Jumping the Broom (2011)

Jumping the Broom (2011)

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  2. 112 Minuten

DVD-Review: Eine Hochzeit mit Folgen

*knutsch*
*knutsch* © Sony Home Entertainment

Sabrina (Paula Patton) und Jason Laz Alonso) wollen's wissen: Schon nach wenigen Monaten trauter Zweisamkeit will das Paar heiraten. Das Ganze soll auf Marthas Vineyard stattfinden, dem Wohnsitz von Sabrinas reichen Eltern. Dass Jasons Familie aus Brooklyn stammt, jeden Penny zweimal umdrehen muss und auch sonst nicht viel von den Reichen des Landes hält, macht die gross angelegte und durchgeplante Hochzeit nicht einfacher.

Parat für die Zukunft?
Parat für die Zukunft? © Sony Home Entertainment

Doch ausser dass zwei Lebenskulturen und Einstellungen aufeinanderprallen, tun sich im schönen Haus der Watsons noch einige zusätzliche Geheimnisse auf. So hat Sabrinas Mutter (Angela Bassett) den Verdacht, ihr Gatte betrüge sie mit seiner Sekretärin, während sich Jasons Mom (Loretta Devine) total fehl am Platz fühlt und von ihrem Sohn enttäuscht ist. Dazu kommen die Onkels, Nichten, Cousins, die sich allesamt entweder dem jeweils anderen Geschlecht zu nähern versuchen oder auch sonst kein Fettnäpfchen auslassen. Die Hochzeit ist in ernsthafter Gefahr!

Ach, ist das schön: Attraktive, afroamerikanische Menschen treffen sich in wunderbarer Umgebung, sind toll angezogen und herausgeputzt, zeigen ihre weissen Zähne beim Lächeln, und die "Weissen" sind für einmal nur Beigemüse. Jumping the Broom erzählt von diesen Menschen und ihrem oberflächlichen Leben. Dumm nur, dass diese schönen Geschöpfe in eine Story gezwängt werden, die weder lustig noch spannend und auch nur in Zwischensequenzen ein bisschen romantisch ist.

Wenn man einen Film über den Zusammenprall der Upper- und Lowerclass guckt, darf man ein paar Witze erwarten: sympathische Missverständnisse, lustige Charaktere und, es geht immerhin um eine Hochzeit, Romantik. Was hier allerdings gezeigt wird, ist nichts von allem. Die Romantik wird vom Kitsch erdrückt, die Geschichte geht den üblichen Weg (verlieben, Missverständnisse entdecken, vermeintlich trennen, wiedervereinen) und die Charaktere bleiben so oberflächlich, wie sie nur sein können. Zwar wird versucht, mit gekünstelten Problemfällen ein bisschen Dramatik zu generieren, aber diese Themen haben in einem Film über eine (Traum-)Hochzeit schlichtweg keinen Platz.

Die Darsteller zeigen solide Arbeit, glänzen aber mehr durch ihr Äusseres denn durch Mimik und Charaktertiefe. Dass man das bei einer Komödie (ja, der Film wird als Komödie angepriesen) erwarten darf, ist verständlich. Allerdings dürfte man von gestandenen Damen wie Angela Bassett schon etwas mehr erwarten. Allerdings konzentriert sie sich auch mehr auf ihren Schmuck und die schönen Kleider. S'muss halt auch einmal sein...

Fazit: Jumping the Broom ist kitschig, witzlos und schlichtweg uninteressant. Solide Leistungen der Darsteller und wunderbare Drehorte reichen einfach nicht aus, um das Publikum zu überzeugen. Ausser man hat ein Faible für übertriebene Romantik und verdrückt ein Tränchen, wenn sich am Ende alle in den Armen liegen.

Die DVD von Jumping the Broom überzeugt dann doch noch. Sie ist technisch hervorragend ausgestattet, Ton und Bild punkten mit toller Schärfe und Klarheit. Da der Film allerdings auf laute Szenen verzichtet, werden auch die heimischen Boxen nicht ans Limit gebracht. Als Extras darf man sich über einen informativen Audiokommentar sowie ein ansprechendes Making-of freuen, das Macher und Stars über die Story plaudern lässt. Ein kleines Feature handelt auch noch von der Tradition des "Besensprungs", der dem Film schliesslich den Titel gegeben hat.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Englisch, 02:29