Takers (2010)

Takers (2010)

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  2. 107 Minuten

Filmkritik: Nehmen ist schöner als Geben

Die zwei rechts sind ganz schräge Typen.
Die zwei rechts sind ganz schräge Typen.

Sie heissen A.J. (Hayden Christensen), John Rahway (Paul Walker), Gordon Jennings (Idris Elba), Jake (Michael Ealy) und Jesse Attica (Chris Brown). Sie sind die Takers und sind spezialisiert auf Banküberfälle. Die Polizei um Detektiv Jack Welles (Matt Dillon) kommt bei den Überfällen der Bande immer einen Tick zu spät. Doch Jack lässt nicht locker: Er will die Bande unbedingt dingfest machen. Doch die Takers selber haben momentan andere Probleme:

"Wir sind so blau, blau, blau, wie der Enzian".
"Wir sind so blau, blau, blau, wie der Enzian".

Ihr ehemaliger Partner Ghost (T.I.) musste vor Jahren nach einem misslungenen Coup ins Gefängnis. Jetzt ist er wieder draussen und schlägt dem Team einen Job vor, bei dem 20 Millionen Dollar drin liegen: Sie sollen einen Geldtransporter am helllichten Tag überfallen. Obwohl sie skeptisch sind, nehmen sie das Angebot an. Doch Ghost spielt sein ganz eigenes Spiel: Er will mit Hilfe der Russen seine ehemaligen Freunde nach der getanen Arbeit töten und alles Geld an sich reissen. Ghost und die Takers merken aber nicht, dass die grösste Gefahr von Welles kommt, der ihnen schon gefährlich nahe ist.

In einem amerikanischen Werbespot zu John Luessenhops Film wurde Takers als "Heat dieser Generation" bezeichnet. Filmkenner spitzen bei diesen Worten natürlich die Ohren, da das Werk von Michael Mann zu den besten Filmen des Cop/Gangster-Genres zählt. Doch wieder einmal ist eine solche Aussage nicht mehr als ein leeres Versprechen. Takers vergisst die Zuschauer vor allem emotional mitzunehmen.

Dabei hätte es nur eine Visionierung von Heat gebraucht, um die Fehler von Takers zu erkennen. Das Hauptproblem stellen dabei die Takers selbst dar: Von den fünf Herren erhält gerade einmal eine Person etwas Tiefe. Die anderen Figuren, unter anderem Paul Walker und Darth Vader Hayden Christensen, bleiben erschreckend blass. Aufgrund der daraus fehlenden Identifikation fällt deshalb gegen Ende hin auch das Mitfiebern weg. Obwohl man sich Mühe gegeben hat, das Ganze so dramatisch wie nur möglich zu inszenieren, lassen einen die Figuren kalt, sodass man ihnen kaum eine Träne nachweint.

Wenn überhaupt Tränen vergossen werden, gebühren diese Hauptbösewicht T.I.. Die Leistung des Rappers ist nämlich himmeltraurig und beweist wieder einmal, dass nicht alle Musiker auch Schauspieler sein sollten. Mit seiner Gangsterattitüde ist er mehr nervig und doof, anstatt cool und bedrohlich.

Neben der schwachen Darbietung von T.I. fällt auf, dass Regisseur Luessenhop viel Wert auf coole Autos und schicke Klamotten gelegt hat. Nach dem ersten Coup wird viel (Film-)Zeit vergeudet, um die feiernden Fünf zu zeigen. In jedem anderen Film würden die Gauner schon beim öffentlichen Feiern geschnappt werden. Die Diebe machen gerade in diesen Szenen nicht gerade den intelligentesten Eindruck, weshalb man sich fragen muss, wie diese Truppe ihre Überfälle überhaupt durchziehen konnte. Doch über solche Dinge muss man nicht nachdenken, wenn man schöne Bilder hat, oder?!

Pluspunkte kann der Film immerhin mit Matt Dillon und der Action sammeln. Dillons Figur erhält am meisten Screentime, und wie schon in Crash überzeugt der New Yorker als Mann des Gesetzes. Neben den durchaus gelungenen Shootouts, die aber etwas blutleer ausfallen, darf noch eine Verfolgungsjagd zu Fuss positiv erwähnt werden, die mehrere Minuten dauert und rasant inszeniert wurde.

Fazit: Takers ist ein aufpolierter Heat-Verschnitt, der frisch-fröhlich bei anderen Actionfilmen klaut (u. a. Point Break und The Italian Job), ohne viel eigene Ideen einzubringen und dazu noch eine ganz schwache Figurenzeichnung aufweist. Wenn dieser Film wirklich der Heat dieser Generation sein soll, dann gute Nacht.

/ crs

Kommentare Total: 6

yan

Takers ist ein cooler Actionthriller mit grossartigen Actionszenen. Vor allem die Verfolgungsjagd zu Fuss, ist eine der Besten, die ich bisher gesehen habe. Die Figuren erhalten tatsächlich zu wenig Tiefe, am Besten merkt man das bei Zoe Saldana, die kaum 5 Minuten zu sehen ist und nicht mal einen ganzen Satz spricht. Dies ist wie im Review bereits zu lesen der grösste Schwachpunkt des Film. Für einen Männerabend reicht der Film aber locker aus und mit den Actionszenen hat er gegenüber heutigen Blockbuster-Reissern, sogar noch die Nase vorn.

muri

Filmkritik: Pimp my Bankraub

El Chupanebrey

Zitat ghost13 (2011-01-24 14:30:43)

Ein Meisterwerk wie es schon lange nicht mehr zu sehen wahr!

Det sjunde inseglet - 12 Angry Men - Takers... Doch, klingt plausibel. 😉

[Editiert von El Chupanebrey am 2011-01-25 00:19:53]

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