Masks (2011)

Masks (2011)

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  2. 112 Minuten

Filmkritik: Schauspielunterricht, der unter die Haut geht...

Let's put a smile on that face!
Let's put a smile on that face! © Studio / Produzent

In den Siebzigerjahren gründete Mateusz Gdula eine Schauspielschule und setzte dabei auf eine sehr spezielle Ausbildungsmethode. Der Trick dabei war, dass er die Schüler mit der speziellen Ausbildung zum Strahlen brachte, indem er ihre Emotionen entfesselte. Dies ging aber nur solange gut, bis mehrere Studenten während der Lektionen starben. Kurz darauf brachte sich der Schulleiter um und diese Methode wurde verboten.

Seither sind viele Jahre vergangen. Stella (Susen Ermich) will unbedingt Schauspielerin werden und lässt nichts unversucht, um endlich zu ihrer gewünschten Ausbildung zu kommen. Allerdings wurde sie bislang wegen ihres mangelnden Talents von jeder Schule abgewiesen. Schliesslich hat sie doch Glück und wird auf der privaten Schauspielschule "Matteusz Gdula" aufgenommen. Dort gibt sie sich redlich Mühe, wird jedoch von den anderen Schlülern wie auch den Lehrern regelrecht verachtet. Schliesslich kann sie sich mit Cecile (Julita Witt) anfreunden, die scheinbar niemals die Schule verlässt. Um herauszufinden, wohin Cecile verschwindet, folgt ihr Stella und findet eine verschlossene Türe, die in den scheinbar nicht mehr benutzten Teil der Schule führt. Als sich Stella erkundigt, was dort genau abgeht, schweigt Cecile eisern und erwähnt nur etwas von einer Methode. Das reicht Stella allerdings nicht und setzt alles daran, hinter diese Methode zu kommen, koste es was es wolle...

"Früher war alles besser" ist einer dieser Sätze, die für die verschiedensten Bereiche runtergespult werden. Im Filmsektor trifft dies sicher auf einige Punkte zu. Die Regisseure mussten wirklich kreativ sein, wenn sie einen Film drehten, da anschliessend nicht alles per CGI repariert werden konnte, und meistens hatte man nur einen Versuch, um das Gewünschte zu erreichen. Masks ist auf verschiedenen Bereichen eine ungewöhnliche Produktion, denn man sieht ihr schlichtweg nicht an, dass sie im Jahre 2011 realisiert wurde. Wie einst in House of the Devil hat man auch hier das Gefühl, einen Film aus den Achtzigerjahren zu sehen, und das zieht sich durch alle Bereiche hindurch.

Masks beginnt bereits dort, wo alles möglich ist, auf der Bühne eines Theaters, und schon nach kurzer Zeit sind wir in der Schule von Gdula angekommen. Spätestens ab hier wird offensichtlich, dass Suspiria wohl mehr als Pate gestanden ist, denn schon in der ersten Minute wird klar, dass an dieser Schule irgendetwas nicht in Ordnung ist. Verschlossene Türen, fliehende Schülerinnen und merkwürdige Lehrer - hier ist der Wurm drin, und dadurch gelingt es Masks von Anfang an, eine düstere Spannung zu unterlegen, auf die schrittweise aufgebaut wird. Hier nutzt Regisseur Andreas Marschall vor allem die Narrenfreiheit des Theaters grossartig aus und lässt von Anfang an die Realität mit dem Surrealen verschmelzen, was natürlich nicht nur einige hässliche Schockmomente ermöglicht, sondern auch die kontrollierte Fassade von Stella schrittweise niederreisst.

Die Handlung selber stützt sich auf die zuerst unscheinbar wirkende Susen Ermich, die sich als normales Mädchen in die Schule einschreibt. Dabei nimmt sich Andreas Marschall genügend Zeit, um sie als glaubwürdige Figur und sympathisches Mädchen zu etablieren, bis der langsame Abstieg in den Wahnsinn beginnt. Knochenharter Konkurrenzkampf, hartes Training und ein Haufen Geheimnisse prägen den Alltag der Schauspielerin, der sie natürlich immer mehr zermürbt und isoliert. Spätestens dann, wenn Stella mit der Methode beginnt, entwickelt sich Masks zu einem psychedelischen Tripp in die Hölle, bei der die Spannung immer mehr nach oben geschraubt wird und der Film wirklich zu zermürbend wird. Ausnahmsweise geht es hier jedoch nicht darum, bloss abgefahrene Bilder zu zeigen: Jede Szene ist Teil eines grossen Puzzles, das am Ende auch aufgeht und sich bis zum Anfang zurückverfolgen lässt. Das zeugt nicht nur von einem völlig durchdachten Script, sondern auch von einer grossartigen Umsetzung.

Fazit: Masks bietet einen sehr intensiven, surrealen und enorm spannenden Trip in eine Welt, in der alles möglich ist und in der junge Mädchen in kaputte Wracks verwandelt werden. Mit der grossartig spielenden Susen Ermich taucht man Schritt für Schritt in die düstere Welt von Matteusz Gdula ein und wird davon nicht mehr losgelassen.

/ db