The Look (2011)

The Look (2011)

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  2. 90 Minuten

Filmkritik: Every Thing You Always Wanted to Know About Charlotte Rampling, But Were Afraid to Ask

"Hallo, hast du Feuer?"
"Hallo, hast du Feuer?" © Studio / Produzent

Cineasten auf der ganzen Welt ist Charlotte Rampling natürlich ein Begriff. Die am 5. Februar 1946 geborene Britin hat seit 1965 in vielen bekannten Filmen wie The Verdict, The Night Porter oder Swimming Pool mitgespielt. Doch wer genau ist die Frau, die mit ihrer Darstellung einer Konzentrationslagerüberlebenden, die eine sadomasochistische Liaison mit ihrem ehemaligen Peiniger eingeht, Tabus gebrochen hat?

"Nein, meins kriegst du nicht."
"Nein, meins kriegst du nicht." © Studio / Produzent

In neun Kapiteln, die Exponiertsein, Dämonen, Berufung, Tod, Schönheit, Alter, Tabu, Begehren und Liebe heissen, versucht Regisseurin Angelina Maccarone vieles über die Schauspielern in Erfahrung zu bringen. Dabei spricht sie selten mit ihr, sondern filmt Gespräche mit Bekannten und Verwandten der Britin, wie den Fotografen Peter Lindberg und Juergen Teller, dem Schreiberling Paul Auster, oder auch mit ihrem Sohn Barnaby Southcombe, der sein Geld ausgerechnet als Regisseur verdient.

The Look ist kein konventioneller Dokumentarfilm. Regisseurin Angelina Maccarone wollte zwar einen Film über Charlotte Rampling drehen, aber darin sollte die Britin nicht Objekt sein, sondern das Subjekt. Rampling bestimmt den Film und gibt von sich preis, was sie will. Wann immer gedreht wurde und auch im Schneideraum hatte die Schauspielerin das letzte Wort. Dies merkt man dem Film auch an. Man weiss zwar danach verschiedene Ansichten der guten Frau zu unterschiedlichen Themen, doch wer sie ist und woher sie kommt, bleibt leider im Dunkeln.

Es ist ein Zufall, dass Maccarone genau in dem Jahr geboren wurde, als ihre dokumentierte Person ihren ersten Film drehte. Der Altersunterschied von 19 Jahren zeigt aber auch den grossen Respekt, welchen die Regisseurin hatte. Vielleicht war auch etwas zu viel Respekt vorhanden, denn selten hakt sie nach und geht bei gewissen Themen tiefer. Rampling erzählt was sie will, gewährt aber dabei tiefe Einblicke in ihre Persönlichkeit. Wer aber auf der Suche nach einer Biographie ist, sitzt im falschen Film.

Fazit: Maccarone kämpft mit ihrem Projekt auch etwas gegen die festgefahrenen Konventionen des Dokumentarfilmes. Ihr Werk ist weniger aufklärend, sondern sie interessiert sich mehr für die Frau hinter der Lebensgeschichte der Rampling. Damit entzaubert sie die Aktrice zwar nicht, aber durch diese Vorgehensweise bleiben viele Fragen unbeantwortet. The Look ist nur denjenigen zu empfehlen, die schon fast alles über die Aktrice wissen. Während also Rampling-Fans frohlocken werden, bekommen die anderen zu wenig Informationen, sodass sie sich am Ende fragen müssen: "Und wer genau ist jetzt diese Charlotte Rampling?"

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 2

Granunaile

Charlotte Rampling ist mir fremd geblieben.

crs

Filmkritik: Every Thing You Always Wanted to Know About Charlotte Rampling, But Were Afraid to Ask

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Trailer Englisch, mit deutschen Untertitel, 01:43