Schnitt von 7.9/10 bei tausend Stimmen. Das sind jetzt nicht grade viel, aber es dürfte wohl nicht DER Mainstreamfilm werden.

bigsur

Wenn die Deppen-Komödie "New Kids Turbo" mehr Sterne erhält als ein so bildgewaltiges Werk wie "Tree of Life", dann kann etwas bei Outnow nicht stimmen. Warum lasst ihr die Kritik zu so einem Film von jemandem verfassen, dessen philosophische Kenntnise sich auf "Hitchhiker's Guide..." beschränken und der wohl noch nie einen seiner zwei ersten genialen Filme gesehen hat. Malick hat mit "Tree of Life" etwas gewagt, was nur wenige tun: die grossen Fragen zu stellen.
Damals als Kubricks "2001: A Space Odyssey" haben die Kritiker auch moniert, heute zweifelt niemand mehr an der Gewichtigkeit des Films.

ebe

Zitat bigsur (2011-05-25 12:25:52)

Wenn die Deppen-Komödie "New Kids Turbo" mehr Sterne erhält als ein so bildgewaltiges Werk wie "Tree of Life", dann kann etwas bei Outnow nicht stimmen.

Abgesehen davon, dass solche Äpfel-mit-Birnen-Vergleiche selten sinnvoll sind: New Kids Turbo hat von uns 1 Stern erhalten, The Tree of Life 2.5...

Zitat bigsur (2011-05-25 12:25:52)

Warum lasst ihr die Kritik zu so einem Film von jemandem verfassen, dessen philosophische Kenntnise sich auf "Hitchhiker's Guide..." beschränken und der wohl noch nie einen seiner zwei ersten genialen Filme gesehen hat.

Beeindruckend, wie gut du mich zu kennen scheinst...

El Chupanebrey

Klassischer Fall von "Hate it or love it". Oder vielleicht eher "Spricht mich an" und "Spricht mich nicht an". Mich hat The Tree of Life leider nicht sonderlich angesprochen. Mich hat der Film emotional sowie intellektuell nicht befriedigt. Emotional, weil Malick unbedingt das grosse Bild einfangen will und so seine Charaktere - insbesondere am Anfang - vernachlässigt. Intellektuell, weil der Streifen zwar durchaus interessante philosophische Fragen stellt, sie aber relativ unsauber bzw. "larifari" beantwortet/beleuchtet. (zudem konnte ich mich mit dem ganzen "Gott finden"-Motiv nicht so anfreunden).
Auch fühlen sich die meisten Szenen so an, als ob Terrence Malick uns nur mitteilen will, was für ein brillanter und tiefgründiger Regisseur er ist. Dies zeigt sich auch in den, zugegebenermassen atemberaubenden, Naturaufnahmen: Trotz ihrer Schönheit machten sie auf mich den Eindruck von "Cinematography porn", d.h. sie sehen zwar hübsch aus, sind aber für den Film selbst nicht unbedingt notwendig. Auch ist der künstlerische Kniff, Voiceovers die Arbeit von Dialogen machen zu lassen, nicht immer eine gute Idee.
Und die viel diskutierten Dinosaurier? Einerseits schrecklich animiert, andererseits, imho, vollkommen zwecklos.
Positiv zu Buche schlagen der Rhythmus - der Film langweilt nie wirklich (obwohl die letzten zehn Minuten doch etwas schleppend waren (-> cinematography porn)) - und die Schauspieler, vor allem Brad Pitt (dessen "Hit me!"-Szene mich stark an Fight Club erinnerte 😄) und die Kinderdarsteller.
Alles in allem ist The Tree of Life, für mich zumindest, ein schwaches Stück Film aus der Kategorie "strained seriousness".

2.5

Ob man diesen Film mag oder nicht wird wohl stark von der eigenen Philosophie abhängen. Deswegen polarisiert Malicks neustes Werk wohl so.

pps

Zitat ebe (2011-05-25 13:16:18)
Zitat bigsur (2011-05-25 12:25:52)

Wenn die Deppen-Komödie "New Kids Turbo" mehr Sterne erhält als ein so bildgewaltiges Werk wie "Tree of Life", dann kann etwas bei Outnow nicht stimmen.

