Sammy's Adventures: The Secret Passage - Sammy's avonturen: De geheime doorgang (2010)

Sammy's Adventures: The Secret Passage - Sammy's avonturen: De geheime doorgang (2010)

Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage
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  3. 88 Minuten

Filmkritik: Popsongs und Ökopredigt

"Was riecht da so komisch?"
"Was riecht da so komisch?"

1959 am kalifornischen Strand: Unter vielen frisch geschlüpften Meeresschildkröten erblickt der kleine Sammy die Welt. Bereits bei seinen ersten Schritten ist er vielen Gefahren ausgesetzt, doch gemeinsam mit dem Schildkrötenmädchen Shelly schafft er es, sicher in die Tiefen des Ozeans zu gelangen. Jedoch verliert Sammy Shelly aus den Augen und lebt fortan mit seinem Freund Ray. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Freundschaft, und ihr Leben scheint gemütlich und sorgenfrei. Doch auch sie werden voneinander getrennt, als Sammy in die Hände von Umweltaktivisten gelangt.

"Ihr Hippies solltet auch mal baden..."
"Ihr Hippies solltet auch mal baden..."

Die Grünen meinen es zwar gut mit Sammy und hegen und pflegen den Schildkröterich. Sogar ein Peace-Symbol bekommt Sammy von den Hippies auf den Panzer gezeichnet. Nur mit Katze Fluffy kann er sich nicht gerade anfreunden. Je länger er jedoch bei den Menschen bleibt, desto mehr sehnt er sich nach der wahren Freiheit und dem Meer. Wird es ihm gelingen, seine Reise fortzusetzen? Wird er jemals wieder auf seinen besten Freund Ray treffen? Und wird er Shelly wiedersehen?

Nach dem IMAX-Film Fly me to the Moon bringt uns der belgische Regisseur Ben Strassen erneut ein Animationsabenteuer, das mit 3D protzt. Die dritte Dimension wird hier nicht einfach als Erweiterung des Raumes gebraucht, wie dies bei Pixar der Fall ist, sondern als Gimmick im Vergnügungspark-Stil, und immer wieder schwimmt den Zuschauern jegliches Meeresgetier direkt vor der Nase rum. Das ist teils spektakulär und beeindruckend, auf die Dauer jedoch etwas ermüdend. Auch ist das Design der Figuren und Hintergründe eher rudimentär und einfach gehalten, was dem Zielpublikum jedoch ziemlich egal sein dürfte. Die Schildkröten sind nämlich putzig und die Geschichte erinnert stark an die von Turtle's Song. So dürfte vor allem für die Kleinen genug Spannung, Action, Abenteuer und Dramatik vorhanden sein.

Die Klimaerwärmung, Öltanker und Überfischung der Meere sind wichtige Themen, keine Frage, doch wenn Filme zu belehrend wirken, ist dies oft problematisch und stört den Unterhaltungswert. So werden alle relevanten Umweltschutzthemen in die Geschichte eingeflochten - weit von Subtilität entfernt -, sodass erwachsene Zuschauer sich über den erhobenen Zeigefinger nerven, statt über diese wichtigen Themen nachzudenken. Immerhin gibt es für Eltern einiges mit ihren Kindern zu besprechen, und für diese übermitteln die Inhalte sicher keine schlechte Botschaft.

Für den internationalen Markt wird Around the World in 50 Years 3D nicht etwa von Universal Pictures vertrieben, nein, Universal Music übernimmt diesen Job. So ist es denn kein Wunder, dass in der deutschen Fassung das Popsternchen Lena die Schildkröte Shelly spricht, und wir werden über die ganze Spielzeit hinweg mit Popsongs und Montagen gequält. Die Idee, die Geschichte chronologisch mit Musik zu erzählen (von The Mamas and the Papas bis zu MIKA) ist an sich nicht schlecht, doch nach dem vierten Song ist's dann definitiv zu viel. So bleibt es ein kindgerechtes, belehrendes Abenteuer mit niedlichen Hauptfiguren und dem bisher extremsten 3D auf regulären Kinoleinwänden.

/ ma