Inbred (2011)

Inbred (2011)

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  3. 90 Minuten

Filmkritik: Lernausflug mit tödlichem Spezialprogramm...

Ich hab' Kopfweh...
Ich hab' Kopfweh... © Studio / Produzent

Jeff (James Doherty) und Kate (Jo Hartley) haben es sich zum Beruf gemacht, Jugendlichen, die bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, eine zweite Chance zu geben und sie auf dem Weg zurück in die Gesellschaft zu begleiten. Sie haben beschlossen, mit einer Gruppe von vier Teenagern aufs Land zu fahren, um da einige Tage zu verbringen. Bis sie ihre Destination erreichen, dauert es jedoch eine Weile. Nachdem sie sich mehrmals verfahren haben, kommen sie schliesslich im abgelegenen Dorf Mortlake an, das genau so abgelegen wie heruntergekommen ist. Natürlich sind die Teenager von dem Loch, in dem sie hausen, nicht wirklich begeistert.

Da sie jedoch keine andere Unterkunft haben, schlägt Jeff vor, erstmal die Hütte aufzuräumen, damit sie ein Dach über dem Kopf haben, und Kate verspricht den Teenagern, nach getaner Arbeit zusammen mit ihnen ins Pub zu gehen. Gesagt, getan - nach einer gross angelegten Säuberungsaktion verschieben sie sich ins "Dirty Hole" und werden dort von den Einheimischen frostig empfangen. Einzig der Wirt nimmt sich ihrer an, warnt sie jedoch, dass sie sich von den Dörflern fernhalten sollten. Dies ist jedoch nicht mehr möglich, als Sam (Nadine Rose Mulkerrin) und Tim (James Burrows) eine Ziege befreien, die dann von einem heranfahrenden Auto überfahren wird. Es kommt zur Konfrontation, in der Jeff schwer verletzt wird. Mit vereinten Kräften schleppen sie Jeff ins Pub, um einen Krankenwagen zu rufen. Dort will ihnen jedoch niemand helfen, ganz im Gegenteil. Die Situation eskaliert immer mehr, und was ursprünglich als gemütlicher Ausflug geplant war, wird zum bluttriefenden Alptraum, in dem sich die Städter bis aufs Blut gegen die Angreifer verteidigen müssen...

Das es für Städter gefährlich werden kann, wenn sie aufs Land gehen, wurde schon in vielen Filmen thematisiert. The Hills Have Eyes, Texas Chainsaw Massacre, Bloodlines, Wrong Turn und viele andere porträtieren die Bewohner der kleinen Dörfer als Inzestmonster, die munter das auf vier Rädern angekarrte Frischfleisch in den Topf hauen und daran auch noch Spass haben, wenn es sich wehrt. Dass dies nicht nur in Amerika auf Atombombentestgelände so ist, sondern auch in Yorkshire im britischen Norden, zeigt nun Inbred auf, der sich ebenfalls in dieses Genre einreiht.

Ausnahmsweise fahren diesmal jedoch keine feierwütigen Teenager aufs Land, sondern zwei Sozialarbeiter mit ihren Schützlingen, um sie wieder auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Die Gruppe ist jedoch nicht nur dilettantisch organisiert, sie macht beinahe nach Checkliste alle Fehler, die man machen kann, um die "Eingeborenen" gegen sich aufzubringen: Werkzeuge klauen, über das Kuhdorf ablästern und das Essen beleidigen. Dabei gehen einem alle beteiligten Charaktere derart auf die Nerven, dass sie einem nicht nur egal sind, sondern man wartet beinahe darauf, dass sie besonders spektakulär das Zeitliche segnen und so endgültig aus dem Film verschwinden. Besonders katastrophal ist dabei Jo Hartley, deren Auftritt man primär als schreiendes Overacting zusammenfassen kann.

Vom Aufbau her hat sich Inbred am meisten von 2001 Maniacs und dem Rob Zombie-Schocker House of 1000 Corpses inspirieren lassen, denn auch hier werden die Städter zur Hauptattraktion eines Dorffestes, bei der ein kranker Clown die Jungs und Mädels in verschiedenen Vorstellungen verwurstet, und dabei scheinen die Hinterwäldler viel Spass zu haben. Die Zuschauer hat Inbred an dem Zeitpunkt jedoch schon lange verloren, denn es gibt schlichtweg keine Figur, die wirklich interessant ausfällt, weshalb man auch nicht mitfiebern kann, da einem das Schicksal der Opfer völlig egal ist. Selbst wenn einige der spektakulären und äusserst blutigen Splattersequenzen durchaus noch kreativ ausfallen, täuschen sie bei bestem Willen nicht über die wirklich schlecht zusammengeklaute und spannungslos abgehampelte Handlung hinweg.

Fazit: Inbred reiht sich in die lange und unglamouröse Reihe der mässigen Hillbilly-Streifen ein, deren Handlung nicht nur geklaut, sondern so öde wie berechenbar umgesetzt wurde, dass selbst das literweise verspritzte Blut nicht darüber hinwegtäuschen kann. Unsympathische und nervende Charaktere machen den Streifen schliesslich endgültig zum Rohrkrepierer, der hoffentlich kein Sequel erhält.

/ db

Kommentare Total: 2

filmliebhaber-tom

Splatterkost der etwas derberen Sorte:
Genre-Regisseur ""Alex Chandon" hat mit "Inbred" einen teilweise haarsträubenden Schocker gebastelt, der Filmfreunde vermutlich in zwei Lager spalten dürfte.
Im Vergleich zu seinen früheren Werken beweist Chandon enorm Geschick in Bezug auf Atmosphäre und Spannung. Das Unbehagen, welches dem Zuschauer ab Filmbeginn entgegenwummert ist in seiner Darstellung als sehr nennenswert zu betiteln. Düstere Farben und merklich stimmiger Spannungsaufbau prägen diesen kleine Indie-Hit - zumindest bis zur Filmmitte. Nach 45 Minuten Laufzeit wird "Inbred" handfest, derb und geschmacklos und dürfte vermutlich allein nur dessen der Gore- und Splattergemeinde munden. Die teilweise kruden Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung selten und dürften vermutlich auch Grund dafür sein, dass die ungeschnittene Filmfassung von "Inbred" keine deutsche Freigabe erhalten wird.

http://filmchecker.wordpress.com/2012/10/22/filmreview-inbred-2011/

db

Filmkritik: Lernausflug mit tödlichem Spezialprogramm...

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