Abgesehen davon, dass solche Äpfel-mit-Birnen-Vergleiche selten sinnvoll sind: New Kids Turbo hat von uns 1 Stern erhalten, The Tree of Life 2.5...

Zitat bigsur (2011-05-25 12:25:52)

Warum lasst ihr die Kritik zu so einem Film von jemandem verfassen, dessen philosophische Kenntnise sich auf "Hitchhiker's Guide..." beschränken und der wohl noch nie einen seiner zwei ersten genialen Filme gesehen hat.

Beeindruckend, wie gut du mich zu kennen scheinst...

Der Äpfel-mit-Birnen-Vergleich hinkt auch deshalb ganz gewaltig, weil ja die Kritiken auch nicht von derselben Person geschrieben wurden. Es ist ja nicht so, dass alle OutNower denselben Geschmack hätten und sich alle Kritiken drum ohne Weiteres vergleichen liessen, genausowenig, wie sich völlig unterschiedliche Filme über denselben Geschmackskamm scheren lassen. Ein Film von Malick hat ja zweifellos einen anderen Anspruch/ein anderes "Ziel" als eine Sommer-Actionkomödie, ein Kinderfilm oder eine RomCom.

Bei aller Offenheit in Bezug auf eigene Meinungen und unterschiedliche Geschmäcker muss ich sagen, dass ich die Argumente "Der Film ist gut, du hast ihn bloss nicht verstanden" oder "Du bist schlicht zu dumm/ungebildet" nie überzeugend finde, da muss man sich schon etwas Besseres einfallen lassen, um den Kritiker zu kritisieren.

El Chupanebrey

Was mir noch eingefallen ist: Wenn ich in Zukunft einen Film mit Hiob-Leitmotiv sehen will, dann sehe ich mir wieder A Serious Man an. 😉

bigsur

"Ein Film von Malick hat ja zweifellos einen anderen Anspruch/ein anderes "Ziel" als eine Sommer-Actionkomödie, ein Kinderfilm oder eine RomCom."

Genau darum gehts. Ein Malick-Film hat einen anderen Anspruch als eine Sommer-Actionkomödie. Es geht da auch um philosophische, existenzielle Fragen. Das heisst nicht, dass man den Film deshalb gut finden muss, das ist ja rein subjektiv. In der Literatur ist es ganz ähnlich. Wenn man Tolstois "Anna Karenina" unter dem Konsalik-Blick betrachtet, wird man auch enttäuscht sein.
Nur ein Beispiel: Die berühmte New Yorker Filmkritkerin Pauline Kael hat damals, als "2001" von Kubrick rauskam, eine negative Kritik geschrieben. 10 Jahre später hat sie ihr Urteil revidiert und geschrieben, der Film sei einfach der Zeit voraus gewesen und sie habe vieles einfach nicht verstanden...

El Chupanebrey

Nur bin ich der Meinung, dass Malick in Sachen Qualität und visionärer Kraft nie und nimmer an Kubrick rankommt.

bigsur

Da bin ich anderer Meinung: Ich denke, der Film passt mit seiner spirituellen Öko-Botschaft und seiner fast wehmütigen Ode an die Familie sehr gut in unsere Zeit.

El Chupanebrey

Zitat bigsur (2011-05-30 09:58:52)

seiner fast wehmütigen Ode an die Familie sehr gut in unsere Zeit.

Ich hab das nicht als Nostalgie interpretiert, um ehrlich zu sein. Es ist ein teilweise idealisiertes Vergangenheitsbild ja, aber das wird durch Brad Pitts Charakter ja eigentlich gebrochen.

ebe

Zitat bigsur (2011-05-30 09:41:42)

Genau darum gehts. Ein Malick-Film hat einen anderen Anspruch als eine Sommer-Actionkomödie. Es geht da auch um philosophische, existenzielle Fragen. Das heisst nicht, dass man den Film deshalb gut finden muss, das ist ja rein subjektiv. In der Literatur ist es ganz ähnlich. Wenn man Tolstois "Anna Karenina" unter dem Konsalik-Blick betrachtet, wird man auch enttäuscht sein.

Eben. Aus diesem Grund machen Sterne-Vergleiche zwischen zwei so unterschiedlichen Filmen ja nicht wirklich Sinn.

