Tower Heist (2011)

Tower Heist (2011)

Aushilfsgangster
  1. , ,
  2. 104 Minuten

Filmkritik: Stiller's Eleven

Autoschlüssel verlegt?
Autoschlüssel verlegt? © Universal Pictures Switzerland

Josh Kovacs (Ben Stiller) ist der Manager des Towers, eines der luxuriösesten Wolkenkratzer in Manhattan. Er ist bei seinen Angestellten genauso beliebt wie bei den wohlhabenden Mietern. Doch jetzt droht Ärger: Der reichste Bewohner des Towers, Arthur Shaw (Alan Alda), wird angeklagt, Millionenbeiträge verspielt zu haben und soll nun vom FBI unter Hausarrest gestellt werden. Leider hat Shaw nicht nur die Gelder von reichen Leuten verloren, sondern auch den gesamten Pensionsfond der Mitarbeiter des Towers.

"Zum letzten Mal: Das ist MEIN Fahrrad!"
"Zum letzten Mal: Das ist MEIN Fahrrad!" © Universal Pictures Switzerland

Als der kurz vor der Pension stehende Portier Lester (Stephen Henderson) versucht, sich das Leben zu nehmen, beschliesst Kovacs zu handeln. Zusammen mit den Angestellten Charlie (Casey Affleck) und Enrique (Michael Pena) sowie dem pleitegegangenen Geschäftsmann Mr. Fitzhugh (Matthew Broderick) will er Shaws Tresor in dessen Penthouse plündern. Da der Mistkerl aber unter ständiger Beobachtung des FBI steht, braucht das Team Hilfe von einem Verbrechensprofi. Doch schon bald bereuen sie die Verpflichtung des Schmalspurganoven Slide (Eddie Murphy)...

Als 2007 die Finanzkrise losging, richtete sich grosse Wut gegen die Herren an der Wall Street, die mit den Geldern ihrer Kunden spielten und danach für den Verlust nicht geradestehen wollten. Als einer der wenigen musste Bernard Madoff für seine Taten ins Gefängnis, während viele ungeschoren davonkamen. Nun versuchen Ben Stiller und Co., sich auf herkömmliche Weise an einem dieser Spekulanten zu rächen, indem sie ihn ausrauben. Schade, dass Regierückkehrer Brett Ratner mit der Prämisse nicht viel anzufangen weiss und sein Film erst gegen Schluss so richtig in Fahrt kommt.

Als David gegen Goliath könnte man die Ausganglage auch beschreiben, wenn der Geldsack, gespielt von Alan Alda, unantastbar wäre. Doch da die Gruppe um Stiller sich in dem Hotel bestens auskennt, brauchen sie keine allzu grosse Planung. Bei anderen Heist-Movies, wie zum Beispiel Ocean's Eleven, waren die Vorbereitungen genauso wichtig und unterhaltsam, wie dann der Coup selbst. In Tower Heist läuft alles viel zu glatt ab, und die Drehbuchautoren versuchen, die Zeit bis zum Showdown mit Witzen zu überbrücken - leider zünden hier nur die wenigsten.

Dies ist insofern erstaunlich, da viel Talent versammelt wurde. Stiller kriegt nicht viele Möglichkeiten, sich humoristisch zu beweisen, und Matthew Broderick tut einem eher Leid, als dass man mit ihm oder über ihn lachen könnte. Eddie Murphy, der wieder einmal in einem grossen Film mitspielen durfte, nervt schon nach kürzester Zeit, wobei seine Rolle als angeheuerter Verbrechensprofi doch allzu sehr an Mr. Jones aus Horrible Bosses erinnert. Die Frauenriege derweil ist noch mehr gestraft: Téa Leoni zeigt sich zwar spielfreudig, doch grosse Glaubwürdigkeit hat ihre Figur nicht. Das grösste Ärgernis im ganzen Film ist aber die hochgelobte Gabourey "Precious" Sidibe als jamaikanische Safeknackerin mit Drang zum Kuchenessen.

Die Inszenierung gefällt aber und der grosse Coup hat es in sich. Doch vor dem Finale werden zu viele Humorchancen vertan. Wenn der Möchtegerngauner und die FBI-Agentin sich auf einen Drink treffen, erwartet man schon etwas mehr, als dass sie sich einfach besaufen und die Dame danach betrunken wegtorkelt. Oder eine Szene, in der die Anfänger eine Türe knacken müssen, um nicht auf dem Dach eines Hauses zu erfrieren, ist fertig, bevor sie überhaupt in die Nähe der Türe kommen.

Fazit: Tower Heist ist durchschnittliche Unterhaltung. Viele Gelegenheiten für gelungene Lacher bleiben ungenutzt, und der Ach-so-schwierige-Auftrag läuft dann doch etwas zu einfach ab. Erst wenn gegen Schluss ein paar Sachen schief gehen, zieht das Tempo und sogar die Spannung an, was auch wieder mehr Lacher bringt. Leider ist das viel zu spät, und damit macht Ratner nur dort weiter, wo er vor seiner Schaffenspause aufgehört hat: im Mittelmass.

/ crs

Kommentare Total: 6

yan

Möglicherweise waren meine Erwartungen einfach zu hoch. Aber ich war schon ein wenig enttäuscht von Tower Heist. Gewisse Szenen und Handlungsstränge sind sicherlich ok und auch ab und zu ganz witzig, doch ein Hit es leider nicht geworden. Als riesiger Eddie Murphy Fan war ich natürlich schon nur deswegen dreifach-motiviert. Murphy zeigt dann auch die beste Leistung, obwohl er den Gangster ruhig noch übertriebener hätte spielen dürfen. Ganz schwach hingegen fand ich Ben Stiller, der auch schon bessere Tage erlebt hat. Casey Afflech und Michael Pena waren dafür wiederum richtig witzig. Die Story ist nichts Besonderes und haut auch keinem mehr vom Hocker, da hat Flypaper beispielsweise viel besser gefallen. Naja, Tower Heist ist Durchschnitt, einmal angucken und dann wieder vergessen....

woc

Blu-ray-Review: Steve McQueen is my little bitch!

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Ich fand den Film eher langweilig, harmlos und für eine Komödie gab es zu wenig zu Lachen. Die erste Hälfte war wirklich sehr schwach. Dank der halbwegs unterhaltsameren zweite Hälfte runde ich meine 2.5 Sterne auf.

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