Almighty Thor (2011)

Almighty Thor (2011)

Thor - Der Allmächtige
  1. ,
  2. 92 Minuten

DVD-Review: Bei der Macht von Grayskull!

Ho Ho Ho
Ho Ho Ho © Studio / Produzent

Die Götterstadt Walhalla ist unter der Belagerung eines dämonischen Gottes namens Loki (Richard Grieco), der sich den Hammer der Unbesiegbarkeit schnappen will. Dagegen hat Göttervater Odin (Wrestler Kevin Nash) was und stellt sich dem dämonisch-bleichen Angreifer in den Weg. Dumm nur, dass er durch eine List diesen Kampf verliert und auch noch grad einer seiner Söhne über den Jordan gehen muss. Es bleibt nur noch eine Hoffnung: Der junge Thor (Cody Deal) muss in die Hosen.

Hör mal wer da hämmert
Hör mal wer da hämmert © Studio / Produzent

Bevor Odin seinen Löffel abgibt, schwingt er den Hammer in eine Dimension, zu der man nur via magischen Wurmlöchern Zugang hat. Glücklicherweise für Thor trifft er schon bald auf die Kriegerin Jarnsaxa (Patricia Velasquez). Die lehrt ihn kämpfen und weiss auch anständig über die Dimensionen Bescheid. Und trotzdem, der Hammer bleibt unerreicht und Dämon Loki hat mit seinen Höllenhunden die Verfolgung Thors aufgenommen. Es kann nur einen geben! Und zwar einen, der den Hammer schwingt und das Schicksal der Welten in den Händen hat.

Thor machte die Kinos vor nicht allzulanger Zeit unsicher und entpuppte sich als kleine Überraschung. Dass die Produktionsfirma Asylum da nicht untätig zuschauen konnte, war klar. Innerhalb von knapp zwei Wochen wurde Almighty Thor gedreht und dann schnurstracks auf den Markt gebracht. Vielleicht lässt sich ja ein ahnungsloser Käufer finden, der für diesen Schund Geld ausgibt und denkt, er hätte den Film von Kenneth Brannagh in den Händen - ui, der wird sich ärgern...

Nach anfangs grottenschlechten Produktionen hatte man das Gefühl, die Herren von Asylum hätten immerhin den Rank gekriegt, dass ihre Filme nicht mehr so grauslig übel daherkommen. Almighty Thor lehrt uns das Gegenteil. Hier passt so grad gar nichts zusammen, und die Geschichte dreht sich praktisch ausschliesslich um die Dimensionssprünge, während Loki fies lächelnd durch den Wald spaziert. Von den lachhaft animierten Höllenhunden wollen wir gar nicht erst anfangen.

Darstellerisch wurde bei Almighty Thor für einmal richtig schön bekanntes Schauspieler-Material verpflichtet. Wer sich noch an die TV-Serie Booker erinnern kann, könnte wissen, wie Richard Grieco vor Botox ausgesehen hat. Er hat sich aber immerhin noch die beste Rolle des Film geschnappt und darf bös in die Kamera blicken und sein bleich geschminktes Gesicht zeigen. Das kann man von Patricia Velasquez (remember The Mummy returns?) und Kevin Nash (The Punisher) nicht behaupten. Sie versteht man kaum, er zeigt steifes und langweiliges Schauspiel. Schade.

Hauptdarsteller Cody Deal verkörpert Thor eher wie ein "Thörchen", hat zwar schöne Armmuskeln, stellt sich aber derart dumm und hilflos an, dass man ihn am liebsten in den Arm nehmen und trösten würde. Ganz schwach.

Fazit: Almighty Thor ist definitiv eine Gurke geworden, die einen Rückschritt für Asylum darstellt. Zwar sind bekannte Namen dabei, aber die sind in der doofen und langweiligen Story total nebensächlich. Dazu kommen altbekannte und billige Tricks sowie ein Ende, das halt einfach ärgerlich ist und uns hoffen lässt, dass es zu The Avengers keine Asylum-Version gibt. Aber da können wir wohl noch so fest hoffen...

Die DVD von Almighty Thor bringt technisch durchschnittliche Qualität in die gute Stube: ein einigermassen passend abgemischter Ton (ohne Untertitelspur) sowie gute Bilder, die aber in der Dunkelheit bald an Schärfe verlieren. Als Extras sind höchstens die Bloopers (mit Musik unterlegt) zu empfehlen. Das Making-of ist amateurhaft gedreht, aber wenigstens kommen die "Stars" darin zu Wort.

/ muri