My Week with Marilyn (2011)

My Week with Marilyn (2011)

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  3. 99 Minuten

Filmkritik: First love & first job are such sweet despair

"I am the brightest star"
"I am the brightest star" © Studio / Produzent

Colin Clark (Eddie Redmayne) kommt aus gutem Hause und hat in Oxford soeben erfolgreich sein Studium abgeschlossen. Doch nun will er das alles über den Haufen werfen und in London ins Filmbusiness einsteigen. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus wie zuerst angenommen. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten findet er sich dank seiner Beharrlichkeit als dritter Assistent des Regisseurs Laurence Olivier (Kenneth Branagh) wieder - am Filmset von "The Prince and the Showgirl" mit Marilyn Monroe (Michelle Williams).

Landjunge verloren im Grossstadtdschungel
Landjunge verloren im Grossstadtdschungel © Studio / Produzent

Es dauert nicht lange, bis Colin Clark von Marilyns Charme verzaubert ist und auch sie auf ihn aufmerksam wird. Doch Marilyn ist erst gerade von den Flitterwochen mit ihrem dritten Mann, dem Schriftsteller Arthur Miller (Dougray Scott), zurück und muss sich am Set auch noch als Schauspielerin beweisen. Da bleibt vorerst keine Zeit für ein näheres Kennenlernen. Und auch Colin ist eigentlich schon vergeben, hat er doch kurz zuvor noch der gleichaltrigen Lucy (Emma Watson) den Hof gemacht.

Im August 2012 jährt sich Marilyn Monroes Todestag zum 50. Mal. Kein Wunder, dass ihr Leben nochmals näher unter die Lupe genommen wird. Der britische Regisseur Simon Curtis, der bislang vor allem als Produzent und für viele TV-Produktionen gearbeitet hat, versucht in My Week with Marilyn eine verletzliche Seite der wohl berühmtesten Filmschauspielerin aller Zeiten zu zeigen. Dieser Versuch scheitert zwar nicht ganz, aber der Film wirkt an gewissen Stellen doch ein wenig unbeholfen. Das Drehbuch von Adrian Hodges trägt hier auch seinen Teil dazu bei.

Die Story ist leicht erzählt: Junger Mann trifft auf das grösste Sternchen Hollywoods und verliebt sich. Daran ist nichts wirklich spektakulär. Und da man dabei auch nicht wirklich mehr über die grosse Filmschauspielerin erfährt, wirkt My Week With Marilyn recht unerfrischend. Das Skript scheint auf Shuffle gestellt, und gewisse Szenen wiederholen sich immer wieder, so dass der Film gar nie richtig vorankommt.

Was den Film rettet und doch sehenswert macht, ist Michelle Williams' Verkörperung der verletzlichen, einsamen und doch so lebensfrohen Marilyn Monroe. Noch immer strahlt sie eine beeindruckende Jugendlichkeit aus, die unschuldig und zugleich voller Sexappeal ist. Sie wirkt so erfrischend wie vor mehr als einem Jahrzehnt in den Anfängen der Drama-TV-Serie Dawson's Creek. So macht sie es Eddie Redmayne leicht, den Verliebten zu mimen. Sie hat Elan und verzaubert mit ihrer Leichtigkeit, um im nächsten Augenblick in ein Tief zu fallen, in dem ihr alles egal ist. Die Oscar-Nomination ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Schade, dass ihre Glanzleistung nicht von einer soliden Regieführung und einem überzeugenden Drehbuch unterstützt wird.

Was das Set-Design und insbesondere die Kleidung anbelangt, hat man oft das Gefühl, in der nahen Vergangenheit oder Gegenwart zu sein. Möglich, dass die Mode der Fünfziger gerade wieder voll im Trend ist, aber da hätten die Macher doch noch einiges mehr aus der damaligen Zeit heraufbeschwören können. Die Musik von Conrad Pope hingegen passt perfekt und versetzt einen zurück in die Fünfziger. Der Komponist war bisher meist nur für die Orchestrierung verantwortlich, etwa bei den Harry Potter-Filmen, Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl und zuletzt in Tree of Life. Der mal feinfühlige, dann wieder jazzige Score und auch das von Alexandre Desplat (The King's Speech) komponierte "Marilyn Theme" verhelfen dem biographischen Drama zu Authentizität.

Fazit: My Week With Marilyn ist ein durchschnittlicher Film, der einen kein allzu neuen Blick auf die wohl grösste Filmschauspielerin Marilyn Monroe wirft. Die Hauptrolle ist mit Michelle Williams aber ausgezeichnet besetzt. Es ist ein reines Vergnügen, ihr als Marilyn zuzuschauen, auch wenn die Dialoge und mehrere Szenen nicht überzeugen.

/ stb

Kommentare Total: 4

woc

Blu-ray-Review: Assistants prefer Blondes

yan

My Week with Marilyn überzeugt mit einer hinreissender Michelle Williams als Marilyn und einem souverän aufspielendem Cast. Die Story hingegen ist ein bisschen blass und zieht sich mit vielen Wiederholungen wie ein Kaugummi. Trotzdem ist gerade Marilyn eine solch interessante Persönlichkeit, dass man über die Längen hinwegsehen kann. Michelle Williams ist so überzeugend, dass ich sie teilweise für die echte Marilyn gehalten habe, zudem kann man sich eigentlich nur in ihre Figur und ihr Spiel verlieben, obwohl die Dame ja echt nicht leicht war.
Meiner Meinung nach, eine Frau, die keiner verstehen wollte oder konnte, eine Frau mit einem unheimlichen Potential, einer schier unfassbaren Ausstrahlung und einer unscheinbaren Intelligenz. Marilyn ist bis heute in aller Munde und dieser Film deckt zwar ihr Leben nicht völlig auf, oder zeigt was wirklich Weltbewegendes - aber bringt uns Marilyn wie sie war und deshalb gehasst oder geliebt wurde, direkt in unsere Wohnstube. Mir hats gefallen😄

woc

Nett, die Ambivalenz der Person Marilyn Monroe dermassen locker und tragikomisch herüberzubringen. Das Ensemble ist köstlich (v.a. Kenneth Branagh) und Michelle Williams gibt eine fragile Marilyn ab, auch wenn sie die nötige Distanz behält. Mich hat der Film überraschend gut unterhalten. Ob man deswegen die Memoire von Colin lesen muss... naja... 😉

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