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TRON: Legacy (2010)

Tron Legacy

TRON: Legacy (2010) Tron Legacy

Oder: Die Zukunft der Games: Mittendrin statt nur dabei

"You can call me "Dude"."

"You can call me "Dude"."

Jeden Abend erzählt Kevin Flynn (Jeff Bridges) seinem siebenjährigen Sohn Sam (Owen Best) von einer fremden Computerwelt und den Abenteuern, welche es dort zu bestehen gilt. Doch der Unterschied bei dieser Gutenachtgeschichte zu anderen liegt darin, dass Kevin keine Märchen auftischt, sondern von wirklich Erlebtem berichtet. Während er am Tage als CEO von Encom waltet, taucht er jede Nacht in seine eigene erstellte Welt ab. Doch eines Tages verschwindet er spurlos.

Kaskoversicherung abgeschlossen?

Kaskoversicherung abgeschlossen?

20 Jahre später: Sam (Garrett Hedlund) ist erwachsen und könnte die Firma seines Vaters leiten - wenn er denn möchte. Aber er blamiert lieber mit Hackerattacken die Führungsetage und lebt ein Leben ohne Verpflichtungen. Doch damit ist es vorbei, als ihn Alan Bradley (Bruce Boxleitner), ein alter Freund seines Vaters, aufsucht. Dieser hat ein Lebenszeichen von Kevin erhalten, und Sam soll diesem nachgehen. Was Sam findet, ist der Zugang zur Computerwelt, welche sein Vater baute und die seinen Schöpfer seit 20 Jahren gefangen hält. Zusammen mit der Kriegerin Quorra (Olivia Wilde) versucht Sam, seinen Vater zu befreien. Doch Clu (Jeff Bridges), der neue Herrscher dieser Welt, hat nur auf diesen Schachzug gewartet...


Film-Rating

Tron - das war im Jahre 1982 der Versuch, das Innenleben eines Computers filmisch darzustellen. Rein von der Machart her war der Film einzigartig, floppte aber an den Kinokassen. Disneys Entscheid, 28 Jahre später eine Fortsetzung zu drehen, scheint da mutig. Begründet wird dies jedenfalls von den Machern damit, dass die Leute damals noch nicht bereit waren für den Film und dies nun im Zeitalter der I-Phones und Notebooks eher der Fall sei. Zweifelsohne war auch die Computertechnik früher noch nicht so weit für die Vision des Regisseurs Steven Lisberger. Dank den heute zur Verfügung stehenden Mitteln erfreut der Film von Newcomer Joseph Kosinski die Zuschauer mit spektakulären Bildern und massig Action. Die Story spielt da ganz klar eine Nebenrolle.

Tron: Legacy ist die erwartete Special Effects-Show, in der die Darsteller versuchen, sich zurecht zu finden. Dies machen sie nicht mal so schlecht, obwohl die Figuren etwas eintönig sind. Garrett Hedlund - den meisten wohl noch bekannt als Brad Pitts Cousin in Troy - schlägt sich ganz wacker als Held und hat ein paar coole One-Liner. Olivia Wilde ist das wohl heisseste Programm, das je geschrieben wurde, und Michael Sheen darf als eine Art Mad Hatter ordentlich Overacting betreiben. Oscarpreisträger Jeff Bridges, der seine Rolle aus Teil eins wieder aufnimmt, hat als "Zen-Meister" Kevin Flynn die meisten Lacher auf seiner Seite, muss aber nicht sein ganzes Können zeigen. Damit er auch den Part des Gegenspielers Clu übernehmen konnte, entschied man sich, mithilfe der Technik einen jungen Bridges zu generieren. Das am Computer erstellte Gesicht sieht aber nicht überzeugend aus, sondern erinnert eher an eine Figur aus dem Wachsfigurenkabinett.

Was bei diesem Film stört, ist sein religiöser Unterton: Der Sohn des Schöpfers eilt zur Rettung und der Bösewicht ist ein Fanatiker, der Programme aus der Welt schafft, die nicht an seine Ansichten glauben. All dies bremst das Filmvergnügen, denn Tron: Legacy soll in erster Linie ein Unterhaltungsfilm sein und nicht Religionsunterricht. Wer sich jedoch nicht allzu sehr daran nervt, erlebt zwei Stunden lang einen Trip mit atemberaubenden Actionszenen und einem superben Soundtrack. Die Musik von Daft Punk passt wie die Faust aufs Auge zu den düsteren Bildern. Die CD zum Film wird wohl bei einigen Kinogängern später im Regal stehen.

Fazit: Tron: Legacy ist Erlebniskino, welches die dünne Story mit visuell herausragenden Bildern kaschiert. Die Verweise auf die Religionen hätte man sich aber getrost sparen können, denn der Film gibt sich damit schlauer, als er eigentlich ist und nimmt sich dadurch auch viel von seinem Spass. Für das Verständnis braucht man Teil eins übrigens nicht gesehen zu haben, doch es gibt einige Details, welche nur den Kennern auffallen werden. Ob sich der Mut von Disney bei diesem Projekt am Ende auszahlt, wird sich zeigen. Klar ist nur, dass Tron: Legacy - rein technisch gesehen - der beste 3D-Realfilm seit Avatar ist.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

04.01.2011 / crs

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Bewertung: 4.1 (122 Bewertungen)

 

 

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