The Best Exotic Marigold Hotel (2011)

The Best Exotic Marigold Hotel (2011)

  1. ,
  2. , ,
  3. 124 Minuten

DVD-Review: Wie die Costa Brava, einfach mit mehr Elefanten

"Ich bin wohl wirklich ein wenig eintönig."
"Ich bin wohl wirklich ein wenig eintönig." © 2011 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved

Soeben den Mann verloren, noch immer Single, kein Geld für einen schönen Lebensabend in England, ein dringend benötigtes neues Hüftgelenk - das sind nur einige Gründe, weshalb sich sieben Rentner (Bill Nighy, Maggie Smith, Tom Wilkinson, Judi Dench, Celia Imrie, Penelope Wilton und Ronald Pickup) von England auf die Reise nach Indien machen. Dort wartet auf sie laut Broschüre ein traumhaftes Haus mit altersgerechter Pflege. Doch das "Best Exotic Marigold Hotel" hat seine goldenen Jahre wie die sieben älteren Menschen schon hinter sich.

Rentner haben ja genug Zeit zum Warten.
Rentner haben ja genug Zeit zum Warten. © 2011 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved

Die vielen Vorurteile, die besonders die weiblichen Gäste haben, machen den Aufenthalt in der Fremde nicht unbedingt erfreulicher. Doch dann kommt - wie so oft im Leben - doch noch alles anders. Indien bietet den Senioren nochmals einen neuen Start ins Leben. Ob in der Liebe oder der Arbeitswelt, es öffnen sich plötzlich wieder ganz viele Türen für die Engländer, die ihr Leben schon hinter sich dachten. Dazu trägt auch der etwas unbeholfene aber doch sehr liebevolle junge Hotelbesitzer (Dev Patel) bei, der mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat.

John Madden ist Engländer und als Regisseur recht erfolgreich. Filme wie Shakespeare in Love und The Debt sprechen eine deutliche Sprache. Auch in seinem neusten Film umgibt sich der Mann mit englischen Schauspielern, die mitunter durchaus als "Legenden" betitelt werden dürfen. Dazu präsentiert er in The Best Exotic Marigold Hotel einen Drehort, der an Farbe und Bewegung fast nicht zu übertreffen ist. Willkommen in Indien!

Er schickt eine Horde in die Jahre gekommener Engländer in die bunte Welt der Tücher, Musik und Bewegung. Und er lässt allen seinen Figuren genügend Platz zur Entfaltung. Die wird auf verschiedene Weise genutzt. So ist Judy Dench eher für die ernsteren Momente zuständig, während Maggie Smith vor allem am Anfang mit ihren trockenen Sprüchen punktet. Aber auch Bill Nighy und Tom Wilkinson kommen im Lauf des Films immer besser zur Geltung und versprechen eine gesunde Mischung zwischen Komik und Tragik. Immer schön angereichert mit herrlichen Sprüchen und ebensolchen Gesichtsausdrücken.

Fazit: The Best Exotic Marigold Hotel fängt ein bisschen bedrückt an, steigert sich dann in Farbe und Komik und zeigt gegen Ende den nötigen Kitsch, den ein Film braucht, wenn er in Indien spielt. Das mag nicht jedermann gefallen, aber passend ist es allemal. Dazu überzeugen die Darsteller durchs Band (auch der aus Slumdog Millionaire bekannte Dev Patel ist stark) und laden den Zuschauer ein zu einer Reise, die mit zwei Stunden zwar etwas lang ist, aber trotzdem gefällt.

Natürlich kommen die Farben von The Best Exotic Marigold Hotel gut zur Geltung, wenn das Bild mit Stärke und Klarheit punktet. Ebenso macht der Ton einen guten Eindruck, zumal verschiedene Sprachfassungen samt Untertitel angeboten werden. Als Bonusmaterial liegt ein Bericht vor, der die Geschichte des Films zeigt und dabei auch ein bisschen hinter die Kulissen guckt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website

Kommentare Total: 4

muri

DVD-Review: Wie die Costa Brava, einfach mit mehr Elefanten

lafrecciablu

ganz klar ist Best Exotic nicht in allen belangen gelungen. die zutaten wären alle da, leider gelingt es nicht, eine homogene masse daraus zu zaubern. der humor ist gut dosiert, die tragik ist gut dosiert, die älteren menschen sind sympathisch und selbst ihre macken kann man ihnen wegen ihrem alter verzeihen (beispiel maggie smith...). hätte man aus einigen stereotypen (die super übellaunige und nervig miesepetrige ehefrau von billy nighy ist einfach nur hassenswert, der auf ein sex-abenteuer ausgetrichtete alte mann... selbst die liebesgeschichte zwischen den jungen indern ist leider auf das typische familie-akzeptiert-die-liebe-des-sohnes-nicht-vehikel angesetzt. das kennt man leider zu oft und finde es hätte man sich sparen können. die vielen figuren und die hotel-situation hätten da schon gereicht. aber trotz einigen miss-dosierungen, letzten endes gewinnt die menschlichkeit und indien bezahlt es mit einer art fernweh, wie ich es schon lange nicht mehr gekannt habe. die wärme des landes bezaubert und verströmt selbst über das alter hinaus die lebensfreude und das lebensbejahende. eine aufgerundete 5

El Chupanebrey

Der Film hat Charme, keine Frage. Gibt ein paar Lacher, meist von Dev Patels Seite; die Szenerie ist wunderbar - mir fallen die "Virtual Tourism"-Filme aus den 1910ern ein -; und der Cast ist natürlich einwandfrei.

Die Charaktere sind sympathisch, wenn auch teils stereotyp. Darin liegt aber auch die Klasse der Darsteller: Selbst wenn sie einen Stereotypen spielen müssen, gehen sie sehr elegant damit um - Stichwort: Maggie Smith.

Auch ist The Best Exotic Marigold Hotel trotz seiner 124 Minuten Laufzeit keineswegs mühsam. Im Gegenteil, er hat einen sehr sanften, gut getimten Erzählfluss.

Leider wird der eigentlich positive Gesamteindruck von einem stellenweise etwas unsauberen Schnitt und einem unterdurchschnittlichen Drehbuch ein wenig getrübt. Das Skript lässt echte Subtilität vermissen, vergreift sich ein paar Mal im Tonfall und trichtert den Figuren wie dem Zuschauer Botschaften ein, die zwar zweifelsfrei wichtig sind, die wir aber auch schon unzählige Male gelernt haben.

Zudem bin ich mir ob des etwas allzu süssen Endes nicht ganz sicher. Dabei stören mich aber weniger die Entscheidungen an sich als die Art, wie das Ganze umgesetzt wurde.

Insgesamt ist John Maddens neuer Film aber sicher eine recht vergnügliche, wenn auch nicht übermässig anspruchsvolle Indienreise. Es gibt schlechtere Arten, zwei Stunden zu verbringen.

3.5

[Editiert von El Chupanebrey am 2012-03-19 01:06:09]

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen