Mangrove (2011)

Mangrove (2011)

Oder: Lost in the jungle

Auf Schatzsuche?

Auf Schatzsuche?

Irgendwo im Dschungel Mexikos: Eine Frau und ihr etwa 10-jähriger Sohn steigen aus einem Bus. Sie gehen durch den Wald und kommen schliesslich in einer Herberge unter. Was wollen sie hier? Die Frau trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum: Vor vielen Jahren lebte die Französin hier mit ihrem Freund, einem Mexikaner. Ist er der Vater des Jungen? Was ist mit ihm geschehen? Und was hat es mit dem Messer auf sich, das die Frau vergraben am Strand findet?


Film-Rating

Frau und Kind gehen über eine Strasse. Frau und Kind gehen durch den Dschungel. Frau geht alleine durch den Dschungel. Frau geht über Strand.

Stellen Sie sich vor, dieser Text gehe über 20 Seiten so weiter, dann haben Sie in etwa das Seherlebnis von Mangrove. Das neuste Werk von Julie Gilbert und Frédéric Choffat ist ein Schnarchfilm in Reinform. Warum? Es passiert einfach nichts. Wir sehen die Protagonistin durch die Gegend streifen und spüren zwar, dass sie von einer dunklen Vergangenheit belastet wird, doch haben keinen Plan, was dies sein könnte. Anscheinend hat da jemand das "Weniger ist mehr" etwas gar zu wörtlich genommen und vergessen, dass der Zuschauer eine gewisse Informationsbasis braucht, um eine emotionale Verbindung mit einer Geschichte herstellen zu können.

Dies ist hier nicht der Fall. Warum sollte uns das Schicksal der Frau kümmern? Zwar erhalten wir mit der Zeit kurze Flashbacks, die uns langsam der Wahrheit näher kommen lassen, doch geschieht dies eben in erster Linie langsam. Und die tröpfchenweise offenbarten Informationen sind bei weitem nicht genug, um den Zuschauer an der Stange zu halten. Dann, nach über einer Stunde, kommt endlich die grosse Auflösung. Und die ist erstaunlicherweise sogar ziemlich spannend. Doch leider nicht spannend genug, um es zu rechtfertigen, dass der Zuschauer eine Stunde lang auf sie warten muss. Und dann ist der Film schon fertig. Dies hat nichts mit "künstlerisch" zu tun, sondern zeugt lediglich von Unfähigkeit, eine richtige Geschichte zu erzählen.

Schade eigentlich. Denn Mangrove hat ein schönes Setting zu bieten und wurde mit eindrücklichen, impressionistischen Bildern gefilmt. Auch die Hauptdarstellerin Vimala Pons überzeugt, selbst wenn ihre Rolle nicht viel Abwechslung bietet. Nächstes Mal bitte mit einer richtigen Geschichte, gelle?


OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

 

13.08.2011 / jon

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