Killer Elite (2011)

Killer Elite (2011)

Oder: Stati und Owilein schlagen sich die Fresse ein

"Sehr schön. Und jetzt im Dreivierteltakt."

"Sehr schön. Und jetzt im Dreivierteltakt."

Eigentlich hat der Profikiller Danny (Jason Statham) mit dem Töten abgeschlossen. Seit er bei einem Job in das blutverschmierte Gesicht eines Kindes sehen musste, hat er sich geschworen, nie mehr einen Auftrag anzunehmen. Doch dann bittet ihn sein bester Kumpel und Partner Hunter (Robert De Niro) um Hilfe. Dieser hat nämlich einen Job für sechs Millionen Dollar angenommen, ohne zu wissen, worum es genau geht. Als er erfährt, dass er drei Söhne eines Scheichs rächen soll, die im Oman-Krieg von britischen Top-Soldaten des SAS (Special Air Service) getötet wurden, lehnt er das Angebot wieder ab. Doch zu spät, denn der Scheich besteht darauf, dass der Auftrag ausgeführt wird.

"I would like to buy a hämbörgär"

"I would like to buy a hämbörgär"

Nun muss Danny in die Bresche springen, sonst bleibt Hunter lebenslänglich ein Gefangener des Scheichs. Zusammen mit seinen Vertrauten Davies (Dominic Purcell) und Meier (Aden Young) beginnt er, die Mission zu planen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die Soldaten unter dem Schutz der Geheimorganisation "The Feather Men" stehen und deren Handlanger Spike (Clive Owen), ein ehemaliges SAS-Mitglied, überhaupt keinen Spass versteht.


Film-Rating

Auch dieses Jahr dominierten wieder Blockbuster das Sommerkino, die mit CGI nicht geizten. Kurz vor Beginn der Oscarsaison kommt nun Killer Elite in die Kinos, der auf handgemachte Action setzt. Auch wenn der Film es dabei nicht so genau nimmt mit der Logik und etwas zu viele Figuren beinhaltet, unterhält er während fast zwei Stunden ohne Probleme.

Vorlage für den Film war das Buch "The Feather Men" von Sir Ranulph Fiennes, der übrigens ein Cousin dritten Grades von Schauspieler Ralph Fiennes ist. Er erzählt darin von den schlimmen Begleiterscheinungen des Oman-Krieges und dessen Nachwirkungen. Der Wahrheitsgehalt des Werkes ist nicht ganz unumstritten, da die britische Regierung alle Einzelheiten um die SAS-Soldaten als streng geheim klassifiziert hat. Drehbuchautor Matt Sherring hat nun versucht, eine Neuinterpretation des Buches, welches 17 Jahre abdeckt, in einen zweistündigen Actionthriller zu packen. Der Versuch ist ihm nur teilweise geglückt.

Wieso es zum Beispiel eine Nebenhandlung mit der hübschen Yvonne Strahovski gebraucht hat, erschliesst sich nicht ganz. Zwar erlauben es diese Szenen, kurz durchzuatmen, aber wichtig sind sie nicht. Durchatmen ist auch nötig, weil der Film - im Gegensatz zu Jason Stathams letzten Filmen - alles andere als ein No-Brainer ist. Wer hier den Kopf nicht bei der Sache hat, verliert schnell mal den Überblick über die verschiedenen Organisationen und das Wer-mit-Wem-und-Wieso. Etwas unnötig übertreibt es Regisseur Gary McKendry auch mit den Standorten. Die Schauplätze werden vor allem im letzten Drittel dermassen schnell und oft gewechselt, dass fast keine Rasanz und Spannung mehr aufkommt.

Bei den Schauspielern haben sich die Fans auf das Aufeinandertreffen von Statham und seinem Widersacher Clive Owen gefreut - und sie werden nicht enttäuscht. Auch wenn sie keine schauspielerischen Glanzleistungen vollbringen, ihre Actionszenen haben es in sich. Sie sind vor allem interessant, weil die beiden einander ebenbürtig sind und so der Ausgang lange offenbleibt. Er wird geprügelt, gerannt und geschossen, ohne dabei mit dem Filmblut zu geizen. Die knallharte und beinharte Action gefällt ausserordentlich gut, auch wenn mal wieder die Handkamera zum Einsatz kommt und in einigen Kämpfen etwas zu fest damit herumgefuchtelt wurde.

Fazit: Killer Elite ist zwar nicht über die ganze Laufzeit spannend, aber trotzdem wird einem nie langweilig während dieses ganz unterhaltsamen Films. Die Actionszenen sind Old School und eine Freude für die Fans. Eine Reduzierung bei den Figuren und die Streichung eines Nebenplots hätten der Spannung zwar gut getan, aber auch sonst ist dies tolle, leicht anspruchsvolle Unterhaltung für Fans von Actionfilmen der Siebziger- und der Achtzigerjahre.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

14.10.2011 / crs

Community:

Bewertung: 4.0 (51 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

5 Kommentare