Wie auch immer, wenn ich dein Statement richtig interpretiere, wirfst du mir vor, vorliegenden Film mit einem solchen "Konsalik-Blick" geschaut und reviewt zu haben. Will heissen, aufs Kino übertragen: Mit einem Ich-erwarte-eine-anspruchslose-unterhaltsame-Actionkomödie-Blick. Nur: Woraus schliesst du das? Aus meinem ironischen Verweis auf den Hitchhiker's Guide? Da bewegst du dich aber auf etwas dünnem Eis...

Zitat bigsur (2011-05-30 09:41:42)

Nur ein Beispiel: Die berühmte New Yorker Filmkritkerin Pauline Kael hat damals, als "2001" von Kubrick rauskam, eine negative Kritik geschrieben. 10 Jahre später hat sie ihr Urteil revidiert und geschrieben, der Film sei einfach der Zeit voraus gewesen und sie habe vieles einfach nicht verstanden...

Gut, dann habe ich ja noch 10 Jährchen Zeit... 😊

Marthy

Also mir hat der Film sehr gut gefallen, was mich genervt hat war das Pärchen neben mir die alle 5 Minuten den Kopf schüttelten und immer ihre Statements abgeben mussten wie 'Oh my God, this Movie is so boring!', frag mich was die wohl erwartet haben? Aber nach der Pause waren die dann spurlos verschwunden, zu meinem (und wohl auch ihrem) Glück.
Ob die Dinos wirklich nötig waren, weiss ich nicht, auch wenn ihr Auftritt sehr kurz war, irgendwie unnötig. Aber als die Geschichte beginnt mit der Familie wurde ich völlig hineingezogen in den Film und Brad Pitts schauspielerische Leistung hat mich allemahl überzeugt. Das immer wieder auf Gott verwiesen werden muss, ist geschmackssache, ich persönlich bin kein religiöser Mensch, im Gegenteil....trotzdem für mich einer der besten Filme des Jahres.

no925

Langatmig, langweilig, der Jack-Darsteller überzeugt ebenso wenig wie die Mutter. Dazu diese chorale Musik und - für mich fast am nervigsten - das ständige Flüstern im Off. Ein Film, an den ich keinen Gedanken weiter verschwende.

jon

Einerseits bin ich doch etwas schockiert über die massig schlechten Bewertungen hier, anderseits war das ja zu erwarten und beruhigt mich insofern, als dass ein so visionärer/aussergewöhnlicher Film nicht massenkonform sein kann.

Was mich aber doch nervt, ist dass ständig alle über die Urknall- und Dinosaurier-Szene schreiben: DARUM GEHT ES DOCH NICHT! Jawohl, die besagte Szene (oder Sequenz, angesichts der doch stattlichen Länge) ist imo tatsächlich eher überflüssig, bzw schadet dem Film gar weil sie ziemlich aus dem Rahmen fällt und den Film somit etwas inhomogen macht.

Was The Tree of Life zu einem Meisterwerk macht, sind nicht CGI-Dinos, mysthische Naturaufnahmen, rätselhafte Off-Monologe oder ein verwirrt in der Gegend herumstolpernder Sean Penn, sondern die Szenen innerhalb der Familie. Was Malick (und seinem Kameramann) hier gelungen ist, ist das Lebensgefühl eines heranwachsenden Buben in einem amerikanischen Vorort der 50er einzufangen - und zwar unmittelbarer, ungestellter, ja schlicht und einfach echter als jemals ein Regisseur zuvor. Dieser Ansatz wäre sofort gescheitert, hätte sich Malick nach irgendeiner narrativen Konvention gerichtet; viel mehr lässt er das Leben, die Natur und die Figuren selbst sprechen. Während beim normalen Hollywood-Film die Kamera ein Tyrann ist - alles wird so aufbereitet, dass es für die Kamera interessant ist - ist die Kamera hier einfach da, sie ist mitten im Geschehen und dadurch gelingt es ihr, Momente und Details einzufangen, die in jedem anderen Hollywood-Film schlicht "übersehen" werden. Z. B., als der Schmetterling auf der Hand der Mutter landed. Oder als Baby-Jack seinen kleinen Bruder das erste Mal sieht. Oder als der ältere Jack seinen Bruder tröstet, nachdem er ihm mit dem Luftgewehr weh getan hat. Etc.

