Herz im Emmental (2011)

Herz im Emmental (2011)

  1. ,
  2. 90 Minuten

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crs

Filmkritik: Besser selbst hingehen.

TaTanji

Ich finde die Kritik zu hart. Sicher, der Film ist keine tiefgründige und lehrreiche Dokumentation - aber das nimmt er ja auch gar nicht für sich in Anspruch. Es handelt sich hier vielmehr um eine kurzweilige Aneinanderreihung von verschiedenen Erzählungen unterschiedlicher Menschen aus dem Emmental. Gerade durch den ständigen Wechsel zwischen den Protagonisten stellt sich keine Langeweile ein. Dazu kommt, dass sich die Geschichten dann teilweise doch überschneiden, beispielsweise wenn Niklaus M. Lauterburg erzählt, wie in einem Teil seines Traditionsbetriebes heute ein Tonstudio eingemietet ist.

Jeder dieser Menschen hat sehr wohl Interessantes zu erzählen. Logischerweise hat eine junge Frau, die gerade die Lehre beendet hat, noch nicht so viel erlebt wie die die 78-jährige Tochter einer ausgebeuteten Heimarbeiterin. Dabei liegt es ganz einfach auch im Auge des Betrachters, welche Geschichten er spannend findet und welche vielleicht weniger. Der Unterschied zwischen städtischer und ländlicher SVP interessiert den Schwingerfreund vermutlich weniger als die Ausführungen des jungen Sportlers.

Es war absolut kein Fehler, verschiedene Einheimische zu Wort kommen zu lassen. Denn genau davon lebt dieser Film! Der Musiker Thom Blunier hat übrigens weit mehr als bloss über seine Rückenschmerzen gesprochen. Abgesehen davon finde ich den lapidaren Ausdruck "Rückenschmerzen" im Zusammenhang mit Morbus Bechterew reichlich fehl am Platz. Auch Frau Ida Heiniger hat viel zu erzählen. Was Ihre Mutter und deren Weggenossinnen geleistet haben, kann man heute nur mehr schwer nachvollziehen. Dass sich alte Menschen bei Ihren Ausführungen gerne in Details verlieren, liegt in der Natur von uns allen. Und gerade weil hier nicht zuviel weggeschnitten wurde, wirkt das Gespräch sehr authentisch.

Mein Fazit:
Mit Sicherheit kein Meisterwerk der Kinogeschichte, jedoch kurzweilige Unterhaltung. Daumen hoch!
...aber letztendlich ist jeder Film einfach nur Geschmacksache! 😉

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