The Roommate (2011)

The Roommate (2011)

  1. , ,
  2. 91 Minuten

Filmkritik: Warum Freundschaften auch ausserhalb von Facebook gefährlich sein können.

Eine beste Freundin ist immer für dich da...
Eine beste Freundin ist immer für dich da... © Sony Pictures Releasing GmbH

Für Sara (Minka Kelly) startet das erste Jahr im College turbulent: Soeben hat sie sich von ihrem Freund getrennt, nun wird sie bereits vom Drummer Stephen (Cam Gigandet) auf eine Studentenparty eingeladen. Als sie neu gewonnene und ziemlich betrunkene Bekanntschaften zurück auf den Campus bringt, trifft Sara auf ihre neue Zimmergenossin Rebecca (Leighton Meester). Die beiden sind sich sofort sympathisch. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige Freundschaft.

... sogar, wenn du schläfst.
... sogar, wenn du schläfst. © Sony Pictures Releasing GmbH

Sara schafft es, dem Modedesign-Kurs eines angesehenen Lehrers beizutreten. Als dieser ihr unmoralische Avancen macht, reagiert Rebecca mit rasender Eifersucht. Sie klammert sich immer mehr an Sara und lädt ihre beste Freundin zu Thanksgiving ins Haus ihrer Eltern ein. Sara ignoriert die Warnungen ihrer Studienkollegen und bemerkt zu spät, dass Rebeccas Liebe unweigerlich ins Mörderische abdriftet...

Mit rund 15 Millionen US-Dollar Einspielergebnis am Eröffnungswochenende katapultierte sich der Teenieflick auf Platz 1 der Box-Office-Charts. Haufenweise schlechte Kritiken schienen die Kinogänger nicht davon abzuhalten, sich The Roommate anzuschauen. Marketingtechnisch gesehen erweist sich der Film als clever, denn mit Minka Kelly und Leighton Meester in den Hauptrollen präsentieren sich zwei angesagte und nett anzusehende Jungschauspielerinnen. Fehlt nur noch ein Evergreen, was den Plot betrifft, et voilà! Nur geht die Rechnung in diesem Beispiel leider überhaupt nicht auf.

Erraten, The Roommate kommt gewohnt klassisch daher und bietet nebst den altbekannten Spannungselementen und Charakterzeichnungen aus der Filmkiste einen (zu) anspruchslosen Unterhaltungswert. Vor rund 15 Jahren, als der Teeniefilm mit Scream und I Know What You Did Last Summer ein erfolgreiches Revival erlebte, wäre der Film aufgrund seiner Harmlosigkeit wohl kaum beachtet worden. Zwar reiht er sich nicht generell in das Genre der Slasherfilme ein, vermag aber auf anderer Seite auch nicht mit seinen angedeuteten Thrills zu überzeugen. Darum wurde wohl das PG-13-Rating gewählt, damit auch ein junges und williges Publikum Zugang zum Film hat.

Also, kein Blut (ausser in einer kurzen Szene in der Dusche, aber pssst!), keine Überraschungen und keine Spannung. Bleibt nur noch der Cast, allen voran Minka Kelly - vom Esquire-Magazin zur "Sexiest Woman Alive 2010" gekürt - und Leighton Meester (kennt jemand Blair Waldorf aus Gossip Girl?). Während Kelly nur gut aussehen und Hüte tragen will, legt Meester einen unbefriedigenden Auftritt als Psychofreundin hin. Serienjunkies wird wenigstens der Cameo von Vampire Diaries-Nixe Nina Dobrev nicht entgehen. Einzig und allein Billy Zane als Professor entflieht der dümmlichen Story mit seiner selbstironischen und ungezwungenen Art. Schade, dass er nur in drei Szenen vorkommt.

Fazit: The Roommate ist ein weiterer unmotivierter Teeniefilm mit einer Ausgangslage, die eigentlich hätte spannend inszeniert werden können. Man verzichtet auf Hitchcock und setzt dabei auf billigen Durchschnitt, der zwar ein junges Publikum anlockt, dieses aber grösstenteils enttäuschen wird. Es dürfen also nach wie vor Freundschaften unter Zimmergenossen geschlossen werden, ohne dass man gleich in Panik geraten muss.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. Twitter
  4. Instagram
  5. Letterboxd

Trailer Deutsch, 01:50