Crazy, Stupid, Love. (2011)

Crazy, Stupid, Love. (2011)

Oder: Von Liebe, Seelenverwandten und Photoshop

Du musst cool werden, Mann!

Du musst cool werden, Mann!

Er ist die Gutbürgerlichkeit in Person: Cal Weavers (Steve Carrell) ist in den Vierzigern, verheiratet mit Emily (Julianne Moore), Vater von zwei herzigen Kids und Eigentümer eines Hauses. Doch die Romantik, die Leidenschaft der Ehe ist vorüber. So eröffnet Emily ihrem Gatten eines Abends, dass sie die Scheidung will. Überhaupt, sie habe schon mit dem Arbeitskollegen David (Kevin Bacon) geschlafen, und das sei es nun gewesen. Für Cal bricht eine Welt zusammen, und er setzt sich in die nächste Bar. Frusttrinken ist angesagt.

*Wrrrau*

*Wrrrau*

Dort fällt er dem Frauenhelden Jacob (Ryan Gosling) auf, der sich seiner annimmt. Neue Kleider, neue Einstellung und ein paar flotte Sprüche, und schon lernt Cal die Vorteile des Datens kennen. Doch diese schnellen Nummern sind nicht wirklich sein Ding, und er sehnt sich nach seinem Familienleben, nur um zu merken, dass der Gang zurück härter ist als angenommen. Und als sogar Womanizer Jacob eine Frau fürs Herz findet, sitzt Cal erneut alleine auf dem Barhocker. Nicht wissend, dass bald eine Reihe von Ereignissen eintritt, die sein Leben total auf den Kopf stellen werden.


DVD-Rating

Crazy, Stupid, Love ist der neue Film von Regisseur-Duo Glen Ficarra und John Requa, die sich bereits bei I love you Phillip Morris den Regiestuhl geteilt haben. Auf den ersten Blick kommt der Streifen wie die übliche romantische Komödie daher. Doch bereits nach wenigen Minuten ist klar, dass dem nicht ganz so ist. Die Zuschauer erwartet eine erfrischende, leicht verdauliche und herzerwärmende Liebesdramödie.

Anders als im typischen Hollywood-Liebesfilm handelt Crazy, Stupid, Love in erster Linie von einem Ehepaar mittleren Alters, das durch eine Krise geht. Klar, eine der Hauptfiguren ist ein heiss aussehender Aufreissertyp, gespielt vom knackigen Ryan Gosling, was der Attraktivität des Filmes bestimmt nicht schadet. Doch dass er zur Zeit einer der begehrtesten Schauspieler ist, liegt nicht nur an seinem Talent und seiner interessante Rollenwahl. Gosling vermag es, Frauen und Männer gleichermassen für sich zu gewinnen: Frauen lieben ihn, und Männer finden ihn lässig.

Aber im Mittelpunkt der Geschichte steht ja nicht (nur) seine Figur, sondern die von Kollege Steve Carell, der es drauf hat, komisch und tragisch in einer Person zu verkörpern und erneut beweist, dass er durchaus mehr auf dem Kasten hat, als nur rumzublödeln und Witze zu reissen. Aber auch die Leading Ladies sind nicht minder interessant. Julianne Moore und Emma Stone ergänzen ihre männlichen Gegenparts perfekt. Zwischen den Schauspielerpaaren stimmt die Chemie, wodurch das Ganze natürlich rüberkommt.

Der Plot ist teilweise zwar absehbar, dennoch sind die Figuren so schön eigen, dass es nicht gross stört. Es macht Spass, bei diesen Irrungen und Wirrungen zuzuschauen. Crazy, Stupid, Love kommt in schönen Bildern daher und ist musikalisch schön untermalt. Zur Abwechslung nicht mit den obligaten Chart-Songs, sondern mit eher unbekannten Liedern, die die Stimmung des jeweiligen Moments gut ergänzen und rüberbringen.

Kurz gesagt: Crazy, Stupid, Love sticht aus dem Meer an RomComs raus, besticht durch den attraktiven Cast (als besonderes Leckerli Ryan Gosling) und passt bestens zu einem gemütlichen Filmnachmittag/abend mit der besten Freundin, dem Partner, der Katze und anderen Haustieren - oder einfach so. Also eigentlich immer.

Zur DVD: Schönes Bild, der Ton ist okay. Da es sich nicht um einen high-tech Science-Fiction-Film oder Action-Knaller handelt, ist es nicht weiter tragisch, dass als Extra lediglich "nicht verwendete Szenen" zu finden sind. Alles in allem gibt's nichts zu meckern.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

27.02.2012 / faz

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