The Warrior's Way (2010)

The Warrior's Way (2010)

Oder: Cowboys and Ninjas

Das kleine, tapfere Rotbäckchen

Das kleine, tapfere Rotbäckchen

Der Schwertkämpfer Yang (Dong-Kun Jang) wurde von klein auf ausgebildet und dazu erzogen, eines Tages der beste aller Schwertkämpfer zu sein. Denn seit Jahrhunderten tobt ein Krieg zwischen zweier verfeindeten Clans, und der momentan beste Kämpfer befindet sich in den Reihen des Gegners. Nachdem Yang diesen umgebracht hat, besitzt er die Chance, den Krieg für alle Zeiten zu beenden. Alles was er dazu tun muss, ist ein Kleinkind zu töten. Als er es nicht übers Herz bringt, tritt er mit dem kleinen Knirps die Flucht vor den eigenen Leuten an.

"Trittst im Morgenrot daher..."

"Trittst im Morgenrot daher..."

Nach einer langen Reise quer über den Globus landet er in einem amerikanischen Wüstendorf. Dieses wird bevölkert von einer Wanderzirkusgruppe unter der Leitung des kleinwüchsigen 8-Ball (Tony Cox). Ohne lange zu überlegen, beschliesst Yang, sich der Gemeinschaft anzuschliessen und wird Verantwortlicher für die Wäsche. Doch schon bald sind nicht seine neugewonnenen Waschkünste, sondern seine Kampfkünste gefragt - nicht nur die eigenen Leute kommen auf einen Besuch in dem Dorf vorbei, sondern auch ganz brutale Cowboys.


Blu-ray-Rating

Manche werden ja nicht müde, den Western für tot zu erklären. Doch trotzdem hat es das Genre geschafft, über die Jahre am Leben zu bleiben, auch wenn im Vergleich zu früher deutlich weniger Filme produziert werden. Um die jüngere Fraktion von Filmfans für den Western zu begeistern, greift man in letzter Zeit des Öfteren zum Genremix. Da kann es auch vorkommen, dass Cowboys und Aliens im gleichen Film vorkommen. Mit einer anderen Mischung, dem "West meets East", hat es vor ein paar Jahren Shanghai Noon versucht, und nun tut dies Sngmoo Lee auch mit seinem The Warrior's Way. Sein Film hat zwar spektakuläre Action zu bieten, ist aber im Gesamten gesehen ziemlich hohl.

Solange es cool aussieht, ist das erlaubt. Mit diesem Vorsatz ging Lee hier zu Werke, und sein Film gefällt auch durchaus in Actionsequenzen. Da ist es egal, wenn inmitten eines Kampfes schnell die Jahreszeit gewechselt wird oder wenn Blut sich in Luft aufzulösen scheint, während es in anderen Szenen literweise aus den Wunden spritzt. Hier könnte man noch ein Auge zudrücken, wenn dann aber im Schlusskampf der entscheidende Schnitt plötzlich fehlt, wirkt das dann doch etwas seltsam.

Die Story um den erbarmungslosen Kämpfer, der mit einem Kind in einer Zirkusgemeinschaft ein neues Zuhause findet, will aber nicht recht mit den brutalen Kampfszenen zusammenpassen. Es ist einfach seltsam, wenn zuerst brutal gekämpft wird, nur damit man danach einem Liliputaner zusehen kann, wie er zwei Möchtegerndraufgängern an deren Geschlechtsteilen zieht. Die Fokussierung auf Cowboys vs. Ninjas hätte es hier auch schon getan, und alles andere ist nur schlechtes Beigemüse, bei dem ein Mime wie Geoffrey Rush sich nicht zu schade ist, den Dorfalkoholiker zu spielen.

Fazit: The Warrior's Way fängt interessant an, fällt dann unterhaltungstechnisch in ein Loch, um dann in der letzten halben Stunde ein grandioses Actionfeuerwerk abzufackeln, welches an die Filme von Zack Snyder, House of Flying Daggers oder Resident Evil: Extinction erinnert. So bleibt am Ende ein eher zwiespältiger Eindruck, denn wie bei Sucker Punch gilt hier: Action hui, Rest pfui.

Ganz fest hui ist der Ton der getesteten Blu-ray von Sony. Wenn die Schwerter aufeinanderkrachen, dann macht dies Spass, und auch bei den Explosionen und den Schiessereien kriegen alle Boxen was zu tun. Das Bild ist vor allem in den CGI-Szenen etwas zu weich, aber ansonsten ist dies ein toller Transfer. Als Bonusmaterial hat es nur für zehn Minuten Deleted Scenes und einen Blick hinter die Kulissen gereicht. Da dieser nur gerade etwas mehr als zweieinhalb Minuten dauert, ist das schon eher enttäuschend.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

10.08.2011 / crs

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Bewertung: 3.1 (9 Bewertungen)

 

 

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