Unstoppable (2010)

Unstoppable (2010)

Unstoppable - Ausser Kontrolle
  1. ,
  2. 98 Minuten

Blu-ray-Review: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Wir sind die Könige der Schienen!
Wir sind die Könige der Schienen! © Twentieth Century Fox Film Corporation

Im Norden von Pennsylvania gerät ein 800 Meter langer, mit hoch explosiven Chemikalien und Diesel beladener Zug durch ein Missgeschick des Zugführers (Ethan Suplee) ausser Kontrolle. Mit einer immer höher werdenden Geschwindigkeit rast der "Coaster" durch den Bundesstaat. Die Leiterin des Bahnkontrollzentrums, Connie Hooper (Rosario Dawson), versucht durch schnelles Handeln den Zug stoppen zu lassen. Strassensperren werden eingerichtet, entgegenkommende Züge müssen auf Nebengleise ausweichen, doch sowohl manuelle Bremsversuche wie auch das Aufspringen auf die fahrende "Cruise Missile" schlagen fehl. Bald stellt sich die Frage, wie man den Zug überhaupt stoppen kann.

Eine Zugfahrt, die ist lustig!
Eine Zugfahrt, die ist lustig! © Twentieth Century Fox Film Corporation

Hooper plädiert für eine kontrollierte Entgleisung in unbewohntem Farmland, was aber vom Bahnunternehmen abgelehnt wird. Zu hoher materieller Schaden würde entstehen. Lieber setzt die Leitung auf das Abseilen eines Zugführers vom Helikopter auf den fahrenden Zug, der ihn dann stoppen kann. Als auch diese Mission fehlschlägt, liegt die letzte Hoffnung im routinierten Chauffeur Frank Barnes (Denzel Washington) und dem jungen Zugführer Will Colson (Chris Pine), die an ihrem ersten gemeinsamen Arbeitstag erst im Angesicht der Katastophe harmonieren und dem rasenden Zug mit einer Lokomotive rückwärts nachfahren.

Erreichen sie den führerlosen Zug, muss die Lokomotive angedockt werden, um so die ganze Zugkomposition zu verlangsamen. Gelingt ihnen dies nicht, wird der Zug in der Grossstadt Stanton in einer Kurve entgleisen und zu einer riesigen Bahnkatastrophe führen...

Mit Unstoppable lässt es Regisseur Tony Scott wieder einmal so richtig krachen und liefert ein Jahr nach The Taking of Pelham 123 erneut rasante Action auf Schienen. Mit im Gepäck ist ebenfalls Denzel Washington, als Neuzugang macht sich Chris Pine die Hände schmutzig.

Der grosse Vorteil solcher Filme ist, dass man von der ersten Minute an weiss, wie die Geschichte ausgehen wird. Bei Unstoppable darf hinzugefügt werden, dass der Film auch erst am Schluss zum Stillstand kommt. Man darf sich also knapp 100 Minuten lang stetiger Bewegung aussetzen und dadurch unterhalten lassen. Visuell kann der Actionschmaus locker mit den heutigen Standards mithalten. Kontrastreiche Farben, Überschärfe und schnelle Schnitte sind eine Herausforderung für das Auge - im positiven Sinne. Die unrasierten Hauptdarsteller und der unaufhaltsame Güterzug unterstützen diesen Effekt umso mehr. Das Teil macht seinem Namen also alle Ehre.

Denzel Washington und vor allem Chris Pine machen einen soliden Eindruck als gefühlskalte, hart arbeitende Männer. Es überrascht auch nicht, dass beide in ähnlichen familiären Konflikten stecken, die dann ganz nebenbei durch ihre Heldentaten gelöst werden. Ach ja, wenn das im wirklichen Leben auch so einfach wäre. Eine etwas übereifrige und nichtssagende Rosario Dawson rundet die Besetzung ab. Die moderne, poppige Produktion und ein paar nette Stunts reichen aber nicht aus, um den Film unvergesslich zu machen. Die Action ist ohne grosse Ecken und Kanten - aussen toll, innen hohl. Vergleicht man die Charaktertiefe zudem mit dem Klassiker Runaway Train aus dem Jahre 1985, wird schnell klar, was hier alles buchstäblich auf der Strecke bleibt.

Fazit: Unstoppable ist schnell und bietet unterhaltsame Action. Klar geht es hier nur um diesen Zug, aber ein paar Charakterzüge mehr hätten den Figuren sicher nicht geschadet. Das Resultat ist geradlinig und ziemlich vorsehbar. In den Neunzigerjahren hätte der Film für mehr Aufsehen gesorgt.

Die Blu-ray trumpft mit absolut genialem und gestochen scharfem Bild auf. Dazu hämmert ein gewaltiger Sound durch die Boxen des 5.1-Systems. Den Film muss man sich in ohrenbetäubender Lautstärke ansehen, denn nur so macht es Spass. In den zusammengefasst 60 Minuten Bonus-Material finden sich ein Making-of, Interviews und Hintergründe zu Stunts.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 10

Moonraker

Moment, moment! Sowas um Gottes Willen nicht!
Drehbuchmässig wäre es ein leichtes gewesen den Zug z.B. aufgrund einer im letzten Moment gestellten Weiche ein bisschen ins Abseits fahren zu lassen und ihn dann neben einer vorgängig evakuirten Benzinraffinerie explodieren zu lassen😄
Und Collateral Damage muss wirklich nicht sein.

yan

Haha, ja das wäre schon was gewesen, so ein ultra harter städtevernichtender Kill. So im Stile von Losers, da wurde ja zu Beginn auch mal mit der Brechstange die Komik im Blutsumpf unschuldiger Kinder ertränkt.

Moonraker

Mal angenommen der Zug hätte doch unvermeidlich zur Detonation gebracht werden müssen😄, wäre der Film nicht gleich um Längen besser gewesen aber popcorntechnisch einfach logischer.
Ich meine, ein Tankgüterzug mit dieser Menge an hochexplosiven Chemikalien würde, um es filmisch von der Wucht und der Zerstörung her, glaubhaft wirken zu lassen eine unglaubliche Explosion zur Folge haben! Der Film wäre wahrscheinlich auch wegen dieser Explosion bekannt gewesen. Und er wäre einfach besser.
Doch ich finde ihn auch nicht schlecht! So ist es ja nicht. Die Darsteller finde ich einzeln und zusammen(im Film) einwandfrei. Und da ich auch sehr angetan von R. Dawson bin, ist für mich alles Ok in Unstoppable.
Bis eben auf die Kleinigkeit mit der nicht vorhandenen Ultra Hardcore Detonation.

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