The Whistleblower (2010)

The Whistleblower (2010)

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  3. 112 Minuten

Filmkritik: Böse Zungen flüstern nicht

Passen die Ohrringe?
Passen die Ohrringe?

Kathyrn Bolkovac (Rachel Weisz) ist eine junge Polizistin und geschiedene Mutter aus Nebraska. Als ihre Versetzung in die Nähe der Tochter erneut abgelehnt wird, nimmt sie einen Job als UN-Friedenswächterin im Nachkriegs-Bosnien an, um erstmal ein bisschen Geld zu verdienen. Vier Jahre sind bereits seit dem Krieg vergangen, und es gibt noch eine Menge zu tun, denn das Land steht erst am Anfang des Wiederaufbaus.

Ich steh auf Männer in Uniform.
Ich steh auf Männer in Uniform.

Als nach ersten erfolgreichen Untersuchungen vor Ort die engagierte Polizistin schon bald einem Frauenhändlerring auf die Spur kommt, scheint alles auf eine kleine Gruppe von rassistischen Verbrechern hinzudeuten. Doch schon bald muss sie feststellen, dass einige UNO-Mitarbeiter selbst aktiv in die Zwangsprostitution involviert sind. Bei der Jagd auf die Drahtzieher und Mittäter erlebt sie einige böse Überraschungen und wird kurz darauf selber zur Gejagten.

Filme, bei denen nicht gern ausgesprochene Themen wie Frauenhandel und Zwangsprostitution behandelt werden, sind nicht häufig in den Kinoprogrammen zu sehen und werden leider zu wenig mit grossen Namen produziert. Zu diesen Problemen noch ein stark gespieltes und spannendes Drama zu realisieren, ist wahrlich nicht einfach. Um so schöner, wenn es Regisseurin Larysa Kondracki mit ihrem ersten grossen Film gelingt, diese schwierigen Elemente perfekt zu verbinden. Denn The Whistleblower ist ein ganz starkes Stück Kino.

Der Film schafft es, den Zuschauern mit bestürzenden Bildern einen schlimmen Teil der Probleme nach dem Krieg in Ex-Jugoslawien aufzuzeigen und die Tätigkeiten der UNO kritisch zu hinterfragen. Denn nach und nach wird klar, dass bei weitem nicht alles gut ist, was nach aussen gut zu sein scheint. Dazu wurden einige Szenen im Film integriert, die definitiv nichts für schwache Nerven sind.

Kathryn Bolkovac, welche die gezeigten Bilder tatsächlich erlebt hat, wird von Rachel Weisz (The Constant Gardener) toll verkörpert. Sie trägt ganz klar die Hauptrolle im Film und spielt sehr überzeugend. Man sieht es ihr an, wie die misshandelten jungen Frauen sie erschüttern und dazu bewegen, alles zu unternehmen, um sie aus dieser furchtbaren Lage herauszuholen. Weiter fallen vor allem die unterdrückten Frauen auf, die ihre Rollen ebenfalls sehr gut spielen. Ihnen ist die Angst in den Gesichtern jederzeit anzusehen.

Leider merkt man zu schnell, wer von den "guten" Jungs tatsächlich böse ist. Keiner davon schafft es, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Ebenfalls wirkt Monica Bellucci (Remember Me) etwas stier und fehl am Platz. Einzig David Strathairn (L.A. Confidential) spielt einen interessanten und nicht von Beginn weg entschlüsselbaren Charakter.

Fazit: Nach knapp zwei Stunden verlässt man das Kino wohl ohne freudiges Gesicht. Denn das behandelte Thema ist nichts zum Lachen und regt zum Nachdenken an. Einen grossen Beitrag zum starken Film leistet sicher Rachel Weisz, die ihre Rolle genial performt und The Whistleblower zu einem absolut sehenswerten Drama macht.

/ daw

Kommentare Total: 3

yan

The Whistleblower ist in erster Linie einfach mal unglaublich überzeugend gespielt. Die Inszenierung hat mich umgehauen und die Story ist vor allem im Mittelteil fesselnd bis zum Abwinken. Die Brutalität sorgt für Kopfschütteln und die politischen Rekationen lassen den Zuschauer wutentbrannt zurück. Ein starker Film, der zwar anfangs ein wenig Mühe hat, dann aber ohne mit der Wimper zu zucken aufs Ganze geht. Der Schluss ist dann irgendwie ein bisschen zu lang geraten, aber dennoch hat mich The Whistleblower ziemlich erschüttert.

LilMireille

Einer der besten Filme im 2011!

daw

Filmkritik: Böse Zungen flüstern nicht

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Trailer Englisch, 02:00