American Horror Story: Murder House (2011)

American Horror Story: Murder House (2011 / Serie)

American Horror Story - Die dunkle Seite in dir
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  2. 60 Minuten

DVD-Review: Anthologie des Grauens

Schmuckstück.
Schmuckstück. © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment, Inc. All Rights Reserved.

Die Familie Harmon zieht von Boston nach Los Angeles, um einen Neustart zu wagen. Ehemann Ben (Dylan McDermott) hatte eine Affäre mit einer Studentin, Ehefrau Vivien (Connie Britton) erlebte eine Totgeburt, und Tochter Violet (Taissa Farmiga) macht als Teenie eine ultraschwere Zeit durch. Da kommt ihnen das Traumhaus im viktorianischen Stil in der glamourösen Gegend gerade recht. Dass das Grundstück netterweise "Mörderhaus" genannt wird, eine wahrhaftig gruselige Vergangenheit hat und seither als Touristenattraktion gilt, erfahren die Harmons etwas zu spät.

"Wir sind Grumpy Cats."
"Wir sind Grumpy Cats." © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment, Inc. All Rights Reserved.

Bereits in der ersten Nacht erlebt die Familie das Geheimnis am eigenen Leib und wird von schrecklichen Visionen geplagt. Das Haus offenbahrt sein Innerstes und erzählt die Geschichten der Schicksale, die sich über all die Jahre ereignet haben. Als sie Bekanntschaft mit der neugierigen Nachbarin Constance (Jessica Lange) und ihrer behinderten Tochter machen, erfahren sie, dass die Seele derjenigen, die im Haus sterben, für immer dort gefangen bleibt. Währenddessen trifft Violet auf den verstörten Schüler Tate (Even Peters), welcher zugleich von Ben psychiatrisch therapiert wird. Je länger Familie Harmon hier wohnt, desto mehr ergreifen das Haus und die Geister Besitz von ihnen...

Wenn man als moderner TV-Zuschauer denkt, man hätte bereits alles Essentielle auf der Flimmerkiste gesehen, gleicht American Horror Story einem Schlag in die Magengrube. Die Glee-Masterminds Ryan Murphy und Brad Falchuck entfernen sich von der Teenie-Singerei und starteten im Jahr 2011 eine bereits jetzt preisüberhäufte Anthologie des Grauens, welche das Horrorgenre nicht nur auf den Kopf stellt, sondern punkto cineastischer Qualität einen Quantenspruch nach vorne macht. Doch Vorsicht: Diese Serie beweist bereits in der ersten Staffel, dass Angsthasen lieber die Finger davon lassen sollten.

Bereits das grafisch aufwühlende, mit nervenzerreissendem Soundtrack untermalte Intro von American Horror Story: Murder House warnt die Zuschauer davor, in welchen Albtraum die sich in den folgenden zwölf Episoden begeben werden. Murphy und Falchuck bedienen sich eines Evergreens des Genres und lassen ein Geisterhaus die Hauptrolle im Auftakt ihres Gruselkabinetts übernehmen. Der clevere Plot wird trotz simpler Ausgangslage dermassen überraschend und schockierend weitergesponnen ("Piggy Piggy", "Rubber Man"), dass man eigentlich nie weiss, was als nächstes passieren wird. In den einzelnen Episoden wird folglich auch kein Tabuthema ausgelassen: Totgeburt, Inzest, Fetischismus und Amoklauf sorgen dafür, dass die erste Staffel zum ultimativen Horrorgenuss wird und man sich mehrfach dabei entdeckt, fassungslos "Oh mein Gott!" zu flüstern.

Da die Handlung so ziemlich auf einen Schauplatz beschränkt ist, bietet American Horror Story: Murder House umso vielschichtigere und absolut grandiose Figuren, die die Zuschauer sofort in den Bann ziehen und dabei - allen voran natürlich mit Jessica Lange und Evan Peters - auch noch perfekt besetzt sind. Murphy und Falchuck spielen auch hier gekonnt mit den Erwartungen der Zuschauer und finden sogar Platz für ein paar höllisch gut besetzte Gastrollen. Neben der unkonventionellen Story und den tiefschichtigen Figuren schliesst der optische Stil den qualitativen Kreis, für den American Horror Story: Murder House locker 6 Sterne einheimst: Das Spiel mit verschiedenen Optiken und Kameraperspektiven, welches in den darauffolgenden Staffeln noch intensiver zelebriert wird, unterstreicht das Unbehagen und setzt der Serie damit unweigerlich die Krone auf.

Fazit: American Horror Story: Murder House ist ein absolut grandios inszenierter Horrorgenuss, auf den viele TV-Zuschauer schon lange gewartet haben. Ryan Murphy und Brad Falchuck nehmen in den zwölf Episoden kein Blatt vor den Mund und kreieren eine düstere Anthologie, die einen nicht mehr aus dem Bann lässt. Diese Serie ist nichts für schwache Gemüter. Alle anderen dürfen sich gerne die Finger daran verbrennen.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 9

yan

...und der Name der vierten Season ist: Freak Show. Das kann ja heiter werden ;)

th

@woc: season 3 hat irgendwie twilight-niveau und -feeling... die hexenstreitereien und der voodoo-supichef sind letzten endes ziemlich öde. kathy bates war aber in der tat das (einzige?) highlight.

RandyMeeks

Wird Zeit für die 2. Staffel bei mir! Die erste hat mich sowas von umgehauen! Der absolute Wahnsinn! :)

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