Ausserdem ist es kein Film über Kinder, sondern einer, der die Welt aus der Perspektive von Kindern zeigt und noch dazu, ohne alles verbal erklären zu müssen - imo eine unglaublich angenehme Abwechslung, allein schon angesichts der Authentizität und Ungestelltheit, die Malick seinen Kinderschauspielern abgewinnen kann. Natürlich ist das ganze nicht "spannend" im herkömmlichen Sinn, weil das Leben nunmal auch nicht "spannend" ist. Malicks Film ist auf eine andere Art spannend, weil er unser Blick für die Schönheit des Alltäglichen schärfen will.

Was The Tree of Life imo auszeichnet, ist vor allem seine Zärtlichkeit: Kaum jemand hat es bisher geschafft, das Heranwachsen eines Kindes und das Innenleben einer Kleinfamilie - sowohl mit seinen Sonnen- als auch seinen Schattenseiten - so zärtlich und intim zu schildern.

[Editiert von jon am 2011-06-06 14:05:32]

jujuju

hallo Ihr Lieben, hat denn niemand gemerkt, dass am ende der natur und dino szene, der vogeldino den unterwürfigen dino bedroht, aber dann:!!!!! perspektive von vogeldino von oben nach unter und- die tatze drückt ihn nochmal nieder, aber eher schon spielerisch und dann:!!!! er rennt davon.
D.h. die Dinos waren weiter entwickelt als wir Menschen. wenn der gegner sich unterwirft, lässt er ab von ihm, ein mensch würde sein gegenüber vernichten, zermalmen, foltern, quälen und schliesslich töten.
tja, echter rückschritt, die menschheit.
grüsse
juju

woc

Ich fand den Film einfach wunderschön in Szene gesetzt, mit einem Top-Cast und einem "befriedigenden" Gefühl vom ersten bis zum letzten Bild. Es ist ein Rausch, eine ruhige und nachdenklich stimmende Reise - im positiven Sinne. Irgendwie kommt mir Tree of Life sogar wie ein Gemälde vor: Man interpretiert seine persönliche Weltanschauung hinein und sieht in jeder Ecke etwas anderes.

rem

Zitat jujuju (2011-06-19 00:27:53)

D.h. die Dinos waren weiter entwickelt als wir Menschen. wenn der gegner sich unterwirft, lässt er ab von ihm,
grüsse
juju

Ach ja? Da lehrt uns Jurassic Park etwas anderes.😉

ein mensch würde sein gegenüber vernichten, zermalmen, foltern, quälen und schliesslich töten.
tja, echter rückschritt, die menschheit.

oh, ein BLICK-Leser?

jujuju

was ist ein BLICK-Leser? bin ich nicht.

yan

Unglaublich unzugänglicher Film und trotzdem fehlt es an Komplexität. The Tree of Life ist bildgewaltig und vielschichtig, möchte aber noch vielschichtiger sein, als er zu zeigen vermag. Schauspielerisch stark, keine Meisterleistungen, aber definitiv stark. Auch die Kinder überzeugen durchgehend. Sean Penn's Rolle hingegen war ziemlich unnötig. Malick's Inspirationsquellen sind offensichtlich. Dennoch steht Tree of Life für sich allein. Ein Werk, dass vor allem im Mittelteil einen völlig normalen Weg einschlägt und erst gegen Ende im typisch-bizarren Evolutionstheorie-Religion-Wirrwarr seinen Höhepunkt findet, der aber für viele wohl ein dickes fettes Fragezeichen hinterlässt. Was uns Malick hier wirklich mitteilen möchte, darf jeder für sich selber entscheiden und wird sich je nach Glaube auch völlig anders interpretiert werden. Fakt ist: Tree of Life ist kein Film für Zwischendurch, aber ein definitives Must-See.

ohuups

Ich denke das ist der schlechteste Film mit B. Pit. Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller ist sehr bemerkenswert. Allerdings war der Film immer wieder über lange Filmsequenzen kaum erträgliche Sound und Bilder (wohl als die Seele visualisiert hätte werden sollen). Wahrscheinlich habe ich den Film wohl einfach nicht verstanden. Wir haben den Fim mit der Vorspultaste zu Ende geschaut und würden diesen niemandem empfehlen.

kammerpeter

Da gibts nur eins: Augen zu und durch.

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