Teufelskicker (2010)

Teufelskicker (2010)

Oder: Die echten wilden Kerle

Boah, ein Ball!

Boah, ein Ball!

Das Leben von Moritz (Henry Horn) ist grad ziemlich beschissen. Seine Mutti (Diana Amft) hat seinen Vati (Benno Führmann) beim Knutschen mit der Sekretärin erwischt, das Fussballspiel gegen den verhassten VFB ging verloren und ausgerechnet Moritz hat die Chance auf den Sieg vergeigt. Die Teamkameraden sind sauer und Moritz zieht mit Mutti zu seinem Grosspapa Rudi (Reiner Schöne). Der war mal ein grosser Fussballer, will heute aber mit dem runden Leder nichts mehr zu tun haben.

Und...Action!

Und...Action!

In der neuen Stadt läufts weder für Mutti, noch für Moritz wie gewünscht. Als der Junge ausgerechnet beim VFB vorspricht, wird er mit Schimpf und Schande davon gejagt. Das nimmt Moritz zum Anlass, selber eine Fussballmannschaft auf die Beine zu stellen. Mit der coolen "Rooftop-Gang", die spektakulären Parkour praktizieren und tolle Moves drauf haben, wird der Pokal des grossen Cups ins Auge gefasst. Doch bis dahin muss noch einiges an Training absolviert und ein Trainer gefunden werden. Und auch der Coach des VFB, Rothkirch (Armin Rohde), lässt seine Muskeln spielen, damit die Teufelskicker keine Chance auf den Sieg haben.


Film-Rating

Einmal mehr wurde mit Die Teufelskicker eine Reihe von bekannten Kindergeschichten für die grosse Leinwand aufbereitet, und bald wird uns wohl auch eine Serie über Moritz und seinen Fussball präsentiert werden. Ganz in der Tradition von Die Wilden Kerle oder (eher für Mädchen) Die Wilden Hühner werden Kids auf coole Art und Weise dabei gezeigt, wie sie Freundschaften schliessen, getrennt werden, Rückschläge erleiden und grosse Siege einfahren. Aber anders als bei den abgehobenen "Wilden Kerlen" sind die Teufelskicker richtig gut gelungen.

Das Problem der Scheidungskinder wird (kurz) aufgegriffen, das Verständnis für fremde Kulturen ("Keine Türkenwitze!"), ja selbst ein tragischer Unfall wird aufgenommen, jedoch schnell wieder fallen gelassen. Immerhin sind wir hier nicht in einem Drama, sondern einem Film für junge Fussballfans, in dem selbst Lukas Podolski und Philipp Lahm kurze Auftritte haben. Denn neben all der Dramatik und der Spannung, gehts vor allem um Spass, Action und Witz. Und davon gibt es in Teufelskicker genügend zu sehen. Schon nur die "Parkour-Light"-Sequenzen machen Eindruck. Dazu kommen schöne Momente auf dem Fussballfeld, wo diese spektakuläre Fortbewegungstechnik natürlich eine tolle Figur macht.

Schauspielerisch werden uns junge und unverbrauchte Gesichter vorgesetzt, die allesamt in ihren Rollen gut aufgehoben wirken. Von den älteren Semestern überzeugt Reiner Schöne als Opa und natürlich Armin Rohde, der einmal mehr als "Kinderfilmbösewicht" auftritt. Das Paar Hanft/Führmann hingegen versprüht keinen grossen Charme und bleibt dadurch auch eher blass. Dafür kriegen die Kids mit Kaan Aydogdu als "Enes" jemanden, der die schönsten Sprüche abliefert.

Fazit: Die Teufelskicker lohnen sich für einen Familienausflug ins Kino, wenn die Jungmannschaft Fussball mag. Solid produzierter Sportfilm mit viel Action und Witz, der so manchem Konkurrenten den Rang ablaufen kann. Und wenn die 6jährigen den Film mit "so lässig" abstempeln, brauchts eigentlich keine Worte mehr.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

27.02.2010 / muri

Community:

Bewertung: 3.6 (8 Bewertungen)

 

 

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