Catch .44 (2011)

Catch .44 (2011)

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  2. 94 Minuten

Blu-ray-Review: Drei Engel für Mel

Für ein bisschen Trinkgeld macht Tes (fast) alles
Für ein bisschen Trinkgeld macht Tes (fast) alles © Studio / Produzent

Tes (Malin Akerman) arbeitet als Barkeeperin in einem Stripclub, als sie von einem mysteriösen Fremden ein Angebot unterbreitet bekommt, für einen Gangsterboss zu arbeiten. Sie nimmt an und führt in der folgenden Zeit einige Aufträge für ihren undurchsichtigen Boss Mel (Bruce Willis) aus. Tatkräftige Unterstützung erhält sie dabei von ihren beiden sexy Komplizinnen Dawn (Deborah Ann Woll) und Kara (Nikki Reed).

"Einmal Pommes mit Mayo - aber zack, zack!"
"Einmal Pommes mit Mayo - aber zack, zack!" © Studio / Produzent

Ihr neuester Auftrag scheint ein Kinderspiel zu werden: In einem verlassenen Diner sollen sie eine Drogenlieferung abfangen. Doch als sich niemand mit solch einer Lieferung blicken lässt, nehmen die Mädels die Sache in die Hand, doch mehr und mehr wird deutlich, dass irgendetwas nicht stimmt. Und am Ende ist niemand mehr der, den er eigentlich zu sein vorgibt...

Bei einem "Catch-22" handelt es sich um eine paradoxe Situation, in der die Lösung eines Problems nur weitere Probleme verursacht und letztendlich wieder zum Ausgangsproblem zurückführt. Die Köpfe hinter Catch .44 haben den Titel ihres Films nun so angepasst, um auf das .44-Kaliber eines Magnum-Revolvers anzuspielen - und im gleichen Atemzug den Namen viel cooler wirken zu lassen. Für den deutschsprachigen Markt wurde der Titel dann noch um den Zusatz Der ganz grosse Coup erweitert. Von einem ebensolchen ist man mit diesem Film allerdings weit entfernt.

Ähnlich wie mit dem Namen verhält es sich eben auch mit dem Film selber: Stilistisch wurde er dermassen auf Coolness getrimmt, dass man sich vorstellen kann, wie in etwa die ersten Ideen ausgesehen haben müsse: Stylischer Film mit coolem Soundtrack - Handlung egal. Mit ein bisschen Geld kann man sich dann noch Grössen wie Forest Whitaker und Bruce Willis verpflichten, damit die Kundschaft auch brav die Blu-ray-Scheibe kauft.

Viel mehr Positives gibt es auch nicht zu sagen. Die Handlung wird zwar interessant erzählt, bietet aber auf den zweiten Blick keinerlei Substanz. Selbst bei der bekannten, sonst so ausführlichen Internet-Enzyklopädie ist der ganze (!) Film in wenigen Sätzen erzählt. Mit mehr Tempo und weniger belangloser Dialoge hätte es wohl ein flotter Kurzfilm werden können. Aber so verlässt man sich zu sehr auf schicke Aufnahmen und eine gelungene musikalische Untermalung und bedient sich reichlich bei grossen Vorbildern wie Kill Bill oder Pulp Fiction.

Schauspielerisch macht Malin Akerman als toughe Gangsterbraut eine äusserst ansehnliche Figur, und Forest Whitaker mimt seinen undurchsichtigen Charakter in anständiger Manier. Lediglich Bruce Willis enttäuscht, denn der wusste wahrscheinlich selber nicht, was er aus dem Drehbuch machen sollte.

Fazit: Catch .44 verlässt sich zu sehr auf coole Aufnahmen und bietet neben flotter Musik und einer toughen Hauptdarstellerin nicht viel Erwähnenswertes. Das Skript scheint ohne jegliche Liebe zum Detail niedergeschrieben worden zu sein, und trotz eines ansprechenden Erzählstils bleibt die Story nichts als heisse Luft.

Technisch gesehen brilliert die Blu-ray-Umsetzung mit einem astreinen Bild und einem klar abgemischten Sound, dem es allerdings teilweise an Tiefe mangelt. An Bonusmaterial ist bis auf einen Audiokommentar nichts zu finden. Dieser lässt aber Kommentare von den Hauptdarstellern herzlich vermissen.

/ lop