205 - Zimmer der Angst (2011)

205 - Zimmer der Angst (2011)

  1. ,
  2. 100 Minuten

Filmkritik: Jede Wohnung hat eine Geschichte...

Schatz, hast du meine Bettlaken gefunden?
Schatz, hast du meine Bettlaken gefunden? © Studio / Produzent

Für Katrin (Jennifer Ulrich) ist der Eintritt in die Uni ein Befreiungsschlag von ihrem kontrollsüchtigen Vater, der sie in den letzten Jahren nur eingeengt hat. Nun hat sie im Studentenwohnheim ihr eigenes Zimmer - Raum 205 - und endlich die Freiheiten, alles zu tun und zu lassen, wonach sie gerade Lust hat. Dies nutzt sie auch aus mit Partys, neuen Freunden, Sex und natürlich zwischendurch noch etwas Schule. Dabei wundert sie sich nur am Rande, weshalb vor ihr lange niemand mehr in diesem Raum einquartiert war und geniesst lediglich die Zeit.

Ja... Was hast du auf denen gemacht!?
Ja... Was hast du auf denen gemacht!? © Studio / Produzent

Jedenfalls bis zu dem Moment, als sie Christian (Daniel Rösner) - mit dem sie geschlafen hat - brutal ermordet im Keller findet. Dies ist erst der Anfang einer Kette von merkwürdigen Ereignissen, die sie langsam auf die Spur eines wüsten Geheimnisses führen, das immer noch an Raum 205 haftet. Als Katrin schliesslich noch das Videotagebuch ihrer Vorgängerin findet, ist sie sich sicher, dass diese mysteriösen Umfalle und der Tod der Vormieterin nichts mit Zufall zu tun haben und beschliesst, den Fall aufzuklären. Doch damit hat sie in ein Wespennest gestochen und wird sofort das Ziel von immer stärker werdenden Mobbingattacken. Kann sie das Rätsel noch rechtzeitig aufklären, bevor sie in tödliche Gefahr gerät?

Wenn man es genau nimmt, ist 205: Room of Fear ein Remake des dänischen Gruslers Kollegiet von Regisseur Martin Barnewitz. Wie weit dies jedoch zutrifft, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden, doch die Beteiligten haben jedenfalls keine Freude am Label Remake, da sie gemäss eigenen Angaben in eine ganz neue Richtung gegangen sind. Davon mal abgesehen, ist es natürlich schön, wieder einmal einen Grusler aus unseren Gefilden anzutreffen, denn es gibt viel zu wenig deutschsprachige Produktionen, welche sich des Horrorgenres annehmen.

Genrekennern wird natürlich bereits in den ersten Minuten des Filmes einiges bekannt vorkommen. Eine neue Studentin kommt an die Uni, erhält ein Zimmer mit düsterer Vergangenheit und vergnügt sich zuerst einmal im lokalen Partyleben. Danach wird die Studentin nicht nur schrittweise von der Vergangenheit des Raumes eingeholt, sondern es beginnen sich auch die Leichen zu stapeln, was natürlich auch die Polizei auf den Plan ruft. Später wird dies mit einem Trauma kombiniert, mit dem Katrin fertigwerden muss, und mit den einsetzenden Mobbingattacken von anderen Studenten ist das Fundament für einen Thriller gelegt, in dem sie langsam aber sicher an ihre Grenzen gerät.

Selbst wenn die Gruselelemente einen wichtigen Aspekt des Filmes einnehmen, setzt 205: Room of Fear das Hauptgewicht darin, aufzuklären, was mit Annika - der Vormieterin - geschehen ist. Dabei gelingt es Regisseur Rainer Matsutani, eine interessante Handlung mit einigen Wendungen aufzubauen, durch die man nicht auf den ersten Moment sieht, wer wie und warum an Annikas Verschwinden beteiligt war. Doch selbst wenn dies gut eingefädelt ist, geht es letztendlich um einen Geist, der die Teenager jagt - und genau hier liegt der Hund begraben: Das Regelwerk hinter dem Geist ist enorm schwammig ausgefallen, und im Gegensatz zu Filmen wie Darkness Falls, wo der Geist zum Beispiel nur angreifen konnte, wenn man in der Dunkelheit stand, hat man hier keine Chance, sich gegen die willkürlich eingesetzten Kills zu wehren. Da diese zudem relativ kurz und nach bekanntem Schema abgewickelt werden, kann auch kaum ein Spannungsbogen aufgebaut werden, und es bleibt beim unspektakulären Grusler, der lediglich eine düstere Atmosphäre und nur punktuell wirkliche Intensität aufbauen kann.

Fazit: 205: Room of Fear hat wie eine Medaille zwei Seiten. Zum einen bietet er mit Jennifer Ulrich einen sehr sympathischen Anker, mit der man gerne den Tathergang rund um Annikas Tod aufklärt. Die Fragen, wer inwiefern beteiligt war und was wirklich dahintersteckt, machen den Film interessant und kurzweilig. Die eigentlichen Gruselelemente, welche ihm zwar eine düstere Atmosphäre und auch einige gelungene Kills bescheren, können jedoch auf dem internationalen Parkett nicht bestehen, haben kaum ein Regelwerk und werden auch relativ rasch abgewickelt. Das macht den Film leider zu einer sehr zweischneidigen Angelegenheit, welche nicht restlos begeistert.

/ db

Trailer Deutsch, 